Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Form folgt Feld

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Architektur, Julia Höschen

Außenperspektive - Form folgt Feld

© Julia Höschen

Isometrie Tragwerk - Form folgt Feld

© Antonia Blöbaum

Kassettendeckenverbindung - Form folgt Feld

© Antonia Blöbaum

TGA Schnitt - Form folgt Feld

© Antonia Blöbaum & Julia Höschen

Innenperspektive - Form folgt Feld

© Julia Höschen

Modell - Form folgt Feld

© Antonia Blöbaum

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Architektur, Julia Höschen

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

07.2025

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Projekt Form folgt Feld ist ein Studierendenhaus, das als lebendiger Lern- und Begegnungsort konzipiert wurde. Es vereint vielfältige Arbeitsräume mit großzügigen Bereichen für Pausen und Austausch – sowohl im Innen- als auch im Außenraum. Alle gestalterischen Studiengänge sollen von dem Konzept gleichmäßig profitieren. Das entstehende Campus-Gelände soll Platz für Gärten und 1:​1 Projekte bieten, um das Studieren in Detmold noch praxisnäher gestalten zu können. 
Grundlage des Entwurfs ist die konsequente Verwendung tragender Stroh-Großballen als zentrales Baumaterial. Aus dieser konstruktiven Entscheidung leiten sich alle wesentlichen Entwurfselemente ab:​ Ein regelmäßiges Stützraster strukturiert das Gebäude, die raumhohen Öffnungen zwischen den Ballenfeldern definieren den Rhythmus der Fassade. Eine Kassetten-Decke und ein Flachdach spannen sich über die tragenden Wände und unterstützen die klare, modulare Struktur. Diese Entscheidungen gewährleisten einen bestmöglichen gleichmäßigen Lastabtrag.
Um das Stroh optimal vor Feuchtigkeit zu schützen, befinden sich sämtliche Nassbereiche und haustechnischen Leitungen im kompakten, zentralen Gebäudekern. Auch die Ausbildung von Details, Dachüberständen und Fassadenanschlüssen folgt diesem Prinzip des konstruktiven Feuchteschutzes. Die Fassade bietet außerdem Möglichkeiten für Begrünung und zur Integration von Nist- und Insektenkästen.
Klimatisch bietet das Gebäude durch die strohgedämmten Außenwände eine hohe Wärmespeicher- und Dämmfähigkeit. Auf den Einbau einer Heizanlage wird verzichtet, stattdessen wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung integriert. Ergänzt wird das ökologische Konzept durch ein extensives Gründach mit integrierter Photovoltaik, das nicht nur zur Energiegewinnung beiträgt, sondern auch das Mikroklima verbessert und Regenwasser puffert. 
Form folgt Feld ist damit ein experimentelles, aber praxisnahes Beispiel für kreislaufgerechtes, klimaangepasstes Bauen mit natürlichen Baustoffen – und schafft dabei inspirierende Räume für gemeinsames Arbeiten, Lernen und Leben.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Die Besonderheit des Projekts liegt in der konsequenten Übersetzung eines natürlichen Baustoffs in eine eigenständige architektonische und konstruktive Ordnung. Mit tragenden Stroh-Großballen als zentralem Baumaterial betritt der Entwurf ein in Deutschland noch weitgehend unerprobtes Feld und zeigt den Mut, ein nachwachsendes Material nicht nur dämmend, sondern raumbildend und tragend einzusetzen.
Aus dieser Entscheidung entwickelt sich die gesamte Form des Gebäudes. Das regelmäßige Stützraster, die geschosshohen Öffnungen zwischen den Ballenfeldern, die Aufständerung sowie die Kassetten-Decke folgen unmittelbar den konstruktiven Anforderungen des Materials. Die Architektur entsteht damit nicht aus einer nachträglichen Gestaltungsidee, sondern aus dem Prinzip:​ Form folgt Feld.
Besonders ist zudem der materialgerechte Umgang mit Feuchtigkeit und Technik. Nassbereiche und haustechnische Leitungen werden in einem kompakten Gebäudekern gebündelt, während Dachüberstände, Fassadenanschlüsse und konstruktive Details dem Schutz des Strohs dienen. So wird das experimentelle Material in eine robuste, praxisnahe Bauweise überführt.
Auch klimatisch verfolgt das Projekt einen reduzierten und zugleich zukunftsfähigen Ansatz. Die strohgedämmte Gebäudehülle, die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, das begrünte Dach und die integrierte Photovoltaik bilden ein einfaches, ressourcenschonendes Gesamtkonzept. Auf diese Weise verbindet Form folgt Feld kreislaufgerechtes Bauen, klimatische Anpassung und soziale Aufenthaltsqualität zu einem Studierendenhaus, das selbst zum Lernobjekt wird.

Schlagworte

Stroh, lasttragend, Strohballenbau, Studierendenhaus, Nachhaltigkeit

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Niedrigenergiehaus

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Arbeitsplätze

120

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