EHRET GmbH
Fensterläden aus Aluminium
Bahnhofstr. 14-18
77972 Mahlberg
Deutschland
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Die Transformation des Museums- und Archivbaus ist längst im Gange: Zwischen konservatorischen Anforderungen, steigenden Energiepreisen und ambitionierten Klimazielen geraten klassische Klimatisierungskonzepte zunehmend unter Druck. Mit dem Zentraldepot für die Museen und Archive der Stadt und Diözese Regensburg wird ein paradigmatischer Gegenentwurf realisiert – ein Gebäude, das konsequent auf klimatische Stabilität durch passive Strategien setzt.
Im Zentrum steht das Prinzip des sogenannten „Universalklimas“. Anstelle starrer Sollwerte definiert dieses Modell einen zulässigen Korridor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit, in dem kontrollierte saisonale Schwankungen möglich sind. Diese Strategie reduziert den Bedarf an aktiver Klimatisierung erheblich und gewährleistet dennoch eine dauerhaft sichere Lagerung empfindlicher Bestände.
Architektonisch manifestiert sich dieser Ansatz in einer integralen Gebäudehülle.
Die vom Architekturbüro Georg Zunner entwickelte Fassade aus gekantetem und gefaltetem Aluminiumlochblech bildet eine homogene, monolithische Struktur mit industrieller Präzision und zugleich hohem gestalterischem Anspruch. Mit einer Länge von 185 Metern und einer Höhe von über 12 Metern umschließt sie die Baukörper als durchgängige, plastisch strukturierte Haut, die als erste regulatorische Ebene für solare Einträge fungiert.
Eine zentrale Rolle innerhalb dieses Systems übernehmen die 268 elektrisch betriebenen Faltschiebeläden von EHRET. Sie sind nicht als additive Verschattungselemente konzipiert, sondern als integraler Bestandteil der Fassaden- und Klimastrategie. Die großformatigen Elemente – mit Abmessungen von bis zu 4.250 × 4.500 mm – reagieren über die Gebäudeautomation dynamisch auf äußere Einflüsse und ermöglichen eine präzise Steuerung der solaren Lasten.
Durch ihre außenliegende Position reduzieren sie effektiv den Wärmeeintrag, schützen die eingelagerten Objekte vor UV-Strahlung und entlasten die aktive Gebäudetechnik deutlich. Gleichzeitig erlauben sie eine differenzierte Anpassung an Nutzung und Himmelsrichtung – ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung des Innenraumklimas.
Die Integration dieser beweglichen Elemente in die vorgehängte Lochblechfassade stellte hohe konstruktive Anforderungen.
Individuell entwickelte Befestigungs- und Führungslösungen gewährleisten sowohl die statische Sicherheit als auch die visuelle Kontinuität der Gebäudehülle. Die technische Komplexität bleibt dabei vollständig in die architektonische Erscheinung eingebettet.
Über ihre funktionale Dimension hinaus wird die Fassade selbst zum Träger eines künstlerischen Konzepts. Durch rund 680.000 präzise gesetzte Aluminiumblindnieten entsteht eine großmaßstäbliche lineare Zeichnung, die sich über die gesamte Gebäudehülle erstreckt – einschließlich der Faltschiebeläden. Das Motiv zweier Hände, die den Bau umfangen, reflektiert symbolisch die Aufgabe des Gebäudes als Ort des Bewahrens.
Ergänzt wird das Klimakonzept durch ein systemisch abgestimmtes Energiedesign: Luft-Wasser-Wärmepumpen, Photovoltaik und die Aktivierung der massiven Stahlbetonstruktur als thermischer Speicher greifen ineinander und ermöglichen einen energieeffizienten Betrieb mit minimalem Einsatz klassischer Klimaanlagen.
Das Zentraldepot Regensburg zeigt exemplarisch, welches Potenzial in der ganzheitlichen Betrachtung von Architektur, Fassade und Gebäudetechnik liegt. Die Gebäudehülle wird vom statischen Abschluss zum aktiven Bestandteil des energetischen Systems – und definiert gleichzeitig die architektonische Identität.
Für die Planungspraxis bedeutet dies einen klaren Impuls: Adaptive Fassadenelemente wie Faltschiebeläden sind nicht länger Zusatzoption, sondern integraler Baustein nachhaltiger Entwurfsstrategien im Kulturbau.
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