Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Bauhaus Universität Weimar, Architektur, Janina Zucht

Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Bad Langensalza: Eine Stadt - Drei Häuser - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Recherche: Steinbruch- Vorkommen in Thüringen - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Recherche: Steinbauten in Bad Langensalza - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Recherche: Steinbruch in Bad Langensalza - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Recherche: Produktion in Bad Langensalza - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Recherche Hürden und Hebel des Bauen mit Natursteins - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Schnittmodell Werkhalle 1:10 - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Schnittmodell Hostel 1:10 - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Schnittmodell Seebad 1:10 - Die Logik des Ortes - Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin

© Sophia Dinkel, Frieda Lübke, Janina Zucht

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Bauhaus Universität Weimar, Architektur, Janina Zucht

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

04.2026

Beschreibung

Objektbeschreibung

Konstruktives Erproben mit Thüringer Travertin
Eine Stadt / Drei Konstruktionsweisen / Drei Häuser

Ausgangspunkt ist die Frage, wie Naturstein wieder als tragendes Baumaterial eingesetzt werden kann und welche konstruktiven Strategien erforderlich sind, um unterschiedliche Steinqualitäten für heutige Anforderungen nutzbar zu machen.
Am Beispiel von Bad Langensalza wird die historische Verbindung von Materialgewinnung, Verarbeitung und gebauter Umwelt untersucht. Über Jahrhunderte entstand hier ein lokaler Materialkreislauf, der durch industrialisierte Produktions- und Lieferketten zunehmend verloren gegangen ist. Die Arbeit analysiert, wie dieser Zusammenhang neu interpretiert und räumlich wirksam gemacht werden kann.

Im Mittelpunkt stehen drei unterschiedliche Steinqualitäten des Thüringer Travertins:​ Rohblock, rückgebaute Fassadenplatte und Findling. Anhand von drei prototypischen Projekten wird untersucht, wie diese Materialien konstruktiv gefügt, ertüchtigt und weiterverwendet werden können. Dabei adressieren die Projekte unterschiedliche Phasen eines lokalen Materialkreislaufs.

Auf dem Produktionsgelände entsteht eine Werkhalle, die das konstruktive Potenzial von Rohblöcken untersucht. Da Zuschnitt und Weiterverarbeitung einen wesentlichen Anteil der grauen Emissionen des Materials verursachen, wird die Bearbeitung auf wenige konstruktiv notwendige Eingriffe reduziert. Die Travertinblöcke werden additiv zu einem massiven Tragwerk gefügt. Das bei der Herstellung planarer Auflagerflächen anfallende Restmaterial wird als Fassadenmaterial weiterverwendet.
In der historischen Altstadt wird die Wiederverwendung bereits bearbeiteter Travertinelemente erprobt. Auf dem Grundriss eines bestehenden Travertinsockels entsteht ein Hostel, dessen Tragstruktur aus rückgebauten Fassadenplatten entwickelt wird. Durch die Neuordnung und Fügung der Elemente werden ehemalige Bekleidungsplatten erneut konstruktiv wirksam. Der Entwurf zeigt, wie vorhandene Bauteile in einen neuen Nutzungskontext überführt und Teil einer dauerhaften Tragstruktur werden können.
Im innerstädtischen Steinbruch wird mit den vor Ort vorhandenen Travertinfindlingen gearbeitet. Mit der Reaktivierung historischer Wasserkreisläufe wird der ehemalige Abbauort schrittweise in ein öffentliches Seebad transformiert. Die Findlinge übernehmen dabei eine konstruktive und landschaftsräumliche Funktion:​ Sie sichern Böschungen, fassen Uferbereiche und tragen einen überdachten Steg, der das Seebad erschließt. Der ehemalige Ort der Rohstoffgewinnung wird so schrittweise in einen neuen ökologischen, räumlichen und sozialen Zusammenhang überführt.

Die drei Projekte verknüpfen die Maßstäbe von Gewinnung, Konstruktion und Transformation. Sie verstehen Naturstein nicht als fertiges Produkt, sondern als Teil eines fortlaufenden materiellen Prozesses. Ziel ist die Entwicklung einer architektonischen Praxis, die auf vorhandenen Ressourcen aufbaut, lokale Kreisläufe stärkt und eine zeitgemäße Form des Bauens mit Naturstein formuliert.

Beschreibung der Besonderheiten

Die Arbeit versteht Naturstein nicht als einheitliches Produkt, sondern als Material mit unterschiedlichen Zuständen, Bearbeitungsgraden und ortsspezifischen Eigenschaften. Rohblöcke, rückgebaute Fassadenplatten und Findlinge werden jeweils entsprechend ihrer vorhandenen Qualitäten eingesetzt und konstruktiv weiterentwickelt. Dadurch entstehen Entwurfsstrategien, die den Materialaufwand reduzieren, bestehende Ressourcen aktivieren und zusätzliche Bearbeitungsschritte vermeiden.

Ausgangspunkt der Arbeit ist Bad Langensalza, dessen städtebauliche Entwicklung eng mit dem Abbau und der Verwendung von Thüringer Travertin verbunden ist. Die Projekte reagieren auf die spezifischen räumlichen, materiellen und industriellen Bedingungen vor Ort und verstehen den Stein nicht als austauschbaren Baustoff. Jeder Steinbruch, jede Gesteinsformation und jede Form der Bearbeitung erfordern einen eigenen konstruktiven Umgang. Die entwickelten Strategien leiten sich daher unmittelbar aus den Eigenschaften des lokalen Materials sowie den vorhandenen Orten und Strukturen ab.

Die drei Projekte sind als zusammenhängendes System angelegt. Sie verknüpfen Gewinnung, Wiederverwendung und Transformation räumlich innerhalb einer Stadt und machen unterschiedliche Stationen eines lokalen Materialkreislaufs erfahrbar. Architektur wird dabei nicht als Endpunkt eines Produktionsprozesses verstanden, sondern als Teil eines langfristigen materiellen und räumlichen Wandels.

Auszeichnungen

Travertin

Natursteinbau

Materialkreislauf

Wiederverwendung

konstruktives Erproben

Steinbruch

Ressourcenschonung

ortsspezifisches Bauen

Baukultur

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