Architekturobjekt 1 von 2.752

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


The Urban Machine - Wild Assembly

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Universität Stuttgart, Fakultät 1, Malte Striese, Annalena Ahlert

Perspektive Stützenwald - The Urban Machine - Wild Assembly

© Ahlert, Striese

Perspektive Laubengang - The Urban Machine - Wild Assembly

© Ahlert, Striese

Knotenpunkt M 1:5 - The Urban Machine - Wild Assembly

© Winkler

Knotenpunkt M 1:5 - The Urban Machine - Wild Assembly

© Winkler

Schnittmodell M 1:100 - The Urban Machine - Wild Assembly

© Winkler

Schnittmodell M 1:100 - The Urban Machine - Wild Assembly

© Winkler

Schnittmodell M 1:100 - The Urban Machine - Wild Assembly

© Winkler

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Universität Stuttgart, Fakultät 1, Malte Striese, Annalena Ahlert

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

01.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Anzahl der Vollgeschosse

6- bis 10-geschossig

Raummaße und Flächen

Nutzfläche

20.000 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Urban Machine untersucht das große Potenzial des Baufelds A3 am heutigen Stuttgarter Hauptbahnhof als Labor für eine neue konstruktive Haltung im Umgang mit Bestand, Material und Fügung. Ausgangspunkt ist der umfangreiche Rückbau der historischen Hallen- und Gleisanlagen im Zuge von Stuttgart 21 und der Entwicklung des Rosensteinquartiers. Anstatt diese Strukturen als Abfall zu behandeln, versteht das Projekt sie als wertvolle Ressource:​ Vor Ort werden die demontierten Elemente systematisch erfasst, bewertet und in einem Bauteilkatalog dokumentiert, der ihre Wiederverwendbarkeit ermöglicht. So wird die materielle Geschichte des Ortes nicht gelöscht, sondern in eine neue architektonische Zukunft überführt.

Die Entscheidung für ein großes, selbstbewusstes Bauvolumen positioniert den A3‑Baustein als deutlichen Gegenakzent zum Bonatzbau. Es bildet eine klare städtebauliche Kante zum Rommelplatz, nimmt Höhen und Achsen der Umgebung auf und markiert den Übergang zum entstehenden Rosensteinquartier. Im Inneren prägt ein Stützenwald das Volumen:​ ein dichtes Feld aus Säulen, jeweils aus vier wiederverwendeten Bahnschienen gebildet. Die rhythmische, fast sakrale Struktur wird durch Lichtungen und gezielte Öffnungen aufgebrochen. Ein sich windender Erkundungspfad führt durch diese Sequenzen und schafft abwechslungsreiche räumliche Erlebnisse sowie vielfältige Möglichkeiten der Aneignung.

Die Komplexität des Gebäudes wird über Layer organisiert:​
– eine wiederverwendete Stahlstruktur als raumprägendes Gerüst,
– rote Funktionskerne als infrastrukturelle Ankerpunkte,
– gedämmte Holzboxen, die flexibel in situ eingefügt werden,
– eine modulare Hülle, die eine überdachte Stadtlandschaft schafft,
– sowie Begrünung, die das starre Raster in ein urbanes Gewächshaus transformiert.

Diese Schichtung ermöglicht adaptive Varianz:​ drei Klimazonen, wandelbare Raumprogramme und langfristige Aneignungsfähigkeit. Das Projekt versteht Konstruktion nicht als statischen Endzustand, sondern als offenes System, das auf zukünftige Anforderungen reagieren kann und neue Wege im Weiterbauen des Bestands aufzeigt.

Die konstruktive Logik des Projekts entwickelt sich aus dem Bauteilkatalog des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der die Wiederverwendung der demontierten Stahl‑ und Schienenelemente ermöglicht. Das daraus entwickelte 5,12‑Meter‑Stützenwaldraster folgt direkt der Tragfähigkeit der Reuse‑Bauteile und den Maßen der Reuse‑Dachträger.

Die vertikale Struktur entsteht durch vier verschweißte Bahnschienen pro Stütze, die ein charakteristisches, fast sakrales Tragwerk bilden. Die horizontalen Reuse‑HEA‑Träger werden in ihrer vorhandenen Länge durchlaufend eingesetzt, um Schnitte zu vermeiden und ihre hohe Materialqualität vollständig auszunutzen. Es entstehen sowohl dichte Bereiche als auch größere stützenfreie Räume mithilfe von Reuse‑Fachwerkträgern oder großen HEA‑Profilen. Die Fassade folgt einem modularen Baukastenprinzip aus Glas-, Polycarbonat- und gedämmten Elementen. Im Inneren entstehen flexible Holzboxen auf fest installierten Ebenen, die direkt auf der Baustelle errichtet und langfristig angepasst werden können.

So entsteht ein offenes, zukunftsfähiges System, dessen Fügung und räumliche Logik sich vollständig aus den zur Verfügung stehenden Bauteilen entwickelt.

Beschreibung der Besonderheiten


  • Ressourcennutzung:​ Wiederverwendung demontierter Hallen- und Gleisanlagen von Stuttgart 21 als wertvolle Bauteile
  • Städtebauliche Positionierung:​ Deutlicher Gegenakzent zum Bonatzbau, klare Kante zum Rommelplatz und Übergang zum Rosensteinquartier
  • Konstruktive Fügung:​ Stützenwald aus vier verschweißten Bahnschienen pro Stütze, die ein charakteristisches Tragwerk bilden
  • Modularität:​ Flexible Holzboxen, modulare Fassaden und Begrünung ermöglichen adaptive Klimazonen und wandelbare Raumprogramme
  • Offenes System:​ Konstruktion als zukunftsfähiges, anpassbares System, das auf zukünftige Anforderungen reagieren kann
  • The Urban Machine ist kein fertiges Gebäude, sondern ein sich entwickelnder Prozess:​ partizipativ, anpassbar und fähig, sich mit Klima, Bedürfnissen und Vorstellungskraft zu verändern


 

Nachhaltigkeit

Der Entwurf "Urban Machine" setzt auf ein konsequentes Kreislaufkonzept. Im Mittelpunkt steht die Wiederverwendung der demontierten Stahl- und Schienenelemente vom Stuttgarter Hauptbahnhof. Jedes Bauteil wird erfasst, bewertet und in einem Katalog dokumentiert, um es direkt wiederzuverwenden. Das 5,12-Meter-Raster der Stützen und die Fachwerkträger orientieren sich an den Maßen der vorhandenen Elemente – so gehen keine Ressourcen verloren.
Die Stahlstruktur, besonders der Stützenwald aus vier verschweißten Bahnschienen, bleibt als technischer Nährstoff erhalten. Die modularen Holzboxen und die Fassade aus Glas und Polycarbonat sind so konstruiert, dass sie später demontiert und wiederverwendet werden können.
Drei Klimazonen entstehen durch die Schichtung von Stahl, Holzboxen und Begrünung. Die Begrünung reguliert nicht nur das Klima, sondern mildert auch den Wärmeinseleffekt. Die offene Bauweise ermöglicht flexible Raumnutzungen ohne aufwendige Umbauten.
"Urban Machine" zeigt, wie zirkuläres Bauen funktionieren kann:​ durch geschlossene Kreisläufe, effiziente Materialnutzung und die Fähigkeit, sich an veränderte Bedürfnisse anzupassen.

Schlagworte

Reuse, Stützenwald, Stadtregal, Flexibel, Modular, Stahlwiederverwendung, Klimazonen, Partizipation, Urbanes Gewächshaus, Stuttgart21, Transformation, Bauteilkatalog, Identität

Energetische Kennwerte

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

Weitere Dokumente zum Objekt

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