Architekturobjekt 540 von 1.868
Nominiert fĂŒr die Shortlist der Jury 2023 - Nachwuchsarbeiten

Architekturobjekte

Nominiert fĂŒr die Shortlist der Jury 2023 - Nachwuchsarbeiten


„Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Fachhochschule MĂŒnster, MSA I MĂŒnster School of Architecture, Sebastian Reitemeyer

Zoom In Ansicht Straße - „Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

© Sebastian Reitemeyer

Blick in Laubengang - „Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

© Sebastian Reitemeyer

Ansicht Straße - „Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

© Sebastian Reitemeyer

Ansicht Platz - „Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

© Sebastian Reitemeyer

Ansicht Hof - „Wo sollen wir wohnen?“ – Ungenutzte FreiflĂ€chen als Potenzial im innerstĂ€dtischen Kontext

© Sebastian Reitemeyer

Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Fachhochschule MĂŒnster, MSA I MĂŒnster School of Architecture, Sebastian Reitemeyer

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

08.2022

GebÀudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die aktuelle Wohnungsfrage stellt vor allem GroßstĂ€dte vor vielfĂ€ltige Herausforderungen. Ungenutzte FreiflĂ€chen im innerstĂ€dtischen Kontext bieten dabei Potenzial zur Nachverdichtung und könnten somit einen Teil der Lösung dieser angespannten Situation darstellen. Am konkreten Beispiel der Stadt Köln werden PotenzialflĂ€chen kartiert und mit Hilfe von Kategorien greifbar gemacht. Anhand einer konkreten FlĂ€che wird eine beispielhafte Lösung in Form eines reproduzierbaren Geschosswohnungsbaues realisiert. Orientierung bieten dabei drei ReferenzgebĂ€ude, die mit vergleichbarer Thematik umgesetzt wurden – die UnitĂ© d‘habitation in Marsaille, die 53 semi collective housing units von Lacaton&Vassal und das Wohnhaus am Dantebad von Florian Nagler. Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt darin, die mit der Problemlösung verbundenen speziellen konstruktiven und funktionalen Gegebenheiten auch als Potenzial fĂŒr innovative Lösungen zu begreifen. Dies betrifft sowohl technologische Inhalte als auch Aspekte der rĂ€umlichen Strukturen.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Innerhalb der zuvor erlÀuterten Analyse werden unteranderem die architektonisch-konstruktive Potenziale hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die sozialen, funktionalen und stÀdtebaulichen Konditionen ausgelotet.
Auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend wird ein konkretes Konzept fĂŒr die Bebauung eines GrundstĂŒcks in der Kölner SĂŒdstadt erarbeitet, das einen Lösungsansatz fĂŒr die aktuelle Wohnraumsituation mit Hilfe stĂ€dtischer Nachverdichtung durch Geschosswohnungsbauten darstellt. Basierend auf einer effizienten, nachhaltigen und reproduzierbaren Struktur, wird dieser Ansatz beispielhaft an einer konkreten stĂ€dtebaulichen Gegebenheit angewendet. Die unregelmĂ€ĂŸig gewachsenen Strukturen der Altstadt-SĂŒd legen immer wieder Stadtraum frei, der in vielen FĂ€llen innerhalb seiner Funktion unzureichend genutzt wird. So fallen beispielsweise die zahlreichen ParkplĂ€tze ins Auge, die in ihrem Volumen und Nutzen sehr beschrĂ€nkt bleiben. Um das Potenzial solcher FlĂ€chen ausschöpfen zu können und gleichzeitig etwas fĂŒr bezahlbaren Wohnraum in QualitĂ€t und QuantitĂ€t tun zu können, bedarf es einer effizienten Konzeption. Über die Reduktion von FlĂ€chen im Grundriss und einer simplen, reproduzierbaren Konstruktion, ist dies möglich.

Nachhaltigkeit

Der Grundgedanke der Konstruktion basiert auf einem Elementbau, der durch seine bauliche Struktur in großen Teilen vorgefertigt werden kann. So werden Prozesse vereinfacht und Kosten eingespart. DarĂŒber hinaus kann das GebĂ€ude auch zum Ende seines Lebenszyklus an den meisten Punkten schnell und mit geringem Aufwand zurĂŒckgebaut und nach Baustoffen getrennt und in den Materialkreislauf zurĂŒck gefĂŒhrt werden. Das punktuelle Auftreten innerhalb der Sockelzone bestĂ€rkt den Gedanken eines möglichst geringen Fußabdrucks an Ort und Stelle. Lediglich die drei Erschließungskerne sind in Ortbeton ausgefĂŒhrt und bilden die Standfestigkeit aus. Das zwischen den Ortbetonkernen liegende Skelett aus Stahlbetonfertigteilen ist auf Grund der lösbaren Verbindungen einfach rĂŒckbaubar. Dasselbe gilt fĂŒr die Stahlbetonfertigteildecken, die ĂŒber dem Skelett ein Podest ausbilden, auf dem die Wohnstruktur aufbaut. Auf Grund von möglichen Brandlasten der unter dem GebĂ€ude parkenden Autos und den damit verbundenen hohen Brandschutzanforderungen, wurde bei der Wahl der MaterialitĂ€t im Sockelbereich mit Beton gearbeitet.
Auf dem Stahlbetonsockel erstreckt sich ein Holztafelbau, in dem die Wohnungen realisiert werden. Massive Wandtafeln als Brettsperrholzelemente spannen in einem Raster von 3,20 m die WohnflĂ€chen auf und bieten AuflagerflĂ€che der Brettsperrholzdecken. In Fassadenrichtung werden große FensterflĂ€chen als Pfosten-Riegel-Konstruktion zwischen diese Struktur gesetzt. WandflĂ€chen werden durch eine Wellblechverkleidung vor WitterungseinflĂŒssen geschĂŒtzt. Der sich auf der Ostfassade befindliche Laubengang wird durch StahlstĂŒtzen abgetragen, die auf dem Betonsockel verankert sind, und durch StahltrĂ€ger auf Höhe der Stoßpunkte von Wand- und Deckentafeln rĂŒckverankert. Auf den TrĂ€gern liegen Gitterroste samt Unterkonstruktion auf, ĂŒber die die Erschließung der Wohnungen stattfindet. RegelmĂ€ĂŸige RĂŒcksprĂŒnge innerhalb der Fassade bilden WohnungseingĂ€nge oder Balkone aus, die ebenfalls mit Gitterrosten ausgefĂŒllt und an den Stoßpunkten der Decke verankert sind. Auf Grund der geringen Wohnungszahl an den einzelnen Laubengangabschnitten kann dieser Bereich als semi-öffentliche ErgĂ€nzung des privaten Wohnraums betrachtet werden. Eine FlĂ€che als Treffpunkt der Nachbarschaft und Ort zur Aneignung entsteht mit Ausrichtung und Effekt zum Straßenraum.

Schlagworte

Wohnungsbau, ParkplatzĂŒberbauung, Holzhybridbau

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