Nominiert für die Shortlist der Jury 2026

Architekturobjekte

Nominiert für die Shortlist der Jury 2026


Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

01109 Dresden, Karl-Liebknecht-Straße 46–58

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: heinlewischer

Die ursprüngliche städtebauliche Gestaltung des Gesamtensembles von Heinrich Tessenow in transformierter Form wiederherzustellen, ist die zentrale Idee des Entwurfes. - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Vor der Sanierung: Ansicht des Ostflügels vom Festspielplatz - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Für den Empfang von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt wurde die denkmalgeschützte ehemalige Kaserne Ost auf dem Festspielgelände zu einem Residenz- und Probenzentrum umgebaut. - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Ein gebäudehohes, lichtdurchflutetes Foyer stellt heute die historische Verbindung zwischen dem Festspielplatz und der umliegenden Gartenstadt wieder her. - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Foyer - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Foyer mit sichtbarem Dachtragwerk - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Neben dem Foyer und den beiden großen Sälen prägen auch die drei im originalen Zustand erhaltenen Treppenhäuser die Atmosphäre des Ostflügels. - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Garderobe - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Studiobühne – Blackbox - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Probestudio – White Cube - Festspielhaus Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, Umbau und Sanierung Flügel Ost

© Brigida González

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: heinlewischer

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Karl-Liebknecht-Straße 46–58, 01109 Dresden, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Umbau

Fertigstellungstermin

12.2024

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

heinlewischer

Altmarkt 25

01067 Dresden

Deutschland

Tel. +49 30 399920-90

info@heinlewischer.de

Bauherr

Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften, Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung

Waisenhausstraße 14

01069 Dresden

Deutschland

Fachplanung

Bauphysik @ integrierte Planung Kai Rentrop Beratender Ingenieur

Bautzner Straße 109

01099 Dresden

Deutschland

Fachplanung

Günther Ingenieure GmbH

Enderstraße 94

01277 Dresden

Deutschland

Fachplanung

Dresdner Elektro-Ingenieurbüro GmbH

Leipziger Straße 118

01127 Dresden

Deutschland

Fachplanung

Ingenieurgesellschaft Prof. Rühle, Jentzsch & Partner GmbH

Altmarkt 10 A

01067 Dresden

Deutschland

Fachplanung

DTP Theaterbühnentechnik GmbH

Leipziger Straße 13b

01097 Dresden

Deutschland

Fachplanung

KEP GmbH

Hechtstraße 137–141

01127 Dresden

Deutschland

Fachplanung

Kröning und Schröter Ingenieurpartnerschaft mbB

Arndtstraße 15

01099 Dresden

Deutschland

Architektur: Landschaftsarchitekt

UKL – Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten

Glasewaldtstraße 7

01277 Dresden

Deutschland

Verwendete Produkte

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Sonstige

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

13.060 m³

 

Bruttogrundfläche

3.456 m²

 

Nutzfläche

1.273 m²

 

Verkehrsfläche

590 m²

 

Wohnfläche

162 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

1.500.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

12.000.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Tanz durch die Zeit
Für zeitgenössische Kunst mit klarem Fokus auf Tanz, Musik und Theater zählt Hellerau zu den führenden Zentren – regional wie international. Für den Empfang von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt wurde die denkmalgeschützte ehemalige Kaserne Ost auf dem kulturhistorisch bedeutsamen Festspielgelände zu einem Residenz- und Probenzentrum umgebaut.
Die ursprüngliche städtebauliche Gestaltung des Gesamtensembles von Heinrich Tessenow in transformierter Form wiederherzustellen, ist die zentrale Idee des Entwurfes. Ein gebäudehohes, lichtdurchflutetes Foyer stellt heute die historische Verbindung zwischen dem Festspielplatz und der umliegenden Gartenstadt wieder her.
Über das Foyer werden die Künstlerresidenzen und die Gastronomie erschlossen und die beiden großen Säle miteinander verbunden. Ihre Gestaltung verweist auf die verschiedenen Phasen künstlerischen Schaffens. Während die Studiobühne als »Blackbox« auf den fokussierten Auftritt zielt, steht das Probestudio als »White Cube« für einen transparenten und ergebnisoffenen Austausch im Entwicklungsprozess.
Zwischen den beiden Sälen fungiert das offene Foyer als flexibel gestaltbare Schnittstelle, durch die sich das Publikum teils über Brücken frei in alle Richtungen bewegen kann. Um den Blick auf den Dachstuhl aus Kroher-Bindern – das herausragende Merkmal des denkmalgeschützten Hauses – schon beim Betreten des Hauses freizulegen, wurden im Foyer alle Decken bis unter das Dach entfernt.

Beschreibung der Besonderheiten

Kleine Eingriffe, gezielte Wirkung
Zwischen Effizienz und Effektivität bewegt sich das Konzept für den Umbau:​ Dachziegel, Mauerwerk, Außen- und Innenputz konnten zum Großteil erhalten werden. Decken und Wände wurden punktuell ertüchtigt, um den Einbau modernster Bühnentechnik und Lüftungsanlage zu ermöglichen. Der schichtweise Umbau der kleinteiligen Struktur in durchlässige Räume verlangte Umsicht und Fingerspitzengefühl und eine aufwendige Objektüberwachung mit täglicher Präsenz. So konnte die bestehende Dacheindeckung weiterverwendet und das Dach umgedeckt werden. Eine integrale Planung und der wertschätzende Umgang mit dem historischen Bestand sicherten die Qualität der einzelnen Schritte bis zur Fertigstellung. Kollisionsprüfungen und eine Visualisierung der Technik begleiteten und unterstützen die Schritte digital auf BIM Level 2.
Alle Bauteile wurden energetisch so optimiert, dass mit minimaler Dämmung die maximal mögliche Energieeinsparung erreicht wurde und trotzdem keine Abstriche beim Feuchtigkeitsschutz gemacht werden mussten. Und obwohl auf eine Außendämmung der Wände verzichtet wurde, konnte eine deutliche Reduzierung des Energiebedarfs erreicht werden.
Die restauratorische Untersuchung des Putzes und der Holzelemente konnte nicht nur im Vorfeld dazu beitragen, dass etwa der Innenputz der Treppenhäuser komplett oder der Außenputz der Giebelseiten erhalten und restauriert wurde:​ An anderer Stelle wurde der neue Putz nach altem Rezept angerührt und aufgetragen.

Wesentlichkeit
Nur wo es nutzungsbedingt sinnvoll war, kam hocheffiziente Anlagentechnik zum Einsatz, etwa mit Wärmerückgewinnung. Ansonsten ist das Haus mit einfachster Technik ausgestattet. Einzig im Foyer sorgt die DALI-Steuerung für programmierte LED-Beleuchtung. Alle Leuchtmittel können unabhängig ausgewechselt werden.
Die zu erneuernden Fenster wurden als Kastenfenster mit hohem Wärmeschutz ausgeführt. Die Decken wurden minimal gedämmt. So konnte die Geometrie des Daches unverändert bleiben.

Innovation aus Tradition
In den 1930er-Jahren entwickelte der Baumeister Ludwig Kroher eine Binder-Konstruktion, um in Zeiten akuten Holzmangels Material zu sparen. Derartig geometrisch imposant angeordnete Brettbinder-Dachstühle sind heute eine absolute Seltenheit. Umso klarer fiel die Entscheidung, diese als bedeutendes architektonisches Kulturerbe im Flügel Ost offenzulegen. Es lohnt sich, solche Konzepte im Sinne von Lowtech und Materialeinsparung wiederzuentdecken.

Ingenieurskunst sichtbar machen
Der Flügel Ost öffnet nicht nur Räume für künstlerische Prozesse, er stärkt die Verbindungen zur Gartenstadt. Das offene Foyer fungiert als Schnittstelle, durch die das Publikum sich mit Blick auf die Kroher-Binder frei in alle Richtungen bewegen kann.
Zur Verstärkung der Idee, die denkmalgeschützte Dachkonstruktion als Blickfang zu inszenieren, erarbeitete die Lichtplanerin Ulrike Brandi ein Beleuchtungskonzept, das verschiedenste Lichtstimmungen eröffnet.

Wahren, weiterentwickeln und teilen
Mit dem Ansatz, bestehende Gebäudesubstanz und historische Bauteile wiederzuverwenden – darunter Dachziegel, Dachstühle, Außen- und Innenputz, Wände, Treppenhäuser – steht der Umbau des Flügel Ost im Zeichen von Lowtech und einer ökologisch wie ökonomisch verstandenen Nachhaltigkeit. Die räumliche Öffnung der Verbindung zur Gartenstadt, die Veranstaltungen und das gastronomische Angebot sorgen für eine Stärkung der Gemeinschaft.

Nutzungen
Foyer
Gastronomie mit 54 Sitzplätzen und 4 Arbeitsplätzen
»White Cube« – Probestudio
»Blackbox« – öffentliche Studiobühne mit 135 Sitzplätzen
Residenzen mit 6 Appartments und 8 Betten – insgesamt 162 m²

Energiekonzept & Bauökologie

Energiebedarf EnEV 2014 
(ohne Ausweis, da im Denkmal/gemäß Denkmalschutzgesetz) 
Die Kaserne Ost ist unter der Objektnummer 09210375 als Einzeldenkmal in die Liste der Kulturdenkmale in Dresden eingetragen. Aufgrund des Status Einzeldenkmal war es nicht möglich, die Fassade von außen zu dämmen. Auch das Dach durfte nur sehr moderat mit 40 mm gedämmt  werden, damit sich die Geometrie im Traufbereich nicht ändert. Zum Zeitpunkt der Planung der Sanierung galt die EnEV 2014. Die EnEV 2014 regelt in § 16 die Ausstellung von Energieausweisen. Denkmäler sind von der Ausstellung eines Energieausweises befreit. 

U-Werte 
– Bodenplatte oberseitig gedämmt U = 0,274 W/(m²K) 
– Bodenplatte unterseitig gedämmt U = 0,292 W/(m²K) 
– Kellerdecke U = 0,289 W/(m²K) 
– Außenwand Küche, innen gedämmt mit Porenbeton-Vormauerung U = 0,40 W/(m²K) 
– Außenwand Duschen der Umkleiden und der Wohnungen, innen gedämmt mit Mineraldämmplatten U = 0,463 W/(m²K) 
– Steildach U = 0,577 W/(m²K), zulässige Dicke aus Gründen des Dankmalschutzes und der vorhandenen historischen Konstruktion begrenzt 
– Decke zum Dachraum U = 0,204 W/(m²K) 
– Trennwände zu unbeheizten Dachräumen U = 0,247 W/(m²K) 
– Fenster U = 1,3 W/(m²K)

Regenwassernutzung
– Sammlung in entsprechender Zisterne 
– Grauwassernutzung zur Bewässerung der Außenanlagen (u. a. Gemeinschaftsgarten) 

Reduktion des Trinkwasserbedarfs und des Abwasseraufkommens 
– Einsatz wassersparender Sanitärarmaturen zur Verringerung des Trinkwasserverbrauchs 

Nachhaltige Ressourcenverwendung
– Erhalt und Instandsetzung aller wesentlichen Decken und Wände 
– Erhalt von tragfähigem Bestandsputz innen wie außen 
– Aufarbeitung und Erhalt möglichst vieler Holzkastenfenster 
– Wiederverwendung von Mauerwerksziegeln 
– Erhalt und Instandsetzung des Dachtragwerks 
– Wiederverwendung von Dachziegeln/Wiedereinbau der bestehenden Dachziegel 

Einsatz nachwachsender Rohstoffe aus regionalen Anbaugebieten
– Holzfenster, Holzinnen- und Außentüren 
– Holzparkett 
– HWL-Platten [Holzwolle-Leichtbau-Platten, zementungebunden] 
– Denkmal mit Fokus auf Erhalt und Pflege des Bestehenden 

Nutzungsart und -vielfalt
– Umwandlung in ein Haus für die Öffentlichkeit (im absoluten Gegensatz zur vorherigen Nutzung als geschlossene Kaserne) 
– Verbindung zwischen Platz und Stadt:​ tagsüber geöffnetes Foyer mit Gastronomie (Hellerau und die ganze Welt treffen sich) und Durchgang zur Bahn
– Probezentrum mit öffentlicher Bühne und Proberäumen 
– Gestaltung des Platzes als geschichtsträchtiger Ort 
– der offene Gemeinschaftsgarten Golgi-Park – Interkultureller Garten Hellerau für geflüchtete Menschen, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Künstlerinnen und Künstler fördert Kommunikation und Biodiversität 

Barrierefreiheit
– Übererfüllung der Anforderungen an Inklusion:​ hohe Anforderungen an Barrierefreiheit und Inklusion, auch bezogen auf alle Inszenierungen 
– nachgerüsteter Aufzug 
– Türöffner 
– visuelles Leitsystem (Piktogramme mit leicht verständlicher Symbolik) 
– taktiles Leitsystem 
– Hörschleife/induktive Höranlage für die Bühne

Komfort
– erhöhte Schallschutzanforderungen im Bestand 
– Schallschutz nach Innen (der Flughafen Dresden liegt in der Nähe) 
– Schallschutz nach Außen (zum Schutz der umliegenden Wohnbebauung)

Speicherfähigkeit, Belüftung
– drei von vier raumlufttechnischen Anlagen mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und stromsparenden Antrieben 
– Einbau von LED-Lampen (Gestaltung in unmittelbarer Anlehnung an die historischen Lampen)

Weiteres 
– [Schadstoff-]Rückbau aller giftigen Bestandselemente (u. a. alte HWL-Platten) 
– Rückbau aller schadhafter Bauteile (u. a. nach Schimmel-/Holzbefall) 
– Nistkästen entlang der Dachkanten 
– Fledermausquartier/Dachraum als Fledermaushotel
– Wiederverwendung möglichst aller ausgebauten Baustoffe (teilweise Einlagerung u. a. auch für mögliche Kunstprojekte)
– Standardisierte Lösungen für alle neuen Elemente:​ Kosteneinsparung durch Standards und Massen (hier ist die Rückbaubarkeit aller Elemente gegeben)

Auszeichnungen

Nominierung polis award 2026

Nominierung DAM Preis 2027

Anerkennung Otto-Borst-Preis 2026

Anerkennung Sächsischer Staatspreis für Baukultur 2026

Schlagworte

Bauen im Bestand, Denkmal, Festspielhaus Hellerau, Sanierung, Umbau, Innovation, Suffizienz

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

Energetische Kennwerte

Heizenergieverbrauchswert

178.000,00 kWh/(m²a)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Arbeitsplätze

4

 

Anzahl Betten

8

 

Anzahl Wohneinheiten

6

 

Anzahl Sitzplätze

189

 

Anzahl Stellplätze

32

Das Objekt im Internet

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