Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Umbau einer historischen Scheune zu einem Doppeleinfamilienhaus
79777 Ühlingen-Birkendorf / Berau, Haubachweg 2
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Klaus Keller. Andy Keller. Kathrin Keller. Architekten PartGmbB
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Haubachweg 2, 79777 Ühlingen-Birkendorf / Berau, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
05.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
1.859 m³
Bruttogrundfläche
226 m²
Nutzfläche
214 m²
Wohnfläche
210 m²
Grundstücksgröße
1.144 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
205.000 Euro
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
460.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Familie Isele führte dort über Generationen hinweg einen landwirtschaftlichen Betrieb, welcher aufgegeben wurde. Die alte Bauernhofscheune ( vor 1900 ) mit ( Ökonomierteil ) stand über Jahrzehnte leer und war dringend sanierungsbedürftig.
Die Umnutzung der Scheune der Brüder Isele zeigt , wie historische Bausubstanz – von den alten Stallungen bis zum Heulager – durch moderne Architektur innerhalb des bestehenden Volumens in hochwertigen Wohnraum transformiert werden kann, ohne das charakteristische Dorfbild zu beeinträchtigen.
Das bestehende Ökonomiegebäude wurde komplett entkernt, strukturell, wo notwendig, ergänzt und in zwei Einfamilienhäuser umgewandelt. Für die Bauherrschaft, zwei junge Familien, wurde der Scheune, welche teilweise noch mit den Orginaleinbauten ausgestattet war ( Kuh- und Pferdestall, Heulager ), mit den Umbaumassnahmen neues Leben eingehaucht und für die kleinen wachsenden Familien ein „Zuhause“ für zeitgemässes und flexibles Wohnen innerhalb der alten Mauern geschaffen. Die alte und neue Heimat der Brüder Isele. Ein Ort für neues modernes Wohnen in dem alten Gebäude. Grosszügige, lichtdurchflutete, fliessende Raumübergänge im Erdgeschoss und kleinteilige Raumstrukturen, als Reminiszenz an die alten historischen Schwarzwaldhöfe in den beiden Dachgeschossen, ergänzen sich gegenseitig in dem bestehenden Volumen.
Gleichzeitig blieb die markante Silhouette am Dorfrand erhalten, bewahrt das Ortsbild von Berau und zeigt Respekt vor der landwirtschaftlichen Historie des Ortes. Die Kombination aus energieeffizienter Umsetzung und der ressourcenschonenden Bauweise, die sowohl eine KFW Förderung als auch eine ELR- Förderung ermöglichte ( Entwicklung Ländlicher Raum), unterstreicht den ökologischen Wert der Reaktivierung gegenüber einem Neubau auf der grünen Wiese.
Die grosse Scheune wurde vertikal in zwei Wohneinheiten aufgeteilt und 430 m2 Nutzfläche in jeweils in 210 m2 Wohnfläche umgewandelt. Die Aufteilung in zwei Einheiten über alle Geschosse hinweg bewahrt die imposante Höhe der Scheune. Die grosszügigen Eingangsbereiche im Erdgeschoss ermöglichen ein Ankommen und machen mit den alten, bestehenden und sichtbar gelassenen Holzbünden über die Lufträume in mehrere Geschosse das alte Gebäudevolumen der Scheune auch im Innern erlebbar und erfahrbar. Ein fliessendes Raumkontinuum, Blickbezüge, Durchbrüche und Sichtachsen waren entwurfsbestimmend und verhindern die typische "Dunkelheit" tiefer Scheunengrundrisse. Der Eingang mit Garderobe, die Küche mit Essen und der Wohnbereich mit direktem Zugang zur Terrasse sind auf einer zusammenhängenden erdgeschossigen Wohnebene organisiert. Der Innenhof ( Atrium ) zwischen Küche und Wohnen fungiert als "Lunge" des Hauses – er liefert viel Licht, Belüftung und ein direktes Naturerlebnis (Schnee im Winter, Abendluft im Sommer) mitten im Wohnbereich. Der Innenhof ist ein "Jahreszeitengarten" direkt im Wohnhaus, vom Esszimmer wie auch vom Sofa direkt erlebbar. In den beiden Dachgeschossen befinden sich jeweils zwei Kinderzimmer, zwei Bäder, ein Büro und der Elternschlafbereich. Während das Erdgeschoss durch großzügige, fließende Räume geprägt ist, greifen die kleinteiligeren Strukturen der Dachgeschosse die Typologie historischer Schwarzwaldhöfe auf. Das äußere Kleid des Wohnhauses ist eine Hommage an die Baukultur des Schwarzwaldes. Eine hinterlüftete Fassade aus karbonisiertem Holz schafft den optischen Brückenschlag zu den traditionellen Holzscheunen der Region. Die vertikale Beplankung nutzt die jahrhundertealte Methode der Karbonisierung, um das Material dauerhaft zu schützen, ohne seine natürlichen, regulierenden Eigenschaften zu beeinträchtigen, da die
Verkohlung das Holz auf natürliche Weise konserviert. Holz-Metall-Fenster mit einer präzise abgestimmten Eloxierung verschmelzen im Außenraum mit der dunklen Holzfassade zu einer monolithischen Einheit und sorgen im Innenraum durch die nicht sichtbare Fensterrahmen für einen fließenden Übergang zu den verputzten Wandflächen. Der Blick wird so ungestört auf die Wiesen und Wälder gelenkt. Der bestehende Dachstuhl wurde statisch ertüchtigt. Während die Ergänzungen im Verborgenen liegen, bleibt die historische Konstruktion in den Wohnbereichen durch die sandgestrahlte Oberfläche haptisch und visuell erlebbar.
Auf Grund von ökologischen und konstruktiven Gesichtspunkten, als auch aus Gründen der Nachhaltigkeit wurde die bestehende Konstruktion der Scheune konsequent durch ökologische Wandelemente in Holzrahmenbauweise ergänzt und erweitert .In Kombination mit einer diffusionsoffenen Dämmung aus Holzfasern entstand ein Gebäude, das sowohl in puncto CO2-Bilanz als auch Raumklima höchste Ansprüche erfüllt. Das Wohnhaus erfüllt sämtliche moderne Standards für Wärmedämmung und Energieeffizienz. Die installierte Luftwärmepumpe (Splitausführung) arbeitet ressourcenschonend, senkt den Energieverbrauch und minimiert Emissionen nachhaltig. Durch den unermüdlichen Einsatz der Bauherrschaft und ihrer Großfamilie gelang eine beeindruckende Symbiose aus Kosteneffizienz und ökologischem Anspruch. Von den ersten Rückbauarbeiten bis hin zur präzisen Montage der karbonisierten Holzfassade: Das Teamwork der Bauherrengrossfamilie ermöglichte den Einsatz hochwertigster, wohngesunder Materialien, die den Charakter dieses Zuhauses prägen.
Beschreibung der Besonderheiten
- Respekt vor dem Bestand: Die markante Silhouette am Ortsrand blieb erhalten.
- Architektonisches Konzept: Lufträume und fließende Übergänge machen die ursprüngliche Scheunendimension im Inneren erlebbar.
- Das Atrium als „Lunge“: Ein zentraler Innenhof dient als natürlicher Licht- und Belüftungsspender sowie als privater „Jahreszeitengarten“.
- Raumaufteilung: Offenes Wohnen im Erdgeschoss trifft auf kleinteilige Rückzugsorte in den Dachgeschossen, angelehnt an die Typologie historischer Höfe.
- Fassade: Eine Außenhülle aus karbonisiertem Holz interpretiert die klassische Schwarzwald-Scheune auf zeitgemäße Weise.
- Bauweise: Kombination aus energetischer Sanierung, ressourcenschonendem Umbau und Integration in das bestehende Ortsbild
Nachhaltigkeit
Das Wohnhaus erfüllt sämtliche moderne Standards für Wärmedämmung und Energieeffizienz. Die installierte Luftwärmepumpe (Splitausführung) arbeitet ressourcenschonend, senkt den Energieverbrauch und minimiert Emissionen nachhaltig.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Strom
Sekundärenergie
Holz
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
33,40 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
18,60 kWh/(m²a)
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