Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
WOHNEN IM SCHÖNAU-QUARTIER
65201 Wiesbaden, Hermann-Löns-Straße 59
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ROSA Wirtz Architektur PartG mbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: ROSA Wirtz Architektur PartG mbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Hermann-Löns-Straße 59, 65201 Wiesbaden, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
12.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Sonstige
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
130.000 m³
Bruttogrundfläche
43.000 m²
Nutzfläche
7.000 m²
Wohnfläche
20.000 m²
Grundstücksgröße
25.700 m²
Kosten
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
70.000.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Dabei konnte in weiten Teilen vorhandener Baumbestand erhalten und in die neue Grünstruktur integriert werden. Der Freiraum profitiert davon, dass im Zuge der städtebaulichen Neuordnung Barrieren und Schwellen abgebaut und oberirdische Stellplatzanlagen rückgebaut wurden.
Die Bebauungsstruktur basiert auf effizienten Gebäudetypen, die sich in ihrer Grundstruktur innerhalb des Quartiers wiederholen und in Eingangsniveau und Geschossigkeit situativ reagieren. Die Mehrfamilienhäuser verfügen über eigene Adressen, die über die Fassadengliederung und -oberflächen (Fensterformate, Farbigkeit, Freisitze,…) klar ablesbar sind.
Das Wohnungsangebot reicht von kompakten Wohnungen für größere und kleinere Haushalte, von WG-geeigneten Wohneinheiten mit nutzungsneutralen Räumen bis zu altengerechten und i.T. rollstuhlgerechten Wohnungen. Die vielfältigen Wohnungsgrößen und -typen innerhalb des Schönau-Quartiers richten sich an Menschen mit unterschiedlichen Haushalts- und Erwerbstrukturen. Alle Wohnungstypen orientieren sich an den Förderkriterien der Sozialen Wohnraumförderung. Mit einem Anteil von 31 % werden Wohnungen für mittlere bzw. unteres Einkommen gefördert. Geförderte und freifinanzierte Wohnungen sind innerhalb des Quartiers bewusst gestreut.
Durch die Kombination sehr unterschiedlicher Wohnungstypologien entsteht ein breiter Wohnungsmix innerhalb des Quartiers. Neben Geschosswohnungen, die sich als Drei- oder Vierspänner an ein gemeinsames Treppenhaus schmiegen, ist auch ein Wohnhaus als Sechsspänner (am Auftakt) oder ein Wohnhaus mit kommunikativem, begrüntem Laubengang entstanden. Zwei Wohnhäuser sind mit Maisonette-Wohnungen nach dem „Haus im Haus“-Prinzip konzipiert und verfügen z.T. über individuelle Zugänge und Vorbereiche. In zentraler Lage am Quartiersanger hat das Johannesstift Jugendhilfezentrum Cluster-Wohnflächen angemietet. Eine Cluster-Wohnung besteht aus mehreren privaten Wohneinheiten mit Bad sowie Gemeinschaftsräumen, die unmittelbar an die Wohneinheiten anschließen und zugleich der inneren Erschließung dienen. So bieten sie Gemeinschaftsfläche ebenso wie individuelle Rückzugsmöglichkeiten.
Die Wohnungen sind barrierefrei erschlossen und verfügen über einen privaten Freisitz (Loggia, Balkon oder Dachterrasse). Erdgeschossige Wohneinheiten erweitern sich über kleine Mietgärten. Bewohnerinnen und Bewohnern der Obergeschosse können in den Urban Gardening-Flächen der grünen Innenhöfe in Hochbeeten pflanzen und gärtnern. Hier entstehen ganz konkret private Anbauflächen und gleichzeitig Raum für Begegnung, Austausch und Aneignung innerhalb des Quartiers.
Beschreibung der Besonderheiten
Alexander Harff, GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH
Nachhaltigkeit
Mit der innerstädtischen Nachverdichtung kann nachhaltig ein Beitrag zum dringend benötigten sozial verträglichen Wohnraum in Wiesbaden geleistet werden – ohne dabei weitere landschaftliche Flächen zu versiegeln. Der neue Wohnraum entsteht dort, wo die technische und soziale Infrastruktur (ÖPNV, Bildungseinrichtungen,…) bereits vorhanden sind und befördert diese bestenfalls.
Mit dem beschriebenen Wohnungsmix leistet das Quartier einen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit im Stadtteil. Die Maßnahme wird dabei in drei Bauabschnitten realisiert und erfolgte in enger Abstimmung mit den bisherigen Bewohnenden des Gebiets, denen Ausweichwohnungen im oder nahe des Quartiers inkl. Umzugsmanagement angeboten wurden. Die abgängigen Altbauten wurden bis zum bauabschnittsweisen Rückbau zwischengenutzt für kulturelle Nutzungen und temporäre Wohnzwecke (als Unterkunft für Geflüchtete).
Die Energieversorgung des Quartiers basiert auf einem eigens durch ein Blockheizkraftwerk aufgebautes Nahwärmenetz mit Biogas-Anteilen. Alle Gebäude sind energetisch über gesetzliche Mindeststandards hinaus hochwärmegedämmt und verfügen über eine kontrollierte Wohnraumlüftung, um Energieverluste über die Gebäudehülle zu minimieren. Die Dachflächen sind großflächig begrünt und i.T. als Retentionsdächer ausgebildet.
Die Freiflächen sind neben Bestandsbäumen und Neupflanzungen durch Vegetationsflächen mit hoher Artenvielfalt geprägt, die das Mikroklima verbessern und zum Lebensraum für eine reiche Flora und Fauna wird. Notwendige Zuwegungen zu den Wohnhäusern sind mit den erforderlichen Feuerfehraufstellflächen kombiniert und als versickerungsfähige Pflasterflächen ausgebildet, um den Versiegelungsgrad gering zu halten. Lediglich der Quartiersanger ist als autofreier Fuß- und Radweg asphaltiert und wird zum urbanen Begegnungsort für Menschen allen Alters.
Während die Zufahrten in die PKW-Tiefgaragen gezielt abseits der Fußwege von außen erfolgen, sind große Fahrradabstellanlagen, Kinderwagenräume und ein geplanter E-Lastenrad-Sharing-Platz zum Anger hin orientiert und sichtbar. Der selbstbestimmten Mobilität aller Generationen wird Vorfahrt eingeräumt gegenüber dem motorisierten Individualverkehr, der in den Tiefgaragen ruht – z.T. elektrifiziert.
Im Sinne der sozialen Nachhaltigkeit ist das Schönau-Quartier mit seiner ausgeprägten Topografie barrierefrei durchwegbar. Der Quartiersanger ist autofrei und in das Wegenetz der Nachbarschaft eingebunden. Als begrünter Fußweg weitet er sich zum Quartiersplatz auf und bricht eine Einladung an alle Schiersteiner:innen aus.
Auszeichnungen
4. Hessischer Preis für Gemeinsinn und Innovation im Wohnungsbau 2024, Anerkennung
Tag der Architektur Hessen, 2026
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Biogas
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
21,30 kWh/(m²a)
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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