Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Vorübergehend für Immer - Die Transformation temporärer Strukturen in dauerhafte Wohnorte
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität München, School of Engineering and Design, Alissa Bodler
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
04.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Stahl
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Beschreibung
Objektbeschreibung
Sie versteht Architektur nicht als festgelegte Antwort auf eine Funktion, sondern als ein Gerüst, das unterschiedliche Nutzungen aufnehmen und Veränderungen zulassen kann. Nicht die vollständige Bewahrung des Bestehenden steht im Vordergrund, sondern dessen Weiterführung.
Untersucht wird die ehemalige Universitätsmensa von Ferdinand Kramer auf dem Campus Bockenheim in Frankfurt am Main. Der Bau wurde zwischen 2014 und 2019 mit minimalen Eingriffen als Wohnort für geflüchtete Menschen genutzt und steht heute zur Disposition. Die Arbeit versteht diesen Zustand nicht als Ende, sondern als Ausgangspunkt einer erneuten Transformation. Die übrigen auf dem Universitätscampus von Ferdinand Kramer erhaltenen Gebäude folgen einer sehr ähnlichen konstruktiven Logik aus klaren Stützrastern und modularen Systemen, wodurch der Entwurf in eine bestehende bauliche Ordnung eingebettet ist und diese zugleich weiterdenkt.
Das Gebäude wird auf seine Struktur reduziert. Die bestehende Betonkonstruktion bleibt als dauerhafte Ordnung erhalten und wird durch eine neue Stahlkonstruktion ergänzt. Aus dem geöffneten Dachbereich entsteht ein großer, nach innen orientierter Hof als gemeinschaftliche Mitte. Um ihn gruppieren sich Küchen und Aufenthaltsräume, gefolgt von gemeinschaftlichen Bädern und den privaten Zimmern an der Fassade. So entsteht eine räumliche Abfolge vom Gemeinschaftlichen zum Privaten.
Der Entwurf beschäftigt sich mit anpassbarem, mittelfristigem Wohnraum. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Rückzug und Begegnung zu schaffen. Orientierung bieten nicht nur Grundriss und Materialität, sondern auch die Möglichkeit der Aneignung. Veränderbare Holzwände und textile Vorhänge erlauben es den Bewohnerinnen und Bewohnern, ihre Räume selbst zu gestalten und Erinnerungen an das zurückgelassene Leben mit dem neuen Wohnort zu verbinden.
Die Arbeit plädiert für einen Umgang mit dem Bestand, der Abriss nicht als selbstverständlich voraussetzt. Sie versteht Architektur als einen fortlaufenden Prozess. Gerade in Gebäuden, die auf den ersten Blick ungeeignet erscheinen, liegt das Potenzial für neue Formen des Wohnens. Architektur wird so zum Gerüst, das Veränderung zulässt und über unterschiedliche Zeiten hinweg weitergeschrieben werden kann.
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