Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Form folgt Feld
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Architektur, Julia Höschen
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
07.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Sonstige
Tragwerkskonstruktion
Sonstige
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Beschreibung
Objektbeschreibung
Grundlage des Entwurfs ist die konsequente Verwendung tragender Stroh-Großballen als zentrales Baumaterial. Aus dieser konstruktiven Entscheidung leiten sich alle wesentlichen Entwurfselemente ab: Ein regelmäßiges Stützraster strukturiert das Gebäude, die raumhohen Öffnungen zwischen den Ballenfeldern definieren den Rhythmus der Fassade. Eine Kassetten-Decke und ein Flachdach spannen sich über die tragenden Wände und unterstützen die klare, modulare Struktur. Diese Entscheidungen gewährleisten einen bestmöglichen gleichmäßigen Lastabtrag.
Um das Stroh optimal vor Feuchtigkeit zu schützen, befinden sich sämtliche Nassbereiche und haustechnischen Leitungen im kompakten, zentralen Gebäudekern. Auch die Ausbildung von Details, Dachüberständen und Fassadenanschlüssen folgt diesem Prinzip des konstruktiven Feuchteschutzes. Die Fassade bietet außerdem Möglichkeiten für Begrünung und zur Integration von Nist- und Insektenkästen.
Klimatisch bietet das Gebäude durch die strohgedämmten Außenwände eine hohe Wärmespeicher- und Dämmfähigkeit. Auf den Einbau einer Heizanlage wird verzichtet, stattdessen wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung integriert. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch ein extensives Gründach mit integrierter Photovoltaik, das nicht nur zur Energiegewinnung beiträgt, sondern auch das Mikroklima verbessert und Regenwasser puffert.
Form folgt Feld ist damit ein experimentelles, aber praxisnahes Beispiel für kreislaufgerechtes, klimaangepasstes Bauen mit natürlichen Baustoffen – und schafft dabei inspirierende Räume für gemeinsames Arbeiten, Lernen und Leben.
Beschreibung der Besonderheiten
Aus dieser Entscheidung entwickelt sich die gesamte Form des Gebäudes. Das regelmäßige Stützraster, die geschosshohen Öffnungen zwischen den Ballenfeldern, die Aufständerung sowie die Kassetten-Decke folgen unmittelbar den konstruktiven Anforderungen des Materials. Die Architektur entsteht damit nicht aus einer nachträglichen Gestaltungsidee, sondern aus dem Prinzip: Form folgt Feld.
Besonders ist zudem der materialgerechte Umgang mit Feuchtigkeit und Technik. Nassbereiche und haustechnische Leitungen werden in einem kompakten Gebäudekern gebündelt, während Dachüberstände, Fassadenanschlüsse und konstruktive Details dem Schutz des Strohs dienen. So wird das experimentelle Material in eine robuste, praxisnahe Bauweise überführt.
Auch klimatisch verfolgt das Projekt einen reduzierten und zugleich zukunftsfähigen Ansatz. Die strohgedämmte Gebäudehülle, die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, das begrünte Dach und die integrierte Photovoltaik bilden ein einfaches, ressourcenschonendes Gesamtkonzept. Auf diese Weise verbindet Form folgt Feld kreislaufgerechtes Bauen, klimatische Anpassung und soziale Aufenthaltsqualität zu einem Studierendenhaus, das selbst zum Lernobjekt wird.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
120
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