3 Mehrfamilienhäuser Erna Berger Straße 10
01099 Dresden, Erna-Berger-Straße 10
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Meyer Binning Ruhland Architekten (PartG mbB)
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Erna-Berger-Straße 10, 01099 Dresden, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
04.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Kalksandstein
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Wohnfläche
2.901 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Unser Büro verantwortete die Planung und Umsetzung des Projekts über einen großen Teil der Wertschöpfungskette hinweg. Neben der architektonischen Planung in den Leistungsphasen 1 bis 8 nach HOAI übernahmen wir auch die Tragwerksplanung, die Tiefbauplanung sowie die Wärmeschutz- und Brandschutzplanung. Die Planung der haustechnischen Anlagen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Fachplanern, insbesondere vor dem Hintergrund individueller Lösungen und hoher Anforderungen der Bauherrschaft an Komfort und Ausstattung. Die Kosten- und Terminsteuerung wurde in enger Abstimmung mit dem Bauherrn durchgeführt.
Ergänzend wurden die Außenanlagen gemeinsam mit einer Landschaftsarchitektin geplant und bis zur Fertigstellung überwacht. Durch diesen integralen Planungsansatz konnten Schnittstellen reduziert, Planungsprozesse effizient gestaltet und die Umsetzung auf der Baustelle zielgerichtet gesteuert werden. Das Projekt konnte innerhalb einer Bauzeit von rund zwei Jahren erfolgreich realisiert und vollständig abgeschlossen werden.
Die Dresdner Neustadt ist geprägt von einer dichten gründerzeitlichen Bebauung mit differenzierten Fassadenstrukturen und einer hohen städtebaulichen Qualität. Ziel der Planung war es daher, das neue Ensemble sensibel in den gewachsenen Kontext einzufügen und gleichzeitig eine zeitgemäße architektonische Sprache zu entwickeln.
Die Fassaden der vier Regelgeschosse wurden als verputzte Wärmedämmverbundfassaden ausgebildet, während die zurückgesetzten Staffelgeschosse eine Vorhangfassade aus Holz erhalten. Holz bildet darüber hinaus ein wiederkehrendes Gestaltungselement im gesamten Projekt – unter anderem in der Verkleidung der Dachgeschosse, in Teilbereichen der Balkonbekleidungen sowie in Elementen der Außenanlagen. Diese Materialität trägt wesentlich zur gestalterischen Identität des Ensembles bei.
Gestalterisch greifen die Fassaden typische Elemente der umgebenden Gründerzeitbebauung auf und interpretieren sie zeitgemäß neu. Dazu zählen insbesondere horizontale Gliederungen durch Gesimse sowie Fassadenbereiche mit Bossierung. Auf diese Weise entsteht eine Architektur, die sich selbstverständlich in das historische Umfeld einfügt, ohne historisierend zu wirken.
Individuelle Grundrisskonzepte als planerische Herausforderung
Ein zentrales Merkmal des Projekts ist die hohe Individualisierung der Wohnungen. Ursprünglich wurden überwiegend Vier-Raum-Wohnungen geplant. Im Verlauf der Vermarktung erfolgten jedoch zahlreiche Anpassungen entsprechend der Käuferwünsche.
Teilweise wurden Wohnungstrennwände verschoben oder neu organisiert, sodass beispielsweise aus zwei Vier-Raum-Wohnungen eine Drei- und eine Fünf-Raum-Wohnung entstand. Darüber hinaus wurden innerhalb der Wohnungen individuelle Anpassungen vorgenommen, wodurch sich letztlich jede Wohneinheit in ihrer räumlichen Organisation unterscheidet. Im Ergebnis entstanden Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern.
Um diese Flexibilität zu ermöglichen, wurde bereits in der frühen Entwurfsphase ein Fassadenraster entwickelt, das Anpassungen der Grundrisse zulässt, ohne die architektonische Gesamtwirkung zu beeinträchtigen. Dieses Prinzip erwies sich als wesentlicher Faktor für eine wirtschaftliche Umsetzung trotz hoher Individualisierung.
Die Individualität des Wohnangebots zeigt sich auch in der Ausstattung. Der Bauherr bietet vier unterschiedliche Ausstattungslinien an, aus denen die Erwerber wählen können. Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere individuelle Käuferwünsche integriert. Für Planung und Bauausführung bedeutete dies eine hohe Detailtiefe sowie eine präzise Abstimmung zwischen den beteiligten Gewerken.
Komplexe Baustellenlogistik im innerstädtischen Umfeld
Die Umsetzung des Projekts stellte aufgrund der innerstädtischen Lage besondere Anforderungen an Planung und Bauorganisation. Das Grundstück befindet sich in einer dichten Bebauungsstruktur mit begrenzten Lager- und Bewegungsflächen für Baustellenlogistik.
Bereits vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten waren umfangreiche Maßnahmen zur Umverlegung vorhandener Medienleitungen erforderlich. Während der Bauphase mussten Anlieferung, Lagerung und Einbau der Materialien präzise koordiniert werden, um einen reibungslosen Bauablauf sicherzustellen.
Insgesamt waren rund 35 Gewerke an der Realisierung beteiligt. Gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen individuellen Käuferwünsche kam der gewerkeweisen Koordination eine besondere Bedeutung zu. Eine intensive Objektüberwachung und die kontinuierliche Abstimmung zwischen Planung, Bauherrschaft und ausführenden Unternehmen ermöglichten eine effiziente Steuerung der Bauprozesse.
Technische Ausstattung und nachhaltige Komponenten
Auch aus technischer Sicht weist das Projekt eine hohe Komplexität auf. Die Gebäude wurden mit einer Tiefgarage in wasserundurchlässiger Bauweise („Weiße Wanne“) errichtet. Die Dachflächen wurden als extensive Gründächer ausgebildet und zusätzlich mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.
Ergänzt wird das technische Konzept durch ein umfassendes Blitzschutzsystem sowie eine hochwertige zentrale Schließanlage. In einzelnen Wohnungen wurden auf Wunsch der Erwerber zusätzliche Ausstattungen wie Deckentemperierung oder Lüftungsanlagen integriert. Die Umsetzung dieser individuellen technischen Anforderungen erforderte eine besonders sorgfältige Planung sowie eine enge Abstimmung zwischen Architektur, Haustechnikplanung und ausführenden Gewerken.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie anspruchsvoller Wohnungsbau im innerstädtischen Kontext erfolgreich umgesetzt werden kann. Entscheidende Faktoren waren eine integrale Planung, eine hohe Detailtiefe in der Ausarbeitung sowie eine intensive Objektüberwachung während der Bauphase.
Unser Büro verfügt über langjährige Erfahrung im innerstädtischen Wohnungsbau und ist es gewohnt, komplexe Rahmenbedingungen frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Durch die enge Verzahnung von Architektur, Tragwerksplanung, Bauphysik und Brandschutz konnten wirtschaftliche Lösungen entwickelt und die Umsetzung effizient gesteuert werden.
Das fertiggestellte Wohnensemble in der Dresdner Neustadt steht damit beispielhaft für die erfolgreiche Verbindung von architektonischem Anspruch, wirtschaftlicher Planung und präziser Bauabwicklung.
Schlagworte
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
29
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