Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


„E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Frau *Dip.-Ing.(FH) Architektin Anja Beck

Außenansicht - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Raumachsen - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Küche - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Raumkontinuum - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Falttüren - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Flur - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Bad - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Bad barrierearm - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Giebel Terrasse - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Detail Dach - „E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus

© Madlen Krippendorf

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Frau *Dip.-Ing.(FH) Architektin Anja Beck

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Erurter Straße 25a, 99510 Apolda, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

12.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Frau *Dip.-Ing.(FH) Architektin Anja Beck

Neuroda-Ilmenauer Str. 22

99310 Arnstadt

Deutschland

hallo@architektur-anjabeck.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Stöhr Ingenieure

Königsbrücker Straße 19

01099 Dresden

Deutschland

Tel. +49 37421 23677

info@stoehr-ingenieure.de

Architekturfotografie

Madlen Krippendorf

Duckerstr. 79

10437 Berlin

Deutschland

mail@krippendorf.photo

Verwendete Produkte

SLV

Hochvoltlichtschienen

Eltako

Schalter drahtlos

Lethermo

Bodenheizungen

STEICO SE

Dämmplatten

Thoma

Massivholzelemente

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

532 m³

 

Bruttogrundfläche

154 m²

 

Nutzfläche

127 m²

 

Wohnfläche

127 m²

 

Grundstücksgröße

860 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Bauaufgabe bestand in der Entwicklung eines barrierefreien, eingeschossigen Wohnhauses für die Schwester der Bauherrin, das altersgerechtes Wohnen ermöglicht und zugleich langfristig flexibel nutzbar bleibt. Aufgrund der gesundheitlichen Situation war eine schnelle Realisierung erforderlich; gleichzeitig sollte das Gebäude einem konsequent ökologischen und kreislaufgerechten Anspruch entsprechen.
Entstanden ist ein reduziertes, klar gegliedertes eingeschossiges Massivholzhaus, das den Alltag der Bewohner unterstützt, großzügige Raumbezüge schafft und sich behutsam in den gewachsenen Kontext in zweiter Reihe zur Erfurter Straße einfügt.

Der Entwurf löst die funktionale Aufgabe über ein Raumkontinuum ohne klassisches Flursystem. Räume sind entlang von Achsen organisiert und durch unterschiedliche Raumhöhen gegliedert. Faltschiebeelemente ermöglichen die flexible Zonierunge zwischen Offenheit und Rückzug. Die erforderlichen Bewegungsflächen sind integraler Bestandteil der Raumstruktur.

Das Gebäude ist in monolithischer, leimfreier Massivholzbauweise (Holz100) zementfrei auf Schraubfundamenten errichtet. Dadurch werden Bodenversiegelung und graue Energie reduziert sowie ein vollständig rückbaubares Konstruktionssystem geschaffen. Die Auswahl der Baustoffe folgt dem Prinzip der Kreislaufgerechtigkeit:​ langlebig, sortenrein, schadstoffarm und rückbaubar. Damit verbindet das Projekt Wohnqualität mit einem bewusst sparsamen Ressourceneinsatz.

Ebenso wesentlich ist die enge Verzahnung von Haus und Freiraum sowie die Einbindung in das Bestandsensemble der Erfurter Straße 25/27 mit dreigeschossigen Mietwohnhäusern. Die umlaufende schwellenlose Terrasse, großzügige Öffnungen und die klare Anbindung an Garten, Hof und Bestand schaffen fließende Übergänge zwischen Innen und Außen.

Der Erhalt des Gravensteiner Apfelbaums verankert das Projekt biografisch und landschaftlich am Ort. Das Haus wird so nicht als isolierter Neubau verstanden, sondern als Teil eines weiterentwickelten Bestandsgefüges.

Der Außenraum wird als biodiverses System aus Blühwiese, Nutzgarten und Wasserbecken entwickelt. Ergänzende Infrastruktur wie Carport, Technik- und Abstellbereiche sowie die Regenwassernutzung ist funktional gebündelt und in das Gesamtkonzept integriert.

Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Luftwärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Das energetische Konzept basiert auf einem reduzierten Energiebedarf durch kompakte Bauform, hohe Speichermasse der Massivholzkonstruktion sowie passive bauphysikalische Eigenschaften wie Sonnenschutz durch Dachüberstände und eine diffusionsoffene Bauweise. Die Niedertemperatur-Fußbodenheizung ist in den materialreduzierten Bodenaufbau integriert und wird durch die thermische Speichermasse von Holz und Lehm unterstützt.

Beschreibung der Besonderheiten

Barrierefreiheit und Raumorganisation
Die Erschließung erfolgt über ein Raumkontinuum ohne klassische Flure. Räume sind entlang von Achsen organisiert und durch unterschiedliche Raumhöhen gegliedert. Schiebe- und Faltelemente ermöglichen eine flexible Zonierung zwischen offenen und geschlossenen Raumsequenzen. Barrierefreie Bewegungsflächen sind direkt in die Raumachsen integriert und nicht als separate Flächen organisiert. Ein kompakter Funktionskern bündelt Küche, Bad, WC und Technik.

Ökologische Konstruktion und Kreislaufprinzip
Die Gründung erfolgte zementfrei über Schraubfundamente. Dadurch wurde der Eingriff in den Boden minimiert und graue Energie deutlich reduziert. Das Gebäude ist als monolithische, leimfreie Massivholzkonstruktion (Holz100) ausgeführt. Die gesamte Konstruktion ist sortenrein, rückbaubar und folgt dem Prinzip der Kreislaufgerechtigkeit. Sie wirkt als langfristiger CO2-Speicher und reduziert die Emissionen sowohl in Herstellung als auch im Betrieb. Die Außenwände kommen ohne zusätzliche Dämmung aus, wodurch der konstruktive Aufbau stark vereinfacht und der Schichtaufbau reduziert wird.

Innen-Außen-Bezug und Freiraumstruktur
Die umlaufende, schwellenlose Terrasse verbindet den Innen- direkt mit dem Außenraum und ermöglicht eine durchgängige, barrierefreie Bewegung zwischen Haus, Carport und Garten. Hochbeete, Wasserbecken und Aufenthaltsbereiche sind funktional direkt an die Nutzungen im Haus gekoppelt und unterstützen kurze, intuitive Wege im Alltag. Der Außenraum ist als biodiverses System aus Blühwiese, Nutzgarten und Wasserbecken entwickelt. Der erhaltene Gravensteiner Apfelbaum bildet den räumlichen und atmosphärischen Mittelpunkt und strukturiert Orientierung, Aufenthalt und gemeinschaftliche Nutzung im Außenraum.

Einbindung in Bestand und Nachbarschaft
Der Außenraum wurde dabei nicht als private Restfläche des Neubaus, sondern als gemeinsam nutzbarer Landschaftsraum entwickelt. In enger Abstimmung mit der Eigentümerin der angrenzenden Gebäude Erfurter Straße 25/27 entstanden differenzierte, alltagstaugliche Nutzungsbereiche für Wohnen, Nachbarschaft und Infrastruktur. Hof, Stellplätze, Müllstandort, Gartenbereiche und Aufenthaltsräume werden funktional gebündelt und zugleich durch Vegetation räumlich gegliedert. Heckenstrukturen, Staudenflächen und offene Durchgänge ersetzen Zäune und schaffen eine durchlässige Freiraumstruktur mit fließenden Übergängen zwischen öffentlichem Raum, Gemeinschaft und privatem Garten.

Nachhaltigkeit

Verfolgt wurde ein vor allem konsistentes und auf Cradle-to-Cradle ausgerichtetes Materialkonzept mit betonfreier Gründung, monolithischer leimfreier Massivholzbauweise (Holz100, Cradle-to-Cradle Gold), reduzierter Materialvielfalt (Holz, Lehm, Stahl, Glas) und sortenreinen, rückbaubaren Bauteilen. Das Energiekonzept kombiniert niedrigen Energiebedarf durch kompakte Bauform, hohe Speichermasse und passive Strategien (Dachüberstände, diffusionsoffene Bauweise) mit einer effizienten Luftwärmepumpe, Photovoltaik und Niedertemperatur-Fußbodenheizung. Suffizienz wird durch einfache Bauweise, reduzierte Materialkomplexität und technisch reduziertes System realisiert.

Schlagworte

Massivholzhaus, Holz100, Schraubfundament, Barrierefrei, Holz, Kreislauffähig, Zementfrei, Flexibler Grundriss, Recycelbar, Leimfrei, reduzierte Maderialkomplexität, einfach Bauen, Sägerauh

Energetische Kennwerte

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

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