Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
The Urban Machine - Wild Assembly
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Universität Stuttgart, Fakultät 1, Malte Striese, Annalena Ahlert
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Universität Stuttgart, Fakultät 1, Malte Striese, Annalena Ahlert
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
01.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Stahl
Anzahl der Vollgeschosse
6- bis 10-geschossig
Raummaße und Flächen
Nutzfläche
20.000 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Entscheidung für ein großes, selbstbewusstes Bauvolumen positioniert den A3‑Baustein als deutlichen Gegenakzent zum Bonatzbau. Es bildet eine klare städtebauliche Kante zum Rommelplatz, nimmt Höhen und Achsen der Umgebung auf und markiert den Übergang zum entstehenden Rosensteinquartier. Im Inneren prägt ein Stützenwald das Volumen: ein dichtes Feld aus Säulen, jeweils aus vier wiederverwendeten Bahnschienen gebildet. Die rhythmische, fast sakrale Struktur wird durch Lichtungen und gezielte Öffnungen aufgebrochen. Ein sich windender Erkundungspfad führt durch diese Sequenzen und schafft abwechslungsreiche räumliche Erlebnisse sowie vielfältige Möglichkeiten der Aneignung.
Die Komplexität des Gebäudes wird über Layer organisiert:
– eine wiederverwendete Stahlstruktur als raumprägendes Gerüst,
– rote Funktionskerne als infrastrukturelle Ankerpunkte,
– gedämmte Holzboxen, die flexibel in situ eingefügt werden,
– eine modulare Hülle, die eine überdachte Stadtlandschaft schafft,
– sowie Begrünung, die das starre Raster in ein urbanes Gewächshaus transformiert.
Diese Schichtung ermöglicht adaptive Varianz: drei Klimazonen, wandelbare Raumprogramme und langfristige Aneignungsfähigkeit. Das Projekt versteht Konstruktion nicht als statischen Endzustand, sondern als offenes System, das auf zukünftige Anforderungen reagieren kann und neue Wege im Weiterbauen des Bestands aufzeigt.
Die konstruktive Logik des Projekts entwickelt sich aus dem Bauteilkatalog des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der die Wiederverwendung der demontierten Stahl‑ und Schienenelemente ermöglicht. Das daraus entwickelte 5,12‑Meter‑Stützenwaldraster folgt direkt der Tragfähigkeit der Reuse‑Bauteile und den Maßen der Reuse‑Dachträger.
Die vertikale Struktur entsteht durch vier verschweißte Bahnschienen pro Stütze, die ein charakteristisches, fast sakrales Tragwerk bilden. Die horizontalen Reuse‑HEA‑Träger werden in ihrer vorhandenen Länge durchlaufend eingesetzt, um Schnitte zu vermeiden und ihre hohe Materialqualität vollständig auszunutzen. Es entstehen sowohl dichte Bereiche als auch größere stützenfreie Räume mithilfe von Reuse‑Fachwerkträgern oder großen HEA‑Profilen. Die Fassade folgt einem modularen Baukastenprinzip aus Glas-, Polycarbonat- und gedämmten Elementen. Im Inneren entstehen flexible Holzboxen auf fest installierten Ebenen, die direkt auf der Baustelle errichtet und langfristig angepasst werden können.
So entsteht ein offenes, zukunftsfähiges System, dessen Fügung und räumliche Logik sich vollständig aus den zur Verfügung stehenden Bauteilen entwickelt.
Beschreibung der Besonderheiten
- Ressourcennutzung: Wiederverwendung demontierter Hallen- und Gleisanlagen von Stuttgart 21 als wertvolle Bauteile
- Städtebauliche Positionierung: Deutlicher Gegenakzent zum Bonatzbau, klare Kante zum Rommelplatz und Übergang zum Rosensteinquartier
- Konstruktive Fügung: Stützenwald aus vier verschweißten Bahnschienen pro Stütze, die ein charakteristisches Tragwerk bilden
- Modularität: Flexible Holzboxen, modulare Fassaden und Begrünung ermöglichen adaptive Klimazonen und wandelbare Raumprogramme
- Offenes System: Konstruktion als zukunftsfähiges, anpassbares System, das auf zukünftige Anforderungen reagieren kann
- The Urban Machine ist kein fertiges Gebäude, sondern ein sich entwickelnder Prozess: partizipativ, anpassbar und fähig, sich mit Klima, Bedürfnissen und Vorstellungskraft zu verändern
Nachhaltigkeit
Die Stahlstruktur, besonders der Stützenwald aus vier verschweißten Bahnschienen, bleibt als technischer Nährstoff erhalten. Die modularen Holzboxen und die Fassade aus Glas und Polycarbonat sind so konstruiert, dass sie später demontiert und wiederverwendet werden können.
Drei Klimazonen entstehen durch die Schichtung von Stahl, Holzboxen und Begrünung. Die Begrünung reguliert nicht nur das Klima, sondern mildert auch den Wärmeinseleffekt. Die offene Bauweise ermöglicht flexible Raumnutzungen ohne aufwendige Umbauten.
"Urban Machine" zeigt, wie zirkuläres Bauen funktionieren kann: durch geschlossene Kreisläufe, effiziente Materialnutzung und die Fähigkeit, sich an veränderte Bedürfnisse anzupassen.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
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