Architekturobjekte
Wohngebiet "Rousseau Park" in Ludwigsfelde
14974 Ludwigsfelde, Rousseauallee 1
Ein Referenzprojekt von Vandersanden
Ein Referenzprojekt von Vandersanden
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Rousseauallee 1, 14974 Ludwigsfelde, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der BaumaĂnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
07.2022
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das Eigenheim mit Garten erfreut sich nach wie vor groĂer Beliebtheit. Mit dem Rousseau Park in Ludwigsfelde bei Potsdam gehen die Initiatoren noch einen Schritt weiter und verwirklichen die Verbindung eines zeitgemĂ€Ăen urbanen Wohngebietes mit einem naturnah gestalteten Umfeld. Auf den groĂzĂŒgig bemessenen GemeinschaftsflĂ€chen hat das Berliner BĂŒro Levin Monsigny Landschaftsarchitekten mit Pflasterklinkern von Vandersanden die perfekt zum Projekt passende AtmosphĂ€re geschaffen.
Dörfliche Gemeinschaften, eng verbunden mit der Natur: Was Jean-Jacques Rousseau einst als idealtypisches Konzept fĂŒr gesellschaftliches Leben ersann, findet im brandenburgischen Ludwigsfelde nahe Potsdam die Entsprechung in der Gegenwart. Auf einer GesamtflĂ€che von rund 50 Hektar entsteht dort seit 2016 sukzessive ein Wohngebiet mit 950 bautrĂ€gerfreien GrundstĂŒcken, einer eigenen Infrastruktur fĂŒr die Nahversorgung und groĂzĂŒgigen FreirĂ€umen mit Parkanlagen und Streuobstwiesen. Der Idee des Namensgebers folgend, setzt sich der âRousseau Parkâ aus acht separaten âDörfernâ zusammen, die nach den Vorstellungen der Projektentwickler im Ergebnis âstĂ€dtischen Wohnkomfort im lĂ€ndlichen Raumâ bieten sollen.
Bodenstruktur schrÀnkt Möglichkeiten ein
Im Gegensatz zu den mit Asphalt und Naturstein befestigten StraĂen, sollten die Haupt- und Nebenwege im Park der naturnah gestalteten FreirĂ€ume ursprĂŒnglich durchgehend mit einer wassergebundenen Decke aus Sand und Splitt ausgestattet werden; teilweise war auch dort der Einsatz von Asphalt vorgesehen. âDie VersickerungsfĂ€higkeit des Bodens und der Pflegeaufwand fĂŒr das Wegenetz waren vom Beginn der Planungen an wichtige Kriterienâ, berichtet Stefanie Ruff, die die Freiraumplanung im BĂŒro Levin Monsigny Landschaftsarchitekten entwickelte. âZum einen haben wir es im Rousseau Park mit schwierigen BodenverhĂ€ltnissen zu tun, wobei Schichtenwasser und undurchlĂ€ssige Strukturen einer Modellierung deutliche Grenzen setzenâ, so Ruff weiter. âAuf der anderen Seite favorisierte die fĂŒr die Instandhaltung der Wege formal zustĂ€ndige Stadt Ludwigsfelde eine Bodenbefestigung, die auf lange Sicht nur minimale Kosten verursacht.â Sand, Splitt und Asphalt schienen da zunĂ€chst die einzig vertretbaren Baumaterialien zu sein.
Ziegel als Baumaterial in der Umgebung etabliert
Mit fortschreitender Planung kam Stefanie Ruff dann allerdings auf die Idee, die Palette der möglichen Baumaterialien um Pflasterklinker zu erweitern. âBei der Gestaltung der FreirĂ€ume im Rousseau Park haben wir uns hinsichtlich der Baumverwendung, der Bodenmodellierung und der Blickbeziehungen an den Merkmalen des Englischen Landschaftsparks orientiertâ, erklĂ€rt die studierte Landschaftsarchitektin. âZugleich sollte das neue Wohngebiet keinen Fremdkörper darstellen, sondern sich harmonisch in die vorhandene Kulturlandschaft einfĂŒgen.â Als verbindendes Element habe sich schlieĂlich der Einsatz von Pflasterklinkern angeboten: âIn Potsdam gibt es nicht nur im HollĂ€ndischen Viertel viele GebĂ€ude mit Klinkerfassaden, sodass wir mit Pflasterklinkern im Rousseau Park ein in der Umgebung bereits etabliertes Material verwenden konntenâ, so Ruff. âAuĂerdem ging es ja nicht nur um die Befestigung der Wege, sondern auch um die Gestaltung unterschiedlicher Aufenthaltsbereiche. Nur mit Asphalt, Sand und Splitt wĂ€re eine auch Ă€sthetisch ansprechende Bodenbefestigung da nur schwer realisierbar gewesen.â Last but not least gebe es sowohl hinsichtlich der VersickerungsfĂ€higkeit als auch in Bezug auf den Wartungsaufwand keine gravierenden Unterschiede zwischen Pflasterklinkern, Asphalt und einer wassergebundenen Decke. Der Vorschlag, die Eingangsbereiche der Parkanlagen und Streuobstwiesen, die BankplĂ€tze entlang der Wege sowie zentral gelegene AufenthaltsflĂ€chen mit einem Klinkerpflaster auszustatten, ĂŒberzeugte schlieĂlich auch Projektentwickler und kommunale Planer.
Bemusterung mit klar definierten Vorgaben
Den perfekt zur vorgesehenen Modellierung des GelĂ€ndes passenden Pflasterklinker zu finden, erforderte dann allerdings einigen Aufwand. âWir haben Bemusterungen mit Produkten unterschiedlicher Hersteller vorgenommen, neben der Farbe spielten dabei auch die GröĂe und die OberflĂ€chenstruktur der Pflasterklinker eine wichtige Rolleâ, so Stefanie Ruff. Am Ende fiel die Wahl dann einhellig auf âGromo Anticaâ von Vandersanden. Von der Grundfarbe her grau-beige-nuanciert, sollte ĂŒber die gezielte Mischung gerumpelter Strangpress-Klinker in jeweils heller und dunkler AusfĂŒhrung eine angenehm warme Ausstrahlung der bearbeiteten FlĂ€chen erzielt werden. Als Bodenpflasterung wurden die Ziegel im Format WF60 (204x60x50 mm) hochkant und im LĂ€uferverband eingebaut, um eine schlanke Optik der FlĂ€chen zu bewirken. DarĂŒber hinaus diente Gromo Antica von Vandersanden im Rousseau Park auch der Errichtung von Sitzgelegenheiten und Mauerpfeilern.
Bosketten mit Pflasterklinkern gestaltet
WĂ€hrend sich die Freiraumplanung durch das BĂŒro Levin Monsigny Landschaftsarchitekten auf eine GesamtflĂ€che von 175.000 Quadratmetern erstreckte, nimmt sich der nun mit Pflasterklinkern von Vandersanden befestigte Anteil von insgesamt 3.000 Quadratmetern vergleichsweise winzig aus. TatsĂ€chlich trĂ€gt die hell-warme Ausstrahlung der Ziegel aber ganz wesentlich zum Gesamtcharakter des Wohngebietes Rousseau Park bei: Nach dem Vorbild barocker SchlossgĂ€rten platzierte Stefanie Ruff inselartig aus Pflasterklinkern errichtete Bosketten in die Rasen- und Wiesenlandschaft, die als Aufenthaltsorte entlang der Blickachsen schon von weitem sichtbar sind und zum Verweilen einladen.
Ziegel-Einsatz mit unerwarteten Folgen
Die auf den FreiflĂ€chen deutlich spĂŒrbare, angenehm warme Ausstrahlung des Baumaterials Ziegel zeitigte im Rousseau Park aber auch gĂ€nzlich andere, unerwartete Wirkungen. Stefanie Ruff: âInzwischen gibt es eine ganze Reihe privater Bauherren, die sich von unserer Gestaltung inspirieren lieĂen und die Fassaden ihrer Neubauten ebenfalls mit Klinkern ausgestattet haben.â Pflasterklinker zieren in dem Neubaugebiet mittlerweile auch so manche Garagenzufahrt oder werden fĂŒr die Errichtung von Mauern entlang der GrundstĂŒcksgrenzen genutzt. Nicht zuletzt entdeckte auch die Callidus GmbH als Initiator des Park-Projektes und Bauherrin des Quartierszentrums ihre Leidenschaft fĂŒr das Baumaterial Ziegel: Damit sich die neu errichtete Kita âSchwalbennestâ bestmöglich in das Gesamtbild einfĂŒgt, wurde die Fassade des Erdgeschosses kurzerhand mit beigefarbenen Klinkern ausgestattet.
Obschon die Arbeit fĂŒr Stefanie Ruff noch nicht abgeschlossen ist und die Abnahme des jĂŒngsten Bauabschnitts durch die Stadt Ludwigsfelde erst noch bevorsteht, kann das Team von Levin Monsigny Landschaftsarchitekten die Gestaltung der AuĂenanlagen im Rousseau Park schon heute als vollen Erfolg verbuchen. Aus dem Wettbewerb âGĂ€rten im Land Brandenburg 2021â ging das Berliner BĂŒro in der Kategorie âSchönste Anlage im Wohngebietâ als Sieger hervor, das Lob galt der Gestaltung der Streuobstwiesen mit Blick auf die Förderung der BiodiversitĂ€t von Flora und Fauna. Was die optische Wirkung der auĂergewöhnlichen Anlage angeht, haben nicht zuletzt Pflasterklinker von Vandersanden zu diesem Ergebnis beigetragen.
Auszeichnungen
Sieger "Schönste Anlage im Wohngebiet" im Wettbewerb "GÀrten im Land Brandenburg 2021"
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