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Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


FranckTransit

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: HSRM, Architektur, Anna Schmitz

Franck Areal als Tor zur Oststadt - FranckTransit

© Anna Schmitz

Blick auf die Achse zwischen Gebäude 28 und 80 - FranckTransit

© Anna Schmitz

Unterführung als Bewegungsachse - FranckTransit

© Anna Schmitz

Blick in die Werkstatt und Galerie in Gebäude 80 - FranckTransit

© Anna Schmitz

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: HSRM, Architektur, Anna Schmitz

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

02.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

35.615 m³

 

Bruttogrundfläche

6.500 m²

 

Nutzfläche

3.375 m²

 

Verkehrsfläche

1.825 m²

 

Wohnfläche

190 m²

 

Grundstücksgröße

11.000 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Franck-Areal in Ludwigsburg ist ein ehemaliges Industrieareal der Kaffeeersatzproduktion, das durch seine markante Industriearchitektur und seine historische Bedeutung geprägt ist. Direkt entlang der Bahntrasse gelegen, bildet das Gelände seit Jahrzehnten eine räumliche Barriere zwischen der Ost- und Weststadt. Aufgrund des hohen Pendleraufkommens entsteht eine neue Bahnunterführung, die die Verbindung zwischen beiden Stadtteilen verbessert. Der Entwurf nutzt diese infrastrukturelle Maßnahme als Chance, das ehemalige Industrieareal in ein offenes und durchlässiges Stadtquartier zu transformieren. Durch die Aktivierung der Bestandsgebäude und die Integration neuer öffentlicher Nutzungen wird das Franck-Areal zu einem neuen Eingangstor für Ost- und Weststadt, das bisher getrennte Stadträume miteinander verbindet und gleichzeitig die industrielle Identität des Ortes bewahrt.

Ausgangspunkt des Entwurfs ist die neue Bahnunterführung, deren Achse als räumliches und programmatisches Element durch das gesamte Areal geführt wird. Die Achse entwickelt sich von einer Fuge zu einem Band und schließlich zu einem Gebäude. Sie erweitert den Stadtraum horizontal und vertikal und bildet das neue Tor zur Oststadt. Entlang dieses Bandes entstehen Nutzungen, die den Mobilitätscharakter des Ortes aufgreifen und durch kreative Werkstätten, gemeinschaftliche Kulturangebote sowie Aufenthaltsräume ergänzt werden. Durch die Umnutzung der historischen Gebäude und die Ergänzung zeitgemäßer Programme entwickelt sich das Franck-Areal zu einem lebendigen Quartier, das Bewegung, Ankommen, Austausch und urbanes Leben miteinander verbindet.

Das Projekt transformiert das historische Franck-Areal zu einem offenen, durchlässigen Stadtraum und schafft eine neue Verbindung zwischen Ost- und Weststadt. Ausgangspunkt ist die neue Bahnunterführung, deren Achse als räumliche und programmatische Linie durch das Areal geführt wird. Die Achse entwickelt sich von der Fuge zum Band und schließlich zum Gebäude. Sie erweitert den Stadtraum horizontal und vertikal und bildet das neue Tor zur Oststadt. Entlang dieses Band entstehen Nutzungen, die den Mobilitätsort der Bahn aufgreifen, ergänzt durch kreative Werkstätten passend zur Umgebung sowie gemeinschaftliche Kultur- und Aufenthaltsräume. Das Areal wird dadurch zu einem neuen, lebendigen Quartier, das Besucher willkommen heißt und die industrielle Geschichte des Ortes mit zeitgenössischer Nutzung verbindet.

 

Beschreibung der Besonderheiten

Fuge.Band.Gebäude

Gebäude 28
Das Gebäude 28 wird durch die neue Bahnunterführung als neue Ost-West-
Achse geprägt. Diese verläuft durch das Gebäude und erweitert sich als öffentlicher Raum in den Stadtraum. Als Mobilitätsort nahe der Bahn ist das Gebäude von Dynamik und Bewegung bestimmt. Die Nutzungen staffeln sich vertikal nach der Veweildauer. Im Erdgeschoss befinden sich die Bewegungsachse für Fuß- und Radverkehr mit hoher Frequenz, darüber Aufenthalts- und Arbeitsbereiche. Den Abschluss bildet eine Bibliothek als Rückzugsort.

Gebäude 80
Die Achse setzt sich fort, schneidet das Gebäude und erweitert den Stadtraum nach Westen und in das Innere. Aus ihr entwickeln sich zwei vertikale Bänder. Ein inneres Band führt als räumlicher Weg an Werkstätten vorbei und dient gleichzeitig als Ausstellungsraum. Ein äußeres Band umschließt das Gebäude als prägnante Treppenstruktur, erschließt die Ebenen und endet in einem Stadtbalkon mit Blick auf die Weststadt. Als neues Eingangstor zur Oststadt lädt das Gebäude Besucher durch seine offene Erschließung in das Areal ein.

Neubau
Das Band endet in einem neuen Gebäude, das sich im Zwischenraum zwischen Gebäude 25 und 28 zu einem eigenständigen Baukörper entwickelt. Aus aufeinandergestapelten Modulen ensteht ein vertikales Gebäude, entlang dessen sich das aus Gebäude 80 kommende Band nach unten fortsetzt. Fuge, Band und Gebäude führen die Bewegung aus der Stadt weiter. Es dient als Ort des Ankommens und Verweilens für Reisende sowie für Besucher der Werkstätten und markiert den Übergang ins neue Areal.

Nutzungen im Franck-Areal
Die Nutzungen im Franck-Areal sind entlang der Ost-West-Achse organisiert und folgen einer klaren Abfolge von Bewegung, Aufenthalt und Austausch. In den Bereichen nahe der Bahn dominieren öffentliche, dynamische Nutzungen, die den Ort als Mobilitäts- und Ankunftsraum prägen. Markthalle, Repaircafé und Quartierskantine bilden den belebten Sockel des Areals. Mit zunehmender Höhe verschiebt sich die Nutzung zu gemeinschaftlichen und ruhigeren Programmen. Offene Werkstätten und mietbare Arbeitsräume fördern den Austausch und die "Produktion", während Rückzugsorte wie eine Bibliothek und ein Boutique Hotel längere Aufenthalte ermöglichen. Das Band verknüpft öffentliche, halböffentliche und privatere Nutzungen miteinander und schafft ein lebendiges Quartier, das sowohl Reisende als auch Bewohner der Umgebung anspricht und den Stadtraum ganztägig aktiviert.
 

Nachhaltigkeit

Der Entwurf folgt dem Grundsatz, möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz zu erhalten und weiterzuverwenden. Durch die Umnutzung der bestehenden Gebäude bleibt ein Großteil der grauen Energie erhalten und der Ressourcenverbrauch gegenüber einem Neubau deutlich reduziert. Vorhandene Tragstrukturen, Raster und Raumvolumen werden weitergenutzt und bilden die Grundlage für neue Nutzungen.

Eingriffe erfolgen gezielt und nur dort, wo sie zur Öffnung, Erschließung oder Aktivierung des Areals erforderlich sind. Die Materialwahl orientiert sich an Langlebigkeit, Reversibilität und Kreislauffähigkeit. Die neue Polycarbonatfassade sowie die ergänzenden Stahlkonstruktionen können sortenrein getrennt und rückgebaut werden. Auch der modulare Neubau zwischen den Bestandsgebäuden folgt einem reversiblen Konstruktionsprinzip und ermöglicht zukünftige Anpassungen oder Wiederverwendungen. Im Sinne des Cradle-to-Cradle-Prinzips wird die bestehende Wellblechfassade des Gebäudes 80 demontiert, aufgearbeitet und als Fassadenmaterial für den Neubau wiederverwendet.

Energetisch profitiert das Quartier von seiner kompakten Nutzungsmischung, kurzen Wegen und der Weiternutzung bestehender Gebäudehüllen. Bestehende Lufträume und neue Öffnungen verbessern die Tageslichtversorgung und reduzieren den Energiebedarf. Ergänzend bieten die Dachflächen Potenzial für Photovoltaik und eine quartiersbezogene Energieversorgung.

Auszeichnungen

Nominierung für den SARP Preis 2026

Schlagworte

Bauen mit Bestand, Industriearchitektur, Neue Mitte, Urbanes Quartier, Aktivierung von Stadträumen, Mobilitätshub, Umnutzung, Industriebau, Weiterbauen, Bewegungsachse, Verbindung, Kreativquartier, Transformation, Umgang mit Bestand, Fuge, Band

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

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