Wohnhochhaus Praedium, Frankfurt am Main
60486 Frankfurt a.M., Europa Allee 101-103
Ein Referenzprojekt von EHRET
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Europa Allee 101-103, 60486 Frankfurt a.M., Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
01.2017
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das unmittelbar am Europagarten errichtete Wohnhochhaus Praedium setzt genau hier ein Zeichen: EHRET Schiebeläden sind ein aktives architektonisches Element für klimaresilientes Premiumwohnen. Die in die Fassade integrierten Sonnenschutzanlagen schaffen großzügige Sichtbeziehungen zum Europagarten und schützen die Räume gleichzeitig zuverlässig vor Überhitzung. Allgemeine Erkenntnisse aus Simulationsrechnungen auf Basis von Klimaprojektionen bis 2045, wie sie Schlitzberger und Maas im Bauphysik-Kalender 2025 vorlegen, unterstreichen den Handlungsbedarf: Gebäude werden in Zukunft deutlich stärker aufheizen. Wirksamer Sonnenschutz muss weit über die heute geltenden Mindestanforderungen hinausgehen.
Premiumwohnen mit Ausblick
Auf dem Areal des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs im Stadtteil Gallus entstand mit dem Europaviertel eines der letzten großflächigen Entwicklungsgebiete der Mainmetropole. Rund 20 Jahre nach Baubeginn sind die Baufelder heute weitgehend geschlossen. An der Europa Allee 101–103, genau dort, wo Straße und Stadtbahn in den Tunnel unter dem Europagarten geführt werden, realisierte die Nassauische Heimstätte bis 2017 das Wohnhochhaus Praedium nach einem Entwurf von Dietz Joppien Architekten. Generalunternehmer war Hochtief.
Das Ensemble gliedert sich in zwei Baukörper: Der niedrigere Teil mit sieben Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss nimmt die Traufhöhe der Flankenbebauung auf, der 19-geschossige Hochhausturm erreicht 66 Meter und bietet den unverstellten Ausblick auf die Frankfurter Skyline sowie den nahegelegenen Taunus.
Zur Sonne hin staffelt sich die Südseite in Rücksprünge sowie versetzt angeordnete Balkone und Loggien, um gegenseitige Beschattung zu vermeiden und den Tageslichteintrag in die Wohnräume zu maximieren. Entlang der Nordfassade, die exakt der Straßenflucht folgt, öffnet das raumhoch verglaste Erdgeschoss Läden und Gastronomie zur Europaallee. An den Gebäudeecken kragen die Geschosse teilweise
weit aus und verleihen dem Gebäude eine plastische, fast skulpturale Wirkung.
Individuelle Sonnenschutzlösung für eine variantenreiche Fassade
Die 242 Eigentumswohnungen wurden in 52 unterschiedlichen Grundrissvarianten mit Wohnungsgrößen von 31 m² bis 363 m² geplant. Entsprechend gleicht kaum eine Fassadenachse der anderen: Fensterformate und Balkonabmessungen variieren von Wohnung zu Wohnung und bestimmen damit auch Anordnung und Anzahl der Sonnenschutzelemente.
159 Schiebeläden mit feststehenden Lamellen der Modellvariante SunMax 37 in elegantem Weißaluminium (RAL 9006) bilden einen ruhigen Kontrast zu den topasfarbenen und weißen Fassadentafeln. So erscheint die Sonnenschutzanlage nicht als technisches Zusatzelement, sondern als integraler Bestandteil der Fassadengestaltung. Besondere konstruktive Sorgfalt erforderten die auskragenden Gebäudeecken: Die Schienen wurden dort mit speziell entwickelten Stahlkonsolen und dreieckigen Aussteifungsplatten verankert, um Windlasten und Betriebskräfte zuverlässig in die Tragstruktur abzuleiten und eine präzise Führung der Sonnenschutzanlage über die gesamte Gebäudehöhe zu gewährleisten. „Das Projekt steht beispielhaft für die Kompetenz von EHRET bei individuellen Fassadenlösungen
im Hochhausbereich. Auf Wunsch liefert EHRET Schiebeläden mit vollautomatischer Steuerung und integriert sie in übergeordnete Gebäudemanagementsysteme, für maximalen Raumkomfort und zuverlässigen Hitzeschutz“, so Verkaufsleiter Klaus Wipfler.
Sonnenschutz als bauliche Antwort auf den Klimawandel
Frankfurt liegt bereits heute in der Sommerklimaregion C, gemäß DIN 4108-2 ist das die wärmste deutsche Klimaregion. Die Studienergebnisse von Schlitzberger und Maas (Bauphysik-Kalender 2025) zeigen, dass unter den Klimaprojektionen für 2031 bis 2060 Hitzeperioden häufiger und länger werden und die maximalen Innentemperaturen um 1 bis 2 Kelvin steigen. Als Maßstab nutzen die Autoren
Übertemperaturgradstunden, eine Kennzahl, die Dauer und Intensität der Raumüberhitzung zusammenfasst. Ihre Simulationen belegen, dass ein Referenzraum ohne Sonnenschutz den derzeit gültigen Anforderungswert der Norm von 1.200 Kh/a unter Zukunftsklima um mehr als das Doppelte (2.549 Kh/a) überschreitet. Außenliegender Sonnenschutz, der mindestens 70 Prozent der Sonneneinstrahlung
abhält, hält den Anforderungswert laut Studie auch künftig ein und halbiert den Kühlenergiebedarf; von 88,0 auf 42,9 kWh/(m²a), bei automatischer Steuerung sogar auf 32,2 kWh/(m²a). Das Fazit der Autoren ist eindeutig: Mit der richtigen Kombination aus Sonnenschutz und Nachtlüftung lässt sich selbst unter künftigen Klimabedingungen thermischer Komfort ohne anlagentechnische Kühlung gewährleisten.
Das Umweltbundesamt konkretisiert: Um effektiv vor Überhitzung zu schützen, sollte der Abminderungsfaktor bei höchstens 0,1 bis 0,2 liegen. Er beschreibt, wie stark eine Sonnenschutzeinrichtung die durch ein Fenster eintretende Sonnenergie reduziert. Außenliegender Sonnenschutz wie Jalousien, Rollläden oder Fensterläden erreicht diese Werte ohne Weiteres, innenliegende Rollos hingegen blocken
lediglich 5 bis 45 Prozent der Sonnenstrahlung. Das Praedium richtet sich an anspruchsvolle Nutzerinnen und Nutzer, die in jedem Detail höchste Qualität erwarten. „EHRET Aluminium-
Schiebeläden erfüllen diesen Anspruch auf mehreren Ebenen“, erklärt Marketingleiter Philippe Gertz. Die fein strukturierte, hochwertige Pulverbeschichtung erlaubt eine präzise Farbangleichung an die Fassade und ist ebenso witterungsbeständig wie das Material selbst.
Durch das geringe Eigengewicht lassen sich auch großformatige Elemente leicht und ruhig führen; zugleich sorgt die hohe Korrosionsbeständigkeit für jahrzehntelange Funktion ohne nennenswerten Wartungsaufwand. Am Ende des Lebenszyklus ist Aluminium nahezu vollständig recycelbar. „Objekte wie das Praedium zeigen, dass klimaresilientes Bauen und hochwertige Fassadengestaltung kein Widerspruch
sind, sondern von Anfang an zusammen gedacht werden können“, so Gertz.
Quelle und Link zur Studie:
Schlitzberger, S. and Maas, A. (2025). Integrale Bewertung des sommerlichen Wärmeverhaltens – thermischer Komfort und energetische
Performance. In Bauphysik-Kalender 2025, N. Fouad (Ed.). https://doi.org/10.1002/9783433612095.ch3
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