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Das über Jahrhunderte gewachsene Ensemble im Katharinenkloster von Stralsund wurde zu einem zeitgemäßen Museumsbau transformiert.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Das über Jahrhunderte gewachsene Ensemble im Katharinenkloster von Stralsund wurde zu einem zeitgemäßen Museumsbau transformiert. © Brigida Gonzalez
Mit der Sanierung und Erweiterung des MEERESMUSEUM wurde das über Jahrhunderte gewachsene Ensemble im Katharinenkloster zu einem zeitgemäßen Museumsbau transformiert – im sensiblen Kontext des UNESCO-Welterbes. Für den differenzierten Umgang mit der historischen Substanz wurde Reichel Schlaier Architekten (Stuttgart) mit dem Bernhard Remmers Award 2026 in der Kategorie „Baudenkmalpflege“ ausgezeichnet.

Die verglaste Brücke führt vom obersten Ausstellungsgeschoss im Altbau hinüber zum Großaquarium.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Die verglaste Brücke führt vom obersten Ausstellungsgeschoss im Altbau hinüber zum Großaquarium. © Brigida Gonzalez
Komplexer Bestand in neuer Ordnung
Das Deutsche Meeresmuseum zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Norddeutschlands. Als eines der meistbesuchten Museen der Region vermittelt es die Vielfalt mariner Lebensräume – von wissenschaftlich kuratierten Ausstellungen bis zu großformatigen Aquarienanlagen.
Der älteste Museumsstandort MEERESMUSEUM ist seit Jahrzehnten im historischen Katharinenkloster von Stralsund verortet. Die Anlage wurde über Jahrhunderte hinweg erweitert, überformt und unterschiedlich genutzt – entsprechend vielschichtig, aber auch funktional und räumlich zunehmend unübersichtlich zeigte sich der Bestand.
Die enge Verzahnung von Ausstellung und Aquarienbetrieb stellte dabei besondere Anforderungen an die räumliche Organisation und technische Infrastruktur. Ziel der Planung war es daher, den Komplex neu zu strukturieren und zugleich für einen zeitgemäßen Museumsbetrieb zu ertüchtigen. Historische Raumfolgen wurden freigelegt, Wegebeziehungen geklärt und die verschiedenen Bauphasen wieder nachvollziehbar gemacht.
Der Entwurf entwickelt die Gebäude aus dem Bestand heraus. „Aus unserer Sicht lag der Ansatz weniger in einer starken Setzung als vielmehr in einer Haltung gegenüber dem Bestand“, so Architekt Prof. Dipl.-Ing. Peter Schlaier. Entscheidend war die Bewertung der vorhandenen Substanz. Statt pauschaler Eingriffe wurde jedes Bauteil einzeln beurteilt und daraus eine abgestufte Strategie abgeleitet. „Eine wesentliche Frage war, an welchen Stellen Rückbau sinnvoll ist und wo Erhalt Vorrang haben sollte.“

Ablesbare Schichtung: Neue Bauteile ergänzen den Bestand als eigenständige Ebene und verbinden historische Substanz und zeitgenössische Eingriffe zu einem klar strukturierten Ensemble.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Ablesbare Schichtung: Neue Bauteile ergänzen den Bestand als eigenständige Ebene und verbinden historische Substanz und zeitgenössische Eingriffe zu einem klar strukturierten Ensemble. © Brigida Gonzalez
Eingriffe minimieren, Funktionalität sichern
In der Umsetzung wurde diese Strategie konsequent fortgeführt. Rückbauten legten verdeckte Strukturen frei, während tragfähige Bauteile erhalten und weitergenutzt wurden. Ergänzungen blieben als eigenständige Schicht ablesbar. Die größten Eingriffe ergaben sich aus den Anforderungen der Aquarientechnik.
„Gerade im Zusammenhang mit den technischen Anforderungen der Aquarien waren bauliche Änderungen unvermeidbar“, so Prof. Elke Reichel. Ziel war es hier, diese auf das notwendige Maß zu begrenzen. „Wir haben versucht, vorhandene Strukturen soweit möglich weiter zu nutzen – auch vor dem Hintergrund, Ressourcen zu schonen.“ Parallel wurden Besucherführung und Barrierefreiheit verbessert. Dieser Ansatz setzte sich auch in der Ausführung fort – von der Wiederverwendung vorhandener Materialien bis zur reduzierten Technik.

Integration der Aquarientechnik in den historischen Bestand: Neue Becken und technische Einbauten wurden in die vorhandene Struktur eingebunden.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Integration der Aquarientechnik in den historischen Bestand: Neue Becken und technische Einbauten wurden in die vorhandene Struktur eingebunden. © Brigida Gonzalez

Innenraum des Schildkrötengebäudes: Im Untergeschoss des Gebäudes erfolgte die Abdichtung der Betonbecken mit der Bauwerksabdichtung MB 2K in Kombination mit dem Dichtband VF Tape.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Innenraum des Schildkrötengebäudes: Im Untergeschoss des Gebäudes erfolgte die Abdichtung der Betonbecken mit der Bauwerksabdichtung MB 2K in Kombination mit dem Dichtband VF Tape. © Deutsches Meeresmuseum/Anke Neumeister
Fachgerechte Bauwerksabdichtung und Oberflächenschutz
Insbesondere die baulichen Eingriffe im Bereich der Aquarien stellten auch erhöhte Anforderungen an Feuchteschutz. Vor diesem Hintergrund kamen abgestimmte Systemlösungen von Remmers zum Einsatz.
Im Schildkrötengebäude dichtet die Bauwerksabdichtung MB 2K in Kombination mit dem Dichtband VF Tape den Übergang zwischen Bestandsböden und neuen Betonbecken gegen aufsteigende Feuchte ab, während die Außenabdichtung der erdberühren Bauteile sowohl bei den Bestands- als auch bei den Neubauten mit der Bitumendickbeschichtung BIT 2K [basic] ausgeführt wurde.
Beim Holzschutz setzten die Verantwortlichen auf die Versiegelung HWS-112, die in den stark beanspruchten Innenbereichen Handläufe, Treppenstufen und Brüstungen schützt und die natürliche Haptik des Holzes bewahrt.
Das sagt die Jury des Bernhard Remmers Award:
„Eine zeitgenössische Architektur, die die Seele des Bestands respektiert – und zugleich durch ihren sensiblen Umgang mit dem Kontext sowie den Mut zur Weiterentwicklung überzeugt. Eine Arbeit von hoher Sorgfalt und spürbarem Engagement.“
„Unser Ansatz basiert auf der Prämisse, nur dort einzugreifen, wo es funktional notwendig ist – und möglichst viel vom Bestand zu erhalten und weiterzuverwenden.“
Prof. Elke Reichel, Reichel Schlaier Architekten GmbH
Projekttafel | |
Bauherr: | Stiftung Deutsches Meeresmuseum, Stralsund |
Architektur/Entwurf(LP 1-5): | Reichel Schlaier Architekten GmbH, Stuttgart |
Ausschreibung/Bauleitung (LP 6-8): | mo Architekten Ingenieure, Hamburg |
Bauwerksabdichtung: | Saket Bauwerkserhaltung GmbH, Schönenwalde |
Fertigstellung: | 2025 |
Eingesetzte Remmers Produkte: |
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Robuste Details im Innenraum: Handläufe und weitere stark beanspruchte Holzbauteile wurden mit der Versiegelung HWS-112 geschützt.
"Meeresmuseum Stralsund: sensibel saniert, präzise erweitert" von Remmers Gruppe SE
Robuste Details im Innenraum: Handläufe und weitere stark beanspruchte Holzbauteile wurden mit der Versiegelung HWS-112 geschützt. © Deutsches Meeresmuseum/Anke Neumeister
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