Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Bürgerbräu Therme
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Berlin, Paul Winter
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
02.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahl
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
16.526 m³
Bruttogrundfläche
1.028 m²
Nutzfläche
1.956 m²
Verkehrsfläche
1.028 m²
Grundstücksgröße
2.069 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Im Zentrum steht die Frage, wie Architektur die Entspannung unterstützen kann und dabei sowohl dem Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit als auch dem nach Gemeinschaft und Austausch gerecht wird. Aus dieser Idee entstehen zwei konträre, aber eng miteinander verbundene Raumwelten, die ihre räumliche Entsprechung in zwei eigenständigen Baukörpern finden. Horizontal versetzte Ebenen verweben beide Bereiche zu einer zusammenhängenden räumlichen Struktur. Das Wechselspiel aus unterschiedlichen Raumhöhen und Raumgrößen begleitet den Besucher durch die Therme, während die klare Ordnung des Bestands stets ablesbar bleibt.
Das ehemalige Sudhaus wird zum kommunikativen Herzstück der Therme. Die offene Stahlskelettstruktur, großzügige Blickbeziehungen und gemeinschaftlich nutzbare Wasserflächen schaffen einen lebendigen Ort der Begegnung. Im Gegensatz dazu steht die Silohalle. Die außergewöhnliche Höhe der ehemaligen Gärtanks, gedämpftes Licht und geschützte Rückzugsräume erzeugen hier eine ruhige, beinahe sakrale Atmosphäre. Zwischen beiden Bereichen vermittelt eine zentrale Treppe, die Besucher intuitiv durch das Gebäude führt und individuelle Wege durch die Therme ermöglicht. Die Nutzung orientiert sich an einem Entspannungskreislauf aus Aktivieren, Aufwärmen, Abkühlen und Entspannen. Dieser kann sowohl im kommunikativen als auch im kontemplativen Bereich durchlaufen werden und erlaubt jedem Gast, die für ihn passende Form der Erholung zu finden.
Konstruktiv setzt der Entwurf bewusst auf den Erhalt des Bestands. Das Sudhaus bleibt in seiner Tragstruktur erhalten, das bestehende Vollgeschoss wird weiterverwendet und das Gebäude durch neue Ebenen ergänzt. Die charakteristischen Gärtanks werden nicht zurückgebaut, sondern in das neue Raumkonzept integriert. Während ihre unteren Bereiche von einer neuen Gebäudehülle umschlossen werden, die Form und Materialität der Tanks aufgreift, bleiben die oberen Abschnitte auf der Dachterrasse sichtbar und prägen die Saunalandschaft.
So entsteht aus den vorhandenen Strukturen ein neuer Ort der Erholung, der die Geschichte und den Charakter des Geländes bewahrt, einen nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ermöglicht und die Gebäude einer langfristigen, gemeinsinnstiftenden Nutzung zuführt.
Beschreibung der Besonderheiten
Der Entwurf verfolgt dabei einen möglichst realistischen Ansatz. Vorhandene Tragstrukturen werden weitgehend erhalten und weitergenutzt. Das Sudhaus bleibt in seiner Struktur nahezu unverändert, während die bestehenden Gärtanks nicht zurückgebaut, sondern in die neue Nutzung integriert werden. Neue Bauteile ergänzen den Bestand dort, wo sie funktional notwendig sind und machen die Eingriffe nachvollziehbar. Dadurch bleibt die industrielle Geschichte des Ortes auch nach der Umnutzung ablesbar.
Besonders die Nutzung der ehemaligen Gärtanks eröffnet räumliche Qualitäten, die in einem Neubau nur schwer reproduzierbar wären. Die charakteristischen Silos prägen nicht nur das Erscheinungsbild des Gebäudes, sondern werden selbst zu Aufenthalts-, Sauna- und Grottenräumen. So entsteht aus einem stillgelegten Industriegebäude ein Ort der Erholung, ohne die Identität des Bestands aufzugeben.
Nachhaltigkeit
Auch die Organisation des Gebäudes folgt diesem Gedanken. Die für Thermen ungewöhnliche vertikale Bauwerksorganisation ermöglicht eine kompakte Gebäudeform mit einem günstigen Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen. Dadurch können Wärmeverluste reduziert und die energetischen Anforderungen des Gebäudes deutlich gesenkt werden. Ebenso wurde der Innenraum präzise thermisch zoniert, sodass Bereiche mit ähnlichen Temperaturanforderungen zusammengefasst werden. In Verbindung mit zeitgemäßen Dämmstandards und der Nutzung interner Wärmequellen lässt sich der Energiebedarf weiter reduzieren.
Zu guter Letzt wird die auf den Dachflächen verfügbare Solarenergie konsequent genutzt. Großflächig installierte PVT-Module erzeugen gleichzeitig elektrische und thermische Energie und bilden das Herzstück der Energieversorgung. In Verbindung mit geeigneten Speichertechnologien und einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe, die die Energie der Müggelspree nutzt, kann der Betrieb der Therme rechnerisch vollständig gedeckt werden.
Es entsteht ein energieeffizientes Gebäude ohne Verzicht und räumliche Einschränkungen. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bestand, die kompakte Bauform und die intelligente Nutzung erneuerbarer Energien bilden die Grundlage für eine nachhaltige, wirtschaftliche und langfristig zukunftsfähige Architektur.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Solarthermie
Sekundärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
38.000,00 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
511.858,00 kWh/(m²a)
Stromverbrauchswert
51.626,00 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
72 %
Warmwasser
18 %
Beleuchtung
1 %
Lüftung
9 %
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