Architekturobjekt 1 von 3.727

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: KIT, Architektur, Thomas Breidert

AUFBAU - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

AUFBAU - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

UMSETZUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

UMSETZUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

UMSETZUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

UMSETZUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

EVENT - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

EVENT - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

EVENT - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

EVENT - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

EVENT - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

AUSWERTUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

AUSWERTUNG - TEMPORÄRER LEERSTAND oder eher [TEMPORÄRER VOLLSTAND] und die Sache mit den Quadratmetern (Oststadt Edition)

© Thomas Breidert

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: KIT, Architektur, Thomas Breidert

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

07.2025

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Bekannterweise sind die meisten öffentlichen Räume dem Verkehr gewidmet. Während in der Karlsruher Oststadt der Quadratmeterpreis zum Wohnen um 23,6% innerhalb von 5 Jahren von 11,60€ auf 14,80€ pro Monat gestiegen ist, bezahlt man für den Quadratmeter zum Parken meist gar nichts. Die Initiaitve “Temporärer Vollstand” zeigt die Vision, wie wir durch mehr Flächengerechtigkeit den öffentlichen Raum neu denken. 
Ausgangspunkt sind drei zentrale Entwicklungen, die deutschlandweit,  jedoch exemplarisch und statistisch belegt in der Oststadt auftreten:​
I.   ein steigender Pro-Kopf-Flächenverbrauch.
II. ein steigender Flächenbedarf von PKWs.
III. ein steigender Quadratmeterpreis von Wohnen im Verhältnis zu günstigen Stellplatzflächen und einer jungen Bewohnerstruktur.
So hat sich die durchschnittliche Belegung von Wohnungen in der Oststadt seit 2015 deutlich reduziert, während die Pkw-Dichte im selben Zeitraum stark angestiegen ist. Parallel dazu sind die Wohnkosten in den letzten fünf Jahren stark gestiegen, während Parkraum nahezu entgeltfrei bleibt und gleichzeitig große Teile des öffentlichen Raums bindet.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie Parkraum als untergenutzte Fläche für die gemeinschaftliche Nutzung aktiviert werden kann. Ziel ist es, Wohnraum indirekt zu erweitern, indem Funktionen des Wohnens in den öffentlichen Raum ausgelagert und kollektiv bespielt werden. Dadurch lassen sich die Wohngrundrisse im Bestand effizient umgestalten. Methodisch zeichnet sich der Entwurf durch einen stark partizipativen Ansatz aus.
Die Arbeit gliedert sich in drei Abschnitte:​ Status Quo, Möglichkeiten und Umsetzung.
Im ersten Schritt analysierte ich Daten aus dem Statistikatlas Karlsruhe. Im zweiten Schritt untersuchte ich die rechtlichen und räumlichen Potenziale von Parkierungsflächen, insbesondere vor dem Hintergrund einer 2024 angepassten Stellplatzsatzung, die reduzierte Nachweise ermöglicht. Im Falle eines Um- oder Neubaus muss in der Oststadt z.B. nur noch ein Stellplatz für zwei Wohnungen anstatt einem Stellplatz für jede einzelne Wohnung bereitgestellt werden. Ich näherte mich dem Stadtteil durch Kartierungen, Fotografien und filmische Dokumentationen, die vor allem die subjektive Wirkung des „Vollstands“ einfangen. Durch eine Flyer-Aktion kam ich in direkten Kontakt mit Anwohner*innen, die mir Grundrisse zur Verfügung stellten. Daraus wählte ich drei konkrete bauzeitlich und örtlich verschiedene Wohnungstypen aus, die sich ebenso in ihren zugeschalteten Parkplatztypologien unterschieden.
Im dritten Schritt entwickelte ich Strategien, wie frei werdende Parkflächen als gemeinschaftliche Räume den Bestand ergänzen und so eine Umstrukturierung der Wohnungen ermöglichen, die bedarfsgerechte Einheiten schafft, ohne Lebensqualität einzubüßen.
Auf den Stellplätzen werden “Parkhäuser” errichtet, leichte bauliche Strukturen mit gemeinschaftlichen Nutzungen. Küche, Wohnzimmer oder Büro werden in den Straßenraum ausgelagert, von mehreren Parteien bespielt und innerhalb der Bestandswohnungen übergreifend eingespart. Denkbar ist auch eine Ergänzung zum Garten oder Badestelle. Die kollektive Nutzung fördert zugleich soziale Interaktion im Quartier.
Die Eingriffe in den Bestand unterscheiden sich nach Tiefe in Mini, Medi Maxi:​
Mini ist der baulich kleinstmögliche Eingriff. Er basiert auf der klassischen Wohngemeinschaft, in der gemeinschaftliche Räume zu privaten umgenutzt werden können. Dieser Ansatz lässt sich flächendeckend, insbesondere bei älteren oder schützenswerten Bauten verfolgen.
Medi sieht gezielte Eingriffe in den Bestand vor, um zusätzliche, eigenständige Kleinstwohnungen zu schaffen, die weiterhin über die bestehenden Treppenhäuser erschlossen werden.
Maxi beschreibt eine umfassende Reorganisation des Bestands und der Erschließung. Dadurch entstehen die meisten individuellen Kleinstwohnungen. Dieser Ansatz erzeugt die höchste Dichte, erfordert jedoch den höchsten baulichen Aufwand.
Ein wesentlicher Meilenstein war die prototypische Umsetzung im Rahmen einer Aktion des Reallabors „Zukunftsraum“ (KIT). Unter dem Namen „Stadtwohnzimmer“ lud es Anwohner*innen dazu ein, sich einen Nachmittag lang den öffentlichen Raum anzueignen und mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen. Zu diesem Anlass baute ich ein temporäres 1:​1-Pop-Up auf einem Stellplatz, welches das räumliche Konzept validierte und zum Austausch einlud. Passant*innen waren angehalten, ihre Meinung getreu dem Motto „mal dir dein Traum Zimmer“ zu teilen und mit eigenen Wünschen die noch leeren Wände zu schmücken.
Das Projekt wurde auf der Plattform „Initiatives for Transformation“ veröffentlicht und wird aktuell für eine Präsentation im Rahmen des Sommerkonvents der Bundesstiftung Baukultur weiterentwickelt. Der derzeitige Stand umfasst sowohl konzeptionelle Strategien als auch einen ersten realisierten Prototypen und versteht sich als übertragbares Modell für eine gemeinwohlorientierte Transformation urbaner Bestandsräume durch eine veränderte Stellpatzssatzung.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Diskussion um Parkplätze als Potentialräume:​ Wie können durch strukturelle Veränderungen von Rahmenbedingungen, wie die Stellplatzsatzung, bestehende Stadtstrukturen im Sinne der Flächengerechtigkeit weiterentwickelt werden? Es geht weniger um die architektonische Lösung selbst als um die Anstoßwirkung für eine Transformation von Innenstädten.
Konkret verbindet das Projekt drei Ebenen:​ Analyse, Architektur und Realexperiment. Auf Basis statistischer Daten und der geänderten Stellplatzsatzung werden drei Eingriffstypen entwickelt. Mini nutzt bestehende Grundrisse als WG-Modell, Medi ergänzt Kleinstwohnungen über vorhandene Treppenhäuser, Maxi reorganisiert den Bestand vollständig. Allen gemeinsam ist die Ergänzung durch leichte bauliche Strukturen auf ehemaligen Stellplätzen. Gemeinschaftliche Küchen, Arbeitszimmer, Gärten oder Badestellen, die Funktionen aus der Wohnung in den Straßenraum auslagern. Die Bestandswohnungen werden kleiner, der nutzbare Raum insgesamt aber nicht. Der 1:​1-Pavillon im Rahmen des „Stadtwohnzimmers" validierte dieses Prinzip räumlich und im Dialog mit der Nachbarschaft.

Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt konsequent den Suffizienz-Gedanken, nicht als Verzicht, sondern als Aneignung. Durch die Auslagerung gemeinschaftlicher Funktionen in den Straßenraum können private Wohnflächen reduziert werden, ohne an Nutzungsqualität zu verlieren. Die leichten baulichen Strukturen auf ehemaligen Stellplätzen setzen auf bereits versiegelte Flächen, benötigen ein Minimum an Haustechnik und sind als rückbaubare Holzkonstruktionen gedacht. Es wird nicht neu gebaut, sondern das Vorhandene umverteilt.

Auszeichnungen

Ausstellung am Konvent der Baukultur im Forum 4

Schlagworte

Flächengerechtigkeit, Nachverdichtung, Bestandstransformation, Stellplatzsatzung, Gemeinschaftsräume, Reallabor, Suffizienz, öffentlicher Raum, Karlsruhe

Objektdetails

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