Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Ein Ort der Ruhe im Schwarzwald

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, 3, Greta Sperling

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, 3, Greta Sperling

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

03.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Städtebau
Die Klosterruine in Hirsau hebt sich deutlich von der umliegenden, organisch gewachsenen Siedlungsstrukturab. Während sich die Umgebungsbebauung an Topografie, Flussverlauf und historische Wege anpasst, folgte das Kloster einer klaren, rechtwinkligen Ordnung.
Diese Geometrie bildet die Grundlage für den Neubau und verleiht dem Entwurf Ruhe, Orientierung und eine Betonung des historischen Zentrums.
Die Form des Gebäudes entwickelt sich aus den Grundrissen des ehemaligen Klosters und interpretiert dessen Struktur in abstrahierter Weise neu. Ein rechteckiger Baukörper wird gezielt aufgebrochen, sodass zwei zueinander in Beziehung stehende Volumen
entstehen. Dabei inszeniert eine Öffnung die Marienkapelle, während die andere eine einladende Eingangssituation formuliert. Der zentrale Klosterhof bildet das Herzstück des Ensembles und verbindet über den Kreuzgang alle Bereiche miteinander.

Konzept
Das Gebäude wird durch die massiven Betonkerne getragen von denen die Ebenenen abgehängt werden.
Somit wird das Erdgeschoss minimal versiegelt und bleibt öffentlich begehbar. Durch die Überkragung der Deckenplatte,
werden PatientInnen, sowie auch die Ruine, von Wettereinflüssen geschützt und damit eine Parallele zum ehemaligen Kreuzgang geschaffen.
Das Zusammenspiel von Alt und Neu wird durch Kontraste in Materialität und Konstruktion erfahrbar.
Massive, steinerne Elemente treffen auf leichtere Strukturen des Neubaus, die sich im Schnitt präzise mit dem Bestand verzahnen. Das Tragwerk aus weitspannendem Fachwerk bleibt sichtbar, übernimmt die Lastverteilung und wird zum gestalterischen Element.
Die Betondecken verjüngen sich nach Außen hin und sind mit Hohlkörpern versehen, so wird nicht nur Meterial gespart sondern die Dekcen auch leichter gestaltet. Im Innenraum sind die zimmer mit Holz, lokale Fichte aus dem Schwarzwald, verkleidet. Die Bewegungräume und Nasszonen sind mit einem Terazzo-Linolium versehen, welches als leicht zu reinigen gilt.
In Anlehnung an die regionale Bauweise zeigt der Entwurf offen seine (Stahlfachwerk-)Konstruktion und verbindet so Struktur und Architektur zu einer Einheit.
Vor den Fenstern liegt eine leichte Stoffhülle als Fassade, die Außen an den Balkonen befestigt ist. Diese lässt sich über seile individuell verstellen und ermöglicht den NuterInnen einen Sicht-und Sonnenschutz.

Nutzung
Der Entwurf einer psychosomatischen Klinik erfordert eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Healing Architecture. Hierbei geht es um die Frage, inwiefern sich die Architektur auf die Genesung von PatientInnen auswirken kann.
Diese Aspekte werden in den Entwurf übertragen. Elemente sind z.B der direkte Zugang zur Natur, offene Blicke in Diese, eine gute Akustik, Luft-und Lichtqualität, offene extrovertierte und geschlossene introvertierte Räume. Das Wohlbefinden, von PatientInnen sowie auch PflererInnen soll zu einem besseren Wohlbefinden, Lebensqualität und somit zu einer schnelleren genesung führen.

Beschreibung der Besonderheiten

Besonderheiten finden sich besonders in dem Tragwerk und der Fassade wieder.
Das Tragwerk folgte vor allem dem Bedürfnis, den Ort der Ruine wieder zu beleben und diesem wieder Stärke zu verleihen, aber ihn trotzdem nicht komplett zu versiegeln oder die Ruinen wieder gleich aufzubauen. Durch die Konstruktion mit den Kernen die nur wie Füße zwischen den Ruinen stehen, beginnt das erste belebte Geschoss erst ab dem 1. Obergeschoss. Das Erdgeschoss wird abgesehen von den Kernen frei gehalten und für Besucher weiterhin zugänglich gehalten. Außerdem werden die Ruinen sowie auch die Besuchenden vor Wettereinflüssen geschützt. Die sich nach oben hin verjüngende Form mit Split Leveln bietet sich für eine mit Seilen Abgehängte Konstruktion an. Innnen befinden sich große Stahlfachwerke die die Steifigkeit unterstützen und eine Neuinterpretation der umliegenden Fachwerkhäuser ist.

Nachhaltigkeit

Das Gebäude nutzt eine hybride Konstruktion aus Beton, Stahl und Holz, die Tragwerk, thermische Speicherfähigkeit und Aufenthaltsqualität verbindet. Die massiven Betonkerne, die wie „Füße“ auf dem Boden stehen, übernehmen Aussteifung und vertikale Erschließung und dienen gleichzeitig als thermische Speichermasse zur Dämpfung von Temperaturspitzen. Ab dem 1. Obergeschoss ist das Volumen als abgehängte Struktur mit Split-Level-Ebenen organisiert; die verjüngenden Betondecken mit Hohlräumen reduzieren Eigengewicht und Materialeinsatz bei gleichzeitig guter Speicherwirkung.
Sommerlicher Wärmeschutz funktioniert durch eine mehrstufige Fassadenstrategie:​ Dreifachverglasung minimiert Transmissionsverluste, vorgelagerte Balkone reduzieren direkte solare Gewinne, und eine individuell steuerbare textile Außenhaut dient als außenliegender Sonnenschutz. Durch die außenliegende Verschattung werden Überhitzungslasten deutlich wirksamer reduziert als mit innenliegenden Systemen. Diese Strategie der Pufferzone kann auch im Winter für Kälteschutz angewendet werden. Die Splitlevel auch in den öffentlichen Räumen unterstützen eine Querlüftung und sorgen für einen angenhemen Luftaustausch. 

Schlagworte

psychosomatisches Rehazentrum, Gesundheitsbau, Healing Architecture, Bauen im Bestand, Bauen mit histoischem Kontext

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