Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
„E25a Holzhaus Apolda“ - Neubau barrierefreies Massivholzhaus
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Frau *Dip.-Ing.(FH) Architektin Anja Beck
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Erurter Straße 25a, 99510 Apolda, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
12.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
532 m³
Bruttogrundfläche
154 m²
Nutzfläche
127 m²
Wohnfläche
127 m²
Grundstücksgröße
860 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Entstanden ist ein reduziertes, klar gegliedertes eingeschossiges Massivholzhaus, das den Alltag der Bewohner unterstützt, großzügige Raumbezüge schafft und sich behutsam in den gewachsenen Kontext in zweiter Reihe zur Erfurter Straße einfügt.
Der Entwurf löst die funktionale Aufgabe über ein Raumkontinuum ohne klassisches Flursystem. Räume sind entlang von Achsen organisiert und durch unterschiedliche Raumhöhen gegliedert. Faltschiebeelemente ermöglichen die flexible Zonierunge zwischen Offenheit und Rückzug. Die erforderlichen Bewegungsflächen sind integraler Bestandteil der Raumstruktur.
Das Gebäude ist in monolithischer, leimfreier Massivholzbauweise (Holz100) zementfrei auf Schraubfundamenten errichtet. Dadurch werden Bodenversiegelung und graue Energie reduziert sowie ein vollständig rückbaubares Konstruktionssystem geschaffen. Die Auswahl der Baustoffe folgt dem Prinzip der Kreislaufgerechtigkeit: langlebig, sortenrein, schadstoffarm und rückbaubar. Damit verbindet das Projekt Wohnqualität mit einem bewusst sparsamen Ressourceneinsatz.
Ebenso wesentlich ist die enge Verzahnung von Haus und Freiraum sowie die Einbindung in das Bestandsensemble der Erfurter Straße 25/27 mit dreigeschossigen Mietwohnhäusern. Die umlaufende schwellenlose Terrasse, großzügige Öffnungen und die klare Anbindung an Garten, Hof und Bestand schaffen fließende Übergänge zwischen Innen und Außen.
Der Erhalt des Gravensteiner Apfelbaums verankert das Projekt biografisch und landschaftlich am Ort. Das Haus wird so nicht als isolierter Neubau verstanden, sondern als Teil eines weiterentwickelten Bestandsgefüges.
Der Außenraum wird als biodiverses System aus Blühwiese, Nutzgarten und Wasserbecken entwickelt. Ergänzende Infrastruktur wie Carport, Technik- und Abstellbereiche sowie die Regenwassernutzung ist funktional gebündelt und in das Gesamtkonzept integriert.
Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Luftwärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Das energetische Konzept basiert auf einem reduzierten Energiebedarf durch kompakte Bauform, hohe Speichermasse der Massivholzkonstruktion sowie passive bauphysikalische Eigenschaften wie Sonnenschutz durch Dachüberstände und eine diffusionsoffene Bauweise. Die Niedertemperatur-Fußbodenheizung ist in den materialreduzierten Bodenaufbau integriert und wird durch die thermische Speichermasse von Holz und Lehm unterstützt.
Beschreibung der Besonderheiten
Die Erschließung erfolgt über ein Raumkontinuum ohne klassische Flure. Räume sind entlang von Achsen organisiert und durch unterschiedliche Raumhöhen gegliedert. Schiebe- und Faltelemente ermöglichen eine flexible Zonierung zwischen offenen und geschlossenen Raumsequenzen. Barrierefreie Bewegungsflächen sind direkt in die Raumachsen integriert und nicht als separate Flächen organisiert. Ein kompakter Funktionskern bündelt Küche, Bad, WC und Technik.
Ökologische Konstruktion und Kreislaufprinzip
Die Gründung erfolgte zementfrei über Schraubfundamente. Dadurch wurde der Eingriff in den Boden minimiert und graue Energie deutlich reduziert. Das Gebäude ist als monolithische, leimfreie Massivholzkonstruktion (Holz100) ausgeführt. Die gesamte Konstruktion ist sortenrein, rückbaubar und folgt dem Prinzip der Kreislaufgerechtigkeit. Sie wirkt als langfristiger CO2-Speicher und reduziert die Emissionen sowohl in Herstellung als auch im Betrieb. Die Außenwände kommen ohne zusätzliche Dämmung aus, wodurch der konstruktive Aufbau stark vereinfacht und der Schichtaufbau reduziert wird.
Innen-Außen-Bezug und Freiraumstruktur
Die umlaufende, schwellenlose Terrasse verbindet den Innen- direkt mit dem Außenraum und ermöglicht eine durchgängige, barrierefreie Bewegung zwischen Haus, Carport und Garten. Hochbeete, Wasserbecken und Aufenthaltsbereiche sind funktional direkt an die Nutzungen im Haus gekoppelt und unterstützen kurze, intuitive Wege im Alltag. Der Außenraum ist als biodiverses System aus Blühwiese, Nutzgarten und Wasserbecken entwickelt. Der erhaltene Gravensteiner Apfelbaum bildet den räumlichen und atmosphärischen Mittelpunkt und strukturiert Orientierung, Aufenthalt und gemeinschaftliche Nutzung im Außenraum.
Einbindung in Bestand und Nachbarschaft
Der Außenraum wurde dabei nicht als private Restfläche des Neubaus, sondern als gemeinsam nutzbarer Landschaftsraum entwickelt. In enger Abstimmung mit der Eigentümerin der angrenzenden Gebäude Erfurter Straße 25/27 entstanden differenzierte, alltagstaugliche Nutzungsbereiche für Wohnen, Nachbarschaft und Infrastruktur. Hof, Stellplätze, Müllstandort, Gartenbereiche und Aufenthaltsräume werden funktional gebündelt und zugleich durch Vegetation räumlich gegliedert. Heckenstrukturen, Staudenflächen und offene Durchgänge ersetzen Zäune und schaffen eine durchlässige Freiraumstruktur mit fließenden Übergängen zwischen öffentlichem Raum, Gemeinschaft und privatem Garten.
Nachhaltigkeit
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Objektdetails

