Architekturobjekt 1 von 7.090

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Akupunktur Binzmühle

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität München, Auslandsstudium ETH, Studio A. Caruso, Forian Meissner

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Bad - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Congierge - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Garten - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Garten - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Garten - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Modelle - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Modelle - Akupunktur Binzmühle

© gross meissner tolleson

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität München, Auslandsstudium ETH, Studio A. Caruso, Forian Meissner

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

8550 Zürich, Schweiz

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

12.2025

Gebäudedaten

Bauweise

Sonstige

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Binzmühle steht nicht trotz, sondern wegen ihrer vielen Umbauten noch; ein Gebäude, das aus Schichten besteht, nicht aus einem Idealzustand. Genau hier setzt der Entwurf an:​ Statt das Haus zu vervollständigen oder zu glätten, verschiebt er Kontexte. Bestehende Elemente werden nicht entfernt, sondern umgedeutet; einfach, reversibel, mit minimalem Eingriff.

Als Architekten können wir die spezifischen Rituale, die Menschen in einem Raum vollziehen werden, weder vorhersagen noch vorschreiben, insbesondere nicht in einem dynamischen Mehrzweckgebäude wie der Binzmühle. Wir spielen jedoch eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Umgebungen, die das Potenzial haben, rituelle Praktiken zu unterstützen und zu inspirieren. Unser Ziel ist es, sinnvolle, anpassungsfähige Räume zu entwerfen, die zur gemeinschaftlichen Nutzung und zur Entwicklung von Ritualen einladen, selbst ohne zu wissen, welche Rituale sich konkret herausbilden werden. Dieses Projekt geht von der Erkenntnis aus, dass Rituale heute nicht mehr religiös oder monumental sind. Sie sind kleine, sich entwickelnde, oft improvisierte Formen des Zusammenkommens:​ gemeinsam Kaffee trinken, sich gemeinsam waschen oder jede Woche im selben sonnigen Plätzchen sitzen.

Rituelle, wiederholbare und kollektive Praktiken sind nicht bloß ein kulturelles Ornament. Sie geben Halt, schaffen Gemeinschaft, lenken die Aufmerksamkeit, fördern die Zusammenarbeit und können sogar technische und organisatorische Innovationen vorantreiben. Die gezielte Wiedereinführung kleiner, klar definierter ritueller Räume in der Binzmühle bietet die Möglichkeit, weiterreichende Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, indem gemeinsame Routinen, Bedeutungen und Tagesrhythmen in einem fragmentierten, neoliberalen Arbeitsumfeld und in einem Gebäude ohne ausgeprägten Gemeinschaftsgeist neu verankert werden. In einer Zeit, die stark von Individualismus und sozialer Zersplitterung geprägt ist, wirken solche rituellen Gemeinschaftsräume der Entfremdung entgegen und stärken gemeinschaftliches Leben sowie kollektive Identität. Diese Eingriffe sind nicht nostalgisch, sondern ausdrücklich zeitgenössisch, da sie das Potenzial von Ritualen nutzen, um der für die postindustrielle Gesellschaft typischen Fragmentierung aktiv zu begegnen.

Drei vorgeschlagenen Interventionen:​
1. Ein Bad im Betonpflanztopf als ein Ort für langsame, verkörperte Rituale (Waschen, Abkühlen, informelle Gespräche). Das Baden ist ein universelles Ritual, das in allen Kulturen körperliche Communitas schafft, die Zeit verlangsamt und wiederholte soziale Begegnungen ermöglicht – all die soziologischen Funktionen, die wir brauchen.
2. Ein Concierge oder Café am Eingang dient als ein niedrigschwelliger, alltäglicher Ritualort (Kaffee, Nachrichtenaustausch, kurze Zeremonien wie Geburtstagskuchen oder informelle Treffen). Der Concierge ist ein Instrument, um vorhersehbare Gelegenheiten für Begegnungen zu schaffen.
3. Die begrünte Dachterrasse als Dachgarten für saisonale Zusammenkünfte, Feste, öffentliche Lesungen oder Aperos.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Der einzige Grund, das die Binzmühle noch steht, ist der umstand, dass sie über die Jahre stark umgebaut wurde. Der Entwurf ist keine Suche nach einem Idealzustand und nichts wird überfordert, stattdessen, werden Kontexte verschoben und einfache reversibel einbauten vorgenommen. Das Konzept beruht darauf, ausschließlich mit industriellen Materialen besondere Räume zu schaffen, um die Gemeinschaft der Nutzer zu stärken und das vielfältige nebeneinander zu fördern. Diese Materialen wurden in einem Katalog zusammengefasst.
So verbleibt der Deckenausschnitt bei den Duschen auf dem Boden als Stufe, der alte Pflanztrog wird künftig zur Badewanne, das alte Fenster am Concierge wird einfach an die Front montiert, Reuse Belche werden gehämmert und finden mit dieser Homogenisierung neue Nutzung und auf dem Dach kommen alte Rohre und Lüftungselemente zum Einsatz.
 

Nachhaltigkeit

Der Entwurf ist keine Suche nach einem Idealzustand und nichts wird überfordert, stattdessen, werden Kontexte verschoben und einfache reversibel einbauten vorgenommen. Das Konzept beruht darauf, ausschließlich mit industriellen Materialen besondere Räume zu schaffen, um die Gemeinschaft der Nutzer zu stärken und das vielfältige nebeneinander zu fördern. Diese Materialen wurden in einem Katalog zusammengefasst, es stammt aus Lagern, dem Baumarkt, ist Reuse oder Übriggebliebenes.
So verbleibt der Deckenausschnitt bei den Duschen auf dem Boden als Stufe, der alte Pflanztrog wird künftig zur Badewanne, das alte Fenster am Concierge wird einfach an die Front montiert, Reuse Belche werden gehämmert und finden mit dieser Homogenisierung neue Nutzung und auf dem Dach kommen alte Rohre und Lüftungselemente zum Einsatz.
Bestehendes wird bewusst genutzt und wo möglich, aktiv nachgedämmt. Dies besonders bei der grossen Fläche des Daches um Energieverluste zu minimieren.
 

Schlagworte

Rituale, Reuse, einfachbauen, Industrielle Materialien

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