Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Förderzentrum Hochschwarzwald Hochfirstschule
79822 Titisee-Neustadt, Wilhelm-Sutter-Straße 32
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Hotz + Architekten
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Wilhelm-Sutter-Straße 32, 79822 Titisee-Neustadt, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
02.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
13.900 m³
Bruttogrundfläche
3.250 m²
Nutzfläche
1.650 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
12.200.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Schulen erzählen viel über das Menschenbild einer Gesellschaft. Lange Zeit waren sie Orte der Ordnung und Trennung: Klassenräume entlang von Fluren, Lernen hinter Türen, klare Grenzen zwischen Unterricht, Aufenthalt und Freizeit.
Das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum in Titisee-Neustadt setzt diesem Modell eine andere Vorstellung entgegen. Hier wird Schule als offener Lern- und Lebensraum verstanden - als Ort, an dem Gemeinschaft entsteht, ohne Individualität aufzugeben.
Der Neubau entwickelt den bestehenden Schulstandort zu einem zusammenhängenden Campus weiter. Drei neue Baukörper ergänzen den Bestand und bilden gemeinsam ein Ensemble, das Orientierung schafft und neue räumliche Beziehungen ermöglicht. Wo zuvor Wege endeten und Funktionen voneinander getrennt waren, entstehen heute Verbindungen, Blickbeziehungen und Begegnungsorte.
Im Zentrum steht die Idee der Teilhabe. Die Architektur ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben. Transparente Lernbereiche, offene Übergänge und vielfältige Aufenthaltsorte fördern soziale Interaktion und schaffen zugleich die Möglichkeit zum Rückzug. Die Schule reagiert damit auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer, ohne diese räumlich voneinander zu separieren.
Besonders sichtbar wird dieser Ansatz in der Transformation der klassischen Erschließungsflächen. Flure werden zu Lernlandschaften, Treffpunkten und Aufenthaltsorten. Unterricht findet nicht nur im Klassenzimmer statt, sondern überall dort, wo Kommunikation, Konzentration oder gemeinsames Arbeiten möglich werden. Die Grenzen zwischen Lernen, Leben und Begegnung verschwimmen zugunsten eines offenen Bildungsverständnisses.
Der Eingangsbereich wird zum lebendigen Ort der Gemeinschaft, während der geschützte Innenhof Raum für Kreativität, Naturerfahrung und Konzentration bietet. Beide Freiräume sind integraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts.
Gerade für ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum besitzt diese räumliche Offenheit eine besondere Bedeutung. Die Architektur schafft Orientierung ohne Bevormundung, Gemeinschaft ohne Zwang und Individualität ohne Ausgrenzung. Sie fördert Selbstständigkeit, stärkt soziale Teilhabe und unterstützt die pädagogische Arbeit auf selbstverständliche Weise.
Das SBBZ Titisee-Neustadt versteht Inklusion nicht als organisatorische Aufgabe, sondern als räumliches Prinzip. Entstanden ist ein Gebäude, das Bildung nicht nur beherbergt, sondern aktiv ermöglicht. Ein Haus der Offenheit, das zeigt, wie Architektur gesellschaftliche Werte sichtbar machen kann.
Beschreibung der Besonderheiten
Vollständig barrierefreie Vernetzung aller Gebäudeteile
Umwandlung klassischer Erschließungsflächen in pädagogisch nutzbare Lernlandschaften
Zwei differenzierte Hofräume für Begegnung und Rückzug
Hohe räumliche Transparenz durch Sichtbeziehungen zwischen Klassen, Lernbereichen und Außenräumen
Flexible Lernumgebungen für unterschiedliche Unterrichts- und Betreuungsformen
Architektur als Unterstützung von Selbstständigkeit, Orientierung und sozialer Teilhabe
Enge Verzahnung von Innen- und Außenraum
Umsetzung des Leitbildes „Schule als Lern- und Lebensraum“ auf allen Maßstabsebenen
Auszeichnungen
Beispielhaftes Bauen Schwarzwald-Baar-Kreis 2024 Auszeichnung der Architektenkammer Baden-Württemberg für die hohe architektonische und gesellschaftliche Qualität des Projekts
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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