Architekturobjekte
WOHNEN IM SCHÖNAU-QUARTIER
65201 Wiesbaden, Hermann-Löns-Straße 59
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ROSA Wirtz Architektur PartG mbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ROSA Wirtz Architektur PartG mbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Hermann-Löns-Straße 59, 65201 Wiesbaden, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
12.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
130.000 m³
Bruttogrundfläche
43.000 m²
Nutzfläche
7.000 m²
Wohnfläche
20.000 m²
Grundstücksgröße
25.700 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
45.000.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Dabei konnte in weiten Teilen vorhandener Baumbestand erhalten und in die neue Grünstruktur integriert werden. Der Freiraum profitiert davon, dass im Zuge der städtebaulichen Neuordnung Barrieren und Schwellen abgebaut und oberirdische Stellplatzanlagen rückgebaut wurden.
Die Bebauungsstruktur basiert auf effizienten Gebäudetypen, die sich in ihrer Grundstruktur innerhalb des Quartiers wiederholen und in Eingangsniveau und Geschossigkeit situativ reagieren. Die Mehrfamilienhäuser verfügen über eigene Adressen, die über die Fassadengliederung und -oberflächen (Fensterformate, Farbigkeit, Freisitze,…) klar ablesbar sind.
Das Wohnungsangebot reicht von kompakten Wohnungen für größere und kleinere Haushalte, von WG-geeigneten Wohneinheiten mit nutzungsneutralen Räumen bis zu altengerechten und i.T. rollstuhlgerechten Wohnungen. Die vielfältigen Wohnungsgrößen und -typen innerhalb des Schönau-Quartiers richten sich an Menschen mit unterschiedlichen Haushalts- und Erwerbstrukturen. Alle Wohnungstypen orientieren sich an den Förderkriterien der Sozialen Wohnraumförderung. Mit einem Anteil von 31 % werden Wohnungen für mittlere bzw. unteres Einkommen gefördert. Geförderte und freifinanzierte Wohnungen sind innerhalb des Quartiers bewusst gestreut.
Durch die Kombination sehr unterschiedlicher Wohnungstypologien entsteht ein breiter Wohnungsmix innerhalb des Quartiers. Neben Geschosswohnungen, die sich als Drei- oder Vierspänner an ein gemeinsames Treppenhaus schmiegen, ist auch ein Wohnhaus als Sechsspänner (am Auftakt) oder ein Wohnhaus mit kommunikativem, begrüntem Laubengang entstanden. Zwei Wohnhäuser sind mit Maisonette-Wohnungen nach dem „Haus im Haus“-Prinzip konzipiert und verfügen z.T. über individuelle Zugänge und Vorbereiche. In zentraler Lage am Quartiersanger hat das Johannesstift Jugendhilfezentrum Cluster-Wohnflächen angemietet. Eine Cluster-Wohnung besteht aus mehreren privaten Wohneinheiten mit Bad sowie Gemeinschaftsräumen, die unmittelbar an die Wohneinheiten anschließen und zugleich der inneren Erschließung dienen. So bieten sie Gemeinschaftsfläche ebenso wie individuelle Rückzugsmöglichkeiten.
Die Wohnungen sind barrierefrei erschlossen und verfügen über einen privaten Freisitz (Loggia, Balkon oder Dachterrasse). Erdgeschossige Wohneinheiten erweitern sich über kleine Mietgärten. Bewohnerinnen und Bewohnern der Obergeschosse können in den Urban Gardening-Flächen der grünen Innenhöfe in Hochbeeten pflanzen und gärtnern. Hier entstehen ganz konkret private Anbauflächen und gleichzeitig Raum für Begegnung, Austausch und Aneignung innerhalb des Quartiers.
Beschreibung der Besonderheiten
Alexander Harff, GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH
Nachhaltigkeit
Die Wärmeversorgung erfolgt umweltfreundlich mittels eines Quartiers-Nahwärmenetzes, das durch ein Biogas-BHKW der ESWE-Versorgung betrieben wird. Zudem verfügen alle Wohnungen über Abluft-Lüftungsanlagen. Die Wohnhäuser wurden als hochwärmegedämmte Gebäude in Massivbauweise errichtet. Beton kommt im Bereich der Tiefgaragen und sonstigen erdberührenden Bauteilen sowie im Deckenbereich zum Einsatz. Die Außen- und Wohnungstrennwände sind gemauert. Nichttragende Wände sind in Leichtbauweise eingezogen.
Wärmedämmverbundsysteme, die aus Mauerwerk und Mineralwolle bzw. EPS (expandiertes Polystyrol) bestehen, sind in der Regel gut recycelbar. Mauerwerk kann oft zerkleinert und als Zuschlagstoff für Beton oder als Füllmaterial wiederverwendet werden. Mineralwolle und EPS kann ebenfalls recycelt werden, indem es eingeschmolzen bzw. geschreddert und in neuen Produkten verwendet wird oder durch chemische Prozesse in seine Ausgangsstoffe zurückgeführt wird. Die genaue Recyclingfähigkeit kann jedoch je nach lokalen Recyclingmöglichkeiten und -anlagen variieren. Im Sinne einer aktiven zur Reduzierung von Abfall- und Deponieaufkommen wurden im Planungsprozess auch sortenreinere Bauweisen untersucht, die hier leider aus wirtschaftlichen Gründen nicht zur Ausführung kommen konnten. In einem Folgeprojekt (GWW mit ROSA) kann beispielsweise durch die Ausbildung einer vorgehängten, hinterlüfteten Holzfassade ein weitergehenderer Beitrag zu einer nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie geleistet werden.
Im Schönau-Quartier wurde dagegen verstärkt auf eine resiliente Grundstruktur geachtet, die Anpassungen an sich ändernde Bedürfnisse mit geringem Umbauaufwand ermöglicht. Dies gelingt beispielsweise beim Haustyp Dreispänner durch das Angebot nutzungsneutraler Räume. Ähnlich wie bei den beliebten Gründerzeitwohnungen sind die Räume multikodiert. Hier kann ein Paar einziehen und muss nicht ausziehen, wenn es ein Baby bekommen, weil die Wohnung ummöbliert werden kann. So kann ohne Umbaumaßnahme auf unterschiedliche Haushalts- und Erwerbsstrukturen reagiert werden.
Für einige Haustypen wurden außerdem Umnutzungsszenarien parallel zur eigentlichen Entwurfs- und Ausführungsplanung mitgezogen. So können beispielsweise die Wohnetagen, die aktuell von Wohngruppen genutzt werden zu klassischen Geschosswohnungen umgebaut werden. Erforderliche Stürze für zusätzlich Türöffnungen wurden z.B. schon mit gebaut, die Öffnungen zunächst ausgemauert. Auch die haustechnische Installation wurde für diesen Fall mitgedacht, so dass das Gebäude eine hohe Anpassungsfähigkeit und damit eine lange Nutzungsdauer haben aufweist.
Nicht zuletzt leistet das Schönau-Quartier mit der innerstädtischen Nachverdichtung und dem Angebot von vorrangig kompakten Wohnungen einen aktiven Beitrag zum resilienten Umgang mit der Ressource Boden.
Auszeichnungen
4. Hessischer Preis für Gemeinsinn und Innovation im Wohnungsbau 2024, Anerkennung
Tag der Architektur Hessen, 2026
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Biogas
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
21,30 kWh/(m²a)
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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