Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Wohnen Hoch Drei
21077 Hamburg, Elisabeth-Ostermeier-Weg 2
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: limbrock tubbesing architekten und stadtplaner
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Elisabeth-Ostermeier-Weg 2, 21077 Hamburg, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
07.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
10.079 m³
Bruttogrundfläche
3.164 m²
Nutzfläche
353 m²
Verkehrsfläche
645 m²
Wohnfläche
1.663 m²
Grundstücksgröße
3.427 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Uns verbindet der Wunsch nach einem Leben in Gemeinschaft, das sowohl naturnah ist als auch die Vorteile der Stadt bietet. Das haben wir in unserem Wohnprojekt Wohnen hoch drei verwirklicht. Wir haben zwei Mehrfamilienhäuser mit 24 abgeschlossenen Wohneinheiten gebaut mit viel Gemeinschaftsfläche in den Häusern und im Garten. Die Gemeinschaftsflächen bieten uns Raum für Geselligkeit. Hier kochen wir zusammen, spielen, feiern, musizieren, gucken Filme, machen Lagerfeuer, gärtnern und arbeiten. Das Projekt ist sozial gefördert, um Menschen mit verschiedenen Einkommen die Mitwirkung am Projekt zu ermöglichen.
Wir legen besonderen Wert auf ein solidarisches, gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Miteinander und auf Offenheit, Toleranz und Respekt untereinander. Wir wollen unser Projekt auch nach außen hin öffnen, für unsere Nachbar*innen und alle Menschen, die Interesse an gemeinschaftlichem Leben haben.
Gefunden hat die Baugemeinschaft Wohnen hoch drei hierfür ein wunderschön gelegenes Grundstück am südlichen Hamburger Stadtrand, dass dort direkt in das Naturschutzgebiet des Harburger Stadtparks übergeht.
Gerahmt von einer ausgewachsenen Hainbuchenhecke entstand in dieser besonderen Lage das kleingenossenschaftliche Mehrgenerationenprojekt Wohnen hoch drei, das, bestehend aus zwei zeilenartigen Baukörpern hier ein kleines Gebäudeensemble bildet. Die beiden dreigeschossigen Baukörper orientieren sich entlang der nördlichen und östlichen Grundstücksgrenzen und definieren in ihrem Zusammenspiel einen offenen, nach Südwesten ausgerichteten Garten, der sich hier mit dem anschließenden Landschaftsraum verschränkt.
Als verbindendes Element fungiert – auf der Süd- und Westfassade – ein Laubengang, der die Wohnungen erschließt und auf den Geschossen verbindet. Das mag hinsichtlich der Himmelsausrichtungen verwundern, jedoch dient der Laubengang zugleich als gemeinschaftlicher Freisitz auf den Ebenen und betont so den gemeinschaftlichen Charakter des Wohnprojekts, in dem auch aus Gründen der Bezahlbarkeit auf private Freisitze verzichtet wurde. Das Abrücken des Laubengangs von der Fassade sorgt für gute Belichtungsverhältnisse und die für eine hohe Wohnqualität erforderliche Privatsphäre. Die Wohnungen folgen dem Prinzip des Durchwohnens, wobei die Individualräume jeweils auf den Außenseiten der Gebäude und die Wohnräume zur Erschließung hin angeordnet sind.
Die Gebäude wurden in Holzrahmenbauweise mit Geschossdecken und Wohnungstrennwänden in Massivholz errichtet. Aus architektonischer Sicht sind wir besonders stolz, das Erschließungsbauwerk des Laubengangs – mit Ausnahme der Treppenläufe – als reine Holzkonstruktion ohne Brandschutzbekleidungen und Bauwerksabdichtungen realisiert zu haben.
Die Fassadengestaltung differenziert zum einen zwischen öffentlichem und privatem Raum (Straße/Hof), vermittelt aber auch zwischen den Wünschen der Baugemeinschaft (Holzfassade) und des Stadtplanungsamts (Ziegelfassade). Die einfache Detailführung, bei der die geschraubte Ziegelfassade gegen die Laibungsbretter der Fensterlaibungen und die vertikale Holzverschalung der Gartenfassaden abgestellt wird, stellt dabei den Zusammenhang zwischen den Gebäudeseiten wieder her.
Zusammenfassend ist es gelungen, das gemeinschaftsorientierte Konzept der Baugemeinschaft architektonisch als räumliches und organisatorisches Prinzip des Gesamtprojekts umzusetzen.
Beschreibung der Besonderheiten
Auch in konstruktiver Hinsicht setzt das Projekt Maßstäbe, indem die Gebäude in nachhaltiger Holzrahmenbauweise mit massiven Holzdecken und -trennwänden realisiert wurden. Ein besonderes architektonisches Highlight bildet das Erschließungsbauwerk des Laubengangs, welches – mit Ausnahme der Treppenläufe – als reine Holzkonstruktion ohne zusätzliche Brandschutzbekleidungen oder Bauwerksabdichtungen auskommt. Visuell schlägt die Architektur zudem eine elegante Brücke zwischen den Anforderungen des Stadtplanungsamts und den Wünschen der Baugemeinschaft: Die Fassadengestaltung vermittelt durch eine geschickte Kombination aus einer geschraubten Ziegelfassade zur Straßenseite und einer vertikalen Holzverschalung zur Gartenseite harmonisch zwischen urbanem Kontext und naturnahem Wohnen. Insgesamt gelingt dem Projekt damit eine beispielhafte Synthese aus sozialer Vielfalt, ökologischer Bauweise und einem räumlichen Prinzip, das Gemeinschaft im Alltag lebendig werden lässt.
Nachhaltigkeit
Hier ist die detaillierte Einordnung des Konzepts:
Suffizienz (Weniger Verbrauch durch Teilen)
Suffizienz zielt auf die Reduzierung von absolutem Ressourcen- und Flächenverbrauch ab. Das Projekt setzt dies radikal um:
Verzicht auf private Freisitze: Es gibt keine privaten Balkone oder Terrassen. Dies spart massiv Material, reduziert Kältebrücken und senkt die Baukosten.
Gemeinschaftliche Flächennutzung: Der Laubengang fungiert gleichzeitig als geteilter Freisitz. Zudem gibt es große Gemeinschaftsflächen im Haus und Garten für Kochen, Arbeiten und Freizeit.
Flächeneffizienz: Durch das Teilen von Räumen (z. B. für Feiern oder Filmerlebnisse) kann die Individualwohnfläche pro Person kleiner gehalten werden.
Konsistenz (Naturverträgliche Stoffkreisläufe / Öko-Effektivität)
Konsistenz bedeutet, in Systemen zu bauen, die die Natur nicht belasten, und organische oder unendlich wiederverwertbare Materialien zu nutzen (Basis des Cradle-to-Cradle-Gedankens):
Massiver Holzeinsatz: Die Gebäude wurden in Holzrahmenbauweise mit Geschossdecken und Wohnungstrennwänden aus Massivholz errichtet. Holz bindet CO₂ und ist ein nachwachsender Rohstoff.
Reine Holzkonstruktion beim Laubengang: Das Erschließungsbauwerk wurde (außer den Treppenläufen) komplett ohne Brandschutzbekleidungen und Bauwerksabdichtungen (wie z. B. erdölbasierte Bitumenbahnen oder Folien) realisiert. Das vereinfacht einen späteren Rückbau und die Sortenreinheit extrem.
Langlebige Fassadenmaterialien: Die Kombination aus Holzverschalung und einer geschraubten (nicht geklebten) Ziegelfassade setzt auf trennbare, langlebige und kreislauffähige Materialien.
Effizienz (Optimierung von Systemen)
Effizienz beschreibt das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen (z. B. Energieeinsparung bei der Nutzung):
Das Prinzip des Durchwohnens: Die Wohnräume öffnen sich zum Laubengang, während die Individualräume nach außen liegen. Dies ermöglicht eine optimale Querlüftung und eine hocheffiziente Tageslichtnutzung (trotz des vorgelagerten Laubengangs, der dafür extra von der Fassade abgerückt wurde).
Kompakte Baukörper: Die Anordnung in zwei zeilenartigen, dreigeschossigen Baukörpern (Gebäudeensemble) optimiert das Verhältnis von Außenwandfläche zu Innenvolumen (A/V-Verhältnis), was den Heizwärmebedarf senkt.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Gas
Sekundärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
24
Das Objekt im Internet
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