Architekturobjekt 5 von 216

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Wohnhaus MM37

21217 Seevetal, Mattenmoorstraße 37

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: BCT Architekt

MM37 - Perspektive - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Lochfassade I - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Lochfassade II - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Fassadendetails - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Treppenraum - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Wohnung - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Fassade - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Balkondetails - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

MM37 - Giebelfassade - Wohnhaus MM37

© Hannes Heitmüller

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: BCT Architekt

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Mattenmoorstraße 37, 21217 Seevetal, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

12.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

BCT Architekt - Babis C. Tekeoglou

Bahrenfelder Str. 79

22765 Hamburg

Deutschland

Tel. +49 40 79023655

info@bct-architekt.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

JBO Engineering Group GmbH

Kaiser-Wilhelm-Straße 50

20355 Hamburg

Deutschland

Bauleistung: Garten- und Landschaftsbau

Koppermann Garten & Landschaftsbau

Niedermoor 7

21217 Seevetal

Deutschland

Verwendete Produkte

BEGA Gantenbrink-Leuchten

Leuchten

HUMMEL

Küchen

Janinhoff

Klinker-Fassade

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das Projekt in Seevetal antwortet auf die suburbane Nachverdichtung mit einer respektvollen städtebaulichen Setzung:​ Wo ehemals eine kleinteilige Bebauung auf großzügigen Grundstücken das Bild prägte, nutzt dieser Neubau die Fläche effizient, ohne den Dialog mit der Umgebung aufzugeben. Das Gebäude umschließt eine alte Eiche, die als identitätsstiftender Ankerpunkt erhalten blieb. Architektur wird hier nicht als Fremdkörper, sondern als qualitative Weiterentwicklung des Ortes begriffen, die den Maßstab der Nachbarschaft wahrt und modern interpretiert.

Der Entwurf folgt dem Prinzip der Subtraktion:​ Der Baukörper wird als Monolith begriffen, aus dem – einem Bildhauer gleich – Öffnungen, Rücksprünge und schräge Laibungen herausgearbeitet wurden. Prägendes Element ist die neun Meter hohe Lochfassade im Eingangsbereich. Während Erschließungsbereiche oft rein funktional reduziert werden, inszeniert dieser Entwurf das Treppenhaus als atmosphärischen Erlebnisraum. Der Wasserstrichziegel verleiht dem Baukörper eine haptische Tiefe. An der Schwelle zum Innenraum wirkt die stelenartige Perforation wie ein Filter, der das Licht aktiv moduliert. Im Inneren entstehen kinetische Schattenspiele, die den Baustoff Klinker immateriell fortführen und das Entrée im Tagesverlauf immer wieder neu definieren.

Die Wertigkeit manifestiert sich in der konsequenten Durchplanung:​ Im klassischen Läuferverband ausgeführt, wurde in der Werkplanung jeder Stein einzeln verortet. Nur so ließen sich die komplexen Anschlüsse ohne Kompromisse lösen. Maßgeblich für die Wirkung ist die helle Farbigkeit des Ziegels, die dem Haus eine beinahe schimmernde Präsenz verleiht. Die sandfarbene Fuge bricht die Härte des Materials und lässt die Fassade als homogenes Ganzes mit der Umgebung verschmelzen. Das zweischalige Mauerwerk (KfW-55) ist ein Plädoyer für Dauerhaftigkeit, Wartungsarmut und eine Ästhetik, die durch natürliche Patina gewinnt.

Im Inneren schaffen fließende, modern und offen gestaltete Grundrisse sowie Sichtachsen Weite. Die von viel Tageslicht durchfluteten Einheiten korrespondieren über Balkone oder Terrassen mit dem Außenraum. Die Balkone sind dabei besonders filigran entworfen:​ Ihre Geländer sind mit einem Lochblech versehen, welches die Privatsphäre der Bewohner wahrt und gleichzeitig eine gestalterische Leichtigkeit erzeugt. Ein weiteres Detail sind die abgestuften Pflanzkübel aus Lärchenholz, die auf den Dachterrassen als Trennelemente fungieren. Ihre terrassierte Form schafft dort geschützte Rückzugsbereiche und fördert gleichzeitig den Austausch. Diese „vertikalen Gärten“ dienen als Pufferzonen, fördern die Biodiversität und bilden eine weiche, begrünte Kante zum Außenraum.

Das Gebäude beweist, dass moderne Wohnraumschaffung und gestalterische Poesie eine Einheit bilden können. Durch die Synthese aus Materialität, Formsprache und einer Planungstiefe, die den einzelnen Stein würdigt, leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur zeitgenössischen Backstein-Architektur – nachhaltig, wertbeständig und geprägt von einer hoher Wohnqualität.

Beschreibung der Besonderheiten

Der Entwurf löst die Anforderungen an das zeitgemäße, verdichtete Wohnen durch eine intelligente Zonierung und eine konsequente Verzahnung von Innen- und Außenraum. Das funktionale Rückgrat des Gebäudes bildet das Erschließungsentrée:​ Eine neun Meter hohe Lochfassade aus charaktervollem Wasserstrichziegel fungiert hier als stelenartiger Filter an der Schwelle zum Privaten. Sie reguliert aktiv den Lichteinfall und inszeniert die alltäglichen Wege im Treppenhaus durch kinetische Schattenspiele als atmosphärischen Erlebnisraum, der das massive Material Klinker im Innenraum visuell entmaterialisiert.

Die Wohneinheiten selbst sind über offene, moderne Grundrisse organisiert, die durch optimierte Sichtachsen eine maximale räumliche Weite auf effizienter Fläche generieren. Großzügige Fensterflächen garantieren eine lückenlose Tageslichtdurchflutung aller Funktionsbereiche. Jede Einheit erweitert sich schwellenlos über
Balkone oder Terrassen in den Außenraum.

Auf den Dachterrassen wird die Schnittstelle zwischen Gemeinschaft und Rückzug durch ein innovatives Detail gelöst:​ Speziell entworfene, abgestufte Pflanzkübel aus Lärchenholz fungieren als zonierende Trennelemente. Ihre terrassierte Geometrie erfüllt eine dreifache Funktion im Wohnalltag:​ Sie schützt die Privatsphäre der Bewohner, definiert gleichzeitig geschützte Zonen für den nachbarschaftlichen Austausch und bildet als vertikaler Garten eine weiche, biodiverse Pufferzone zur Umgebung. Das zweischalige Mauerwerk im KfW-55-Standard rundet das Konzept funktional ab, indem es dauerhaften Schallschutz, energetische Effizienz und extreme Wartungsarmut im Lebenszyklus des Gebäudes garantiert.

Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ökologische Verantwortung und gestalterische Langlebigkeit in den Fokus rückt. Die Säulen des Konzepts gliedern sich wie folgt:​

Suffizienz durch urbane Nachverdichtung:​ Der wirksamste Beitrag zur Nachhaltigkeit liegt in der hocheffizienten Flächennutzung. Durch den Neubau wurde auf einem bereits voll erschlossenen Grundstück – das ehemals nur ein einziges Einfamilienhaus beherbergte – zeitgemäßer Wohnraum für insgesamt 21 Wohneinheiten geschaffen. Diese innerörtliche Nachverdichtung schont wertvolle unbebaute Außenbereichsflächen, nutzt die bestehende Infrastruktur optimal aus und reduziert den pro Kopf beanspruchten Bodenverbrauch drastisch, ohne den städtebaulichen Maßstab der Umgebung zu sprengen.

Konsistenz und Cradle-to-Cradle-Ansatz bei der Materialität:​ Bei der Materialwahl steht die Kreislauffähigkeit und Dauerhaftigkeit im Vordergrund. Das zweischalige Mauerwerk mit einer Außenhaut aus Wasserstrichziegeln ist ein Plädoyer für zirkuläres Bauen. Klinker als rein mineralischer, natürlicher Baustoff altert in Würde, gewinnt durch natürliche Patina an Ästhetik und ist über Generationen hinweg absolut wartungsfrei. Am Ende des Lebenszyklus lässt sich das zweischalige Mauerwerk sortenrein trennen und vollständig in den Wertstoffkreislauf zurückführen. Ergänzt wird dieses Konzept im Außenraum durch den konsequenten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wie Lärchenholz für die terrassierten Pflanzkübel.

Energieeffizienz im KfW-55-Standard:​ Die hochgedämmte, monolithisch wirkende Gebäudehülle erfüllt in Kombination mit moderner Anlagentechnik den anspruchsvollen KfW-55-Standard. Das zweischalige Mauerwerk garantiert dabei nicht nur minimale Transmissionswärmeverluste im Winter, sondern bietet durch seine enorme Speichermasse auch einen exzellenten sommerlichen Wärmeschutz. Dies senkt den Primärenergiebedarf dauerhaft und sorgt für ein stabiles, behagliches Innenraumklima ohne mechanischen Kühlaufwand.

Ökologische Konsistenz und Wassermanagement:​ Das Konzept reagiert aktiv auf den Klimawandel durch ein dezentrales, natürliches Regenwassermanagement und die Aktivierung der Dachflächen. Das extensiv begrünte Dach fungiert hierbei als natürlicher Wasserspeicher, der Niederschlagswasser zurückhält und zeitverzögert verdunstet. Überschüssiges Wasser wird direkt auf dem Gebäude und den Freiflächen gesammelt und kontrolliert in eine im Innenhof integrierte Rigole geleitet. Dies entlastet das öffentliche Kanalnetz, fördert die Grundwasserneubildung vor Ort und unterstützt im Zusammenspiel mit den intensiv begrünten Dachterrassen („vertikale Gärten“) ein positives Mikroklima durch Verdunstungskälte. Zudem blieb die alte Eiche auf dem Grundstück als identitätsstiftender Ökosystem-Anker und natürlicher Schattenspender erhalten, was die biologische Vielfalt auf dem Areal sichert.

Schlagworte

Klinker, Mauerwerk, Mehrfamilienhaus, Ziegelstein, Lochfassade, Hamburg, Niedersachsen, Backstein-Architektur, Klinkerfassade, Wasserstrichziegel, Monolithisch, Subtraktion, Offene Grundrisse, Filigrane Balkone, Balkone, Suburbane Nachverdichtung, Nachhaltiges Bauen, Zweischaliges Mauerwerk, KfW-55, Vertikale Gärten, Wohnungsbau, Neubau, Zeitgenössische Architektur, Wohnqualität

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 55

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Wohneinheiten

21

Das Objekt im Internet

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