Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Feuer und Flamme fürs Handwerk – Ein Konzept für Bildung, Begegnung und Zukunft
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: HAWK Hildesheim, Gestaltung, Maira Mariama Jobe
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
03.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Sonstige
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
5.000 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Am Beispiel der Umnutzung einer ehemaligen Feuerwache entsteht eine Bildungs- und Begegnungsstätte, in der Auszubildende, Studierende, Lehrende und die Öffentlichkeit gemeinsam lernen, arbeiten und sich austauschen. Die bestehende Feuerwache umfasst verschiedene Gebäudetypen, an die sich die Raumkonzepte anpassen. Ziel war es, möglichst wenige Eingriffe in die bestehenden Gebäudestrukturen vorzunehmen und dennoch eine moderne Erweiterung einer Berufsschule zu schaffen. Räume, die beispielsweise als Lagerorte oder für Büromanagement genutzt wurden, erhalten in der neuen Bildungs- und Begegnungsstätte ähnliche Funktionen. Ehemalige Stellplätze werden zu Werkstätten, Ausstellungsbereichen und einem Hörsaal umfunktioniert. Die Grundidee war es, das „Campus-Gefühl“ und das „Studentenleben“ auch für Auszubildende erlebbar zu machen. Dabei lag der Fokus besonders darauf, einen Ort zu gestalten, der verschiedene Berufszweige verbindet und eine Lösung bietet, die in unterschiedlichen Städten Anwendung finden kann. So wird auch die Frage aufgegriffen, wie mit Leerständen in Kleinstädten umgegangen werden kann. Der Entwurf gliedert sich zudem in Geschosse: Das Erdgeschoss der einzelnen Gebäudetypen ist für die Nutzung durch die breite Öffentlichkeit vorgesehen, mit Werkstätten, Foyers, der Cafeteria und dem Hörsaal. Das Obergeschoss dient als interner Lernort mit Bibliothek und Seminarräumen. Im Dachgeschoss ist überwiegend eine private Nutzung vorgesehen, sodass dort Apartments für Auszubildende geplant wurden.
Grundlegend soll die ehemalige Feuerwache zum „Stadtlehrwerk“ werden und ein „Upgrade“ einer Berufsschule als ergänzendes Element darstellen.
Beschreibung der Besonderheiten
robuste Oberflächen und sichtbare Konstruktionen verbinden Funktionalität mit Wärme und Wertigkeit. Das Nutzungskonzept vereint Bildungsräume, Werkstätten, Auditorium, Ausstellung, Wohnen und öffentliche Bereiche zu einem durchlässigen Lernort. Theorie und Praxis, Ausbildung und Studium, Lehre und Öffentlichkeit treten hier in direkten Austausch.
Hervorheben möchte ich zu dem, dass das Design zum Einen auf Interviewpartner basiert, welche zu dem Thema befragt wurden (Handwerkskammer, Werklehrer) und zum Anderen auf persönliche Erfahrungswerte (Klassenräume der weiterführenden Schule, Hörsaal der Hochschule).
Energiekonzept & Bauökologie
Ein weiterer wesentlicher Aspekt liegt in der Materialwahl und der gestalterischen Umsetzung. Die verwendeten Materialien orientieren sich bewusst am Charakter des Baugewerbes und greifen robuste, langlebige und möglichst einfache Baustoffe auf. Insbesondere der Einsatz von Holz als prägendes Element schafft nicht nur eine warme und angenehme Atmosphäre, sondern steht auch für einen nachwachsenden Rohstoff mit guten ökologischen Eigenschaften. Sichtbare Konstruktionen und einfache Materiallösungen tragen zudem dazu bei, dass die Räume verständlich, reparierbar und langfristig nutzbar bleiben. Besonders hevorzuheben ist die Beibehaltung der Bestandsfunktion der Räume, dies ermöglicht die Weiternutzung von Materialien, wie beispielweise den Bodenbelag der ehemaligen Fahrzeuggarage, welcher ebenfalls für Werkstätten und Austellungen im neuen Konzept mit eingbezogen wurde.
Auch das räumliche Konzept verfolgt nachhaltige Ziele. Durch die Kombination aus Bildungsräumen, Werkstätten, Wohnangeboten und öffentlichen Bereichen entsteht ein multifunktionaler Ort, der über den gesamten Tagesverlauf hinweg genutzt wird. Diese Mehrfachnutzung reduziert Leerstände und steigert die Effizienz der vorhandenen Flächen. Gleichzeitig wird durch die Integration von Wohnräumen für Auszubildende und Studierende auf die Problematik von Mobilität und Erreichbarkeit reagiert, wodurch Wege verkürzt und Ressourcen eingespart werden können.
Darüber hinaus spielt die soziale Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Der Entwurf zielt darauf ab, das Handwerk aufzuwerten und neue Begegnungen zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen zu ermöglichen. Durch das Zusammenführen von Auszubildenden, Studierenden, Lehrenden und der Öffentlichkeit entsteht ein Ort des Austauschs, der langfristig zur Stärkung des Handwerks beitragen kann. Bildung wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als offener Prozess verstanden, der durch räumliche Gestaltung unterstützt wird.
Insgesamt zeigt sich, dass Nachhaltigkeit im Projekt nicht durch einzelne Maßnahmen definiert wird, sondern durch das Zusammenspiel von Bestandserhalt, Materialwahl, Nutzungskonzept und sozialer Wirkung. Die Umnutzung der Feuerwache wird somit zu einem Beispiel dafür, wie durch architektonische und innenarchitektonische Strategien ein langfristig tragfähiger und zukunftsorientierter Ort entstehen kann.
Schlagworte
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
15
Anzahl Betten
9
Anzahl Klassen
4
Anzahl Schüler
100
Anzahl Wohneinheiten
9
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