Architekturobjekt 3 von 2.692

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


TAKE CARE

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Architektur, Maxine Lass

Blick von Süden ins Quartier - TAKE CARE

© Maxine Lass

Südlicher Innenhof - TAKE CARE

© Maxine Lass

Quartierszentrum - TAKE CARE

© Maxine Lass

Neuer Vorplatz an der Birkenstraße - TAKE CARE

© Maxine Lass

Offener Wohnungsgrundriss - TAKE CARE

© Maxine Lass

Betreute Senior:innen WG - TAKE CARE

© Maxine Lass

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Architektur, Maxine Lass

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

04.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzskelettbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Grundstücksgröße

20.700 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Bauaufgabe geht auf ein Werkstattverfahren der Stadt zurück, mit dem die Weiterentwicklung des GSZM (Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit) angestoßen wurde. Ziel war es, das Areal behutsam zu verdichten und zukunftsfähig weiterzudenken. Dieses Verfahren bildet den Ausgangspunkt der Masterthesis. Darauf aufbauend wurde das Potenzial gesehen, den Wohnungsbau stärker zu integrieren und innerhalb des bestehenden Rahmens ein neues Quartier zu entwickeln, das sowohl aus sich heraus funktioniert als auch in seinen städtebaulichen Kontext eingebunden ist.

Der bestehende Campus mit seinem Fokus auf Gesundheit und soziale Angebote bildet dabei die Grundlage. Diese Struktur wird nicht ersetzt, sondern weiterentwickelt und um Wohnen sowie gemeinschaftliche Nutzungen ergänzt. Ziel ist es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den sozialen Charakter des Ortes zu stärken.

Als Antwort darauf integriert der Entwurf TAKE CARE rund 150 Wohnungen für eine vielfältige Bewohnerschaft. Neben klassischen Wohnformen wird auch temporäres Wohnen für vulnerable Gruppen angeboten, um unterschiedliche Lebensrealitäten abzubilden und soziale Durchmischung aktiv zu fördern. Wohnen wird dabei nicht isoliert gedacht, sondern als Teil eines größeren sozialen Gefüges.

Im Erdgeschoss und auf einigen Dachflächen entstehen ergänzende Gemeinschaftsflächen, die direkt an die bestehende soziale Infrastruktur des GSZM anschließen. Sie sind als offene, niedrigschwellige Räume konzipiert und fördern Begegnung, Austausch und Unterstützung im Alltag – sowohl für Bewohner:​innen als auch für die Nachbarschaft.

Städtebaulich entwickelt der Entwurf die vorhandene Struktur weiter und stärkt den Campuscharakter des Areals. Neubauten fügen sich in Maßstab und Körnung ein und bilden zusammen mit dem Bestand ein durchlässiges Gefüge aus Gebäuden und Freiräumen. Diese Freiräume verbinden Alt und Neu, schaffen Aufenthaltsqualität und ermöglichen vielfältige Nutzungen.

Der Entwurf folgt einem klaren Prinzip, das vom Städtebau bis zur Wohnung durchgehalten wird. Alle Bereiche sind aus der Perspektive der Nutzer:​innen gedacht – von den Wegen über die gemeinschaftlichen Zonen bis hin zu den Wohnungsgrundrissen. Dieses inhaltliche Prinzip wird durch ein durchgängiges konstruktives System ergänzt:​ Alle Neubauten sind als Holzskelettbauten mit demselben Raster konzipiert, die eine flexible Grundrissgestaltung ermöglichen und zugleich einen nachhaltigen, ressourcenschonenden Ansatz verfolgen. So entsteht eine Nachverdichtung, die nicht nur Wohnraum ergänzt, sondern den sozialen Anspruch des Ortes räumlich weiterführt und in ein gemischtes, lebendiges Quartier übersetzt.

Beschreibung der Besonderheiten

TAKE CARE entwickelt die Nachverdichtung des GSZM als durchlässiges, gemischtes Quartier. Wohnen, soziale Angebote und gemeinschaftliche Nutzungen sind eng miteinander verknüpft und ergänzen den bestehenden Campus. Die Wegebeziehungen folgen der Idee des alltäglichen Gebrauchs:​ kurze, direkte Verbindungen zwischen Wohnen, Freiräumen und den sozialen Einrichtungen des Bestands prägen die Struktur.
Die Erdgeschosse bilden dabei die zentralen Schnittstellen. Hier liegen gemeinschaftliche Räume, die sowohl den Bewohner:​innen als auch dem GSZM und der Nachbarschaft offenstehen. Sie verbinden die unterschiedlichen Nutzungen und ermöglichen niedrigschwellige Begegnungen im Alltag.
Die Freiräume strukturieren das Areal als zusammenhängendes System aus Höfen, Wegen und Aufenthaltsbereichen. Sie verbinden Bestand und Neubau und schaffen Orientierung sowie informelle Nutzungszonen. Dachflächen werden zusätzlich als gemeinschaftliche Bereiche aktiviert und erweitern die Nutzung über die Erdgeschossebene hinaus.
Das Wohnen ist bewusst vielfältig organisiert und umfasst auch temporäre Wohnformen für vulnerable Gruppen. Dadurch entstehen unterschiedliche Grade von Privatheit und Gemeinschaft, die sich über das gesamte Areal hinweg verzahnen und flexibel aufeinander reagieren.

Nachhaltigkeit

Im Projekt TAKE CARE wird ein konsequent ressourcenschonender Ansatz verfolgt, der auf Suffizienz, Materialeffizienz und Kreislauffähigkeit basiert. Ausgangspunkt ist die Weiterentwicklung des Bestands im GSZM, wodurch bestehende Strukturen erhalten und weitergenutzt werden.
Die Neubauten werden als Holzskelettkonstruktionen konzipiert. Holz als nachwachsender Baustoff ermöglicht eine reduzierte CO₂-Bilanz, hohe Vorfertigung und eine gute Rückbaubarkeit. Der konstruktive Ansatz ist so gewählt, dass Bauteile sortenrein trennbar bleiben und damit prinzipiell kreislauffähig sind.

Im Sinne der Suffizienz wird bewusst mit kompakten Strukturen gearbeitet, die Flächen effizient nutzen und keine überdimensionierten Baukörper erzeugen. Gemeinschaftliche Räume im Erdgeschoss sowie die Aktivierung von Freiräumen und Dachflächen reduzieren den Bedarf an zusätzlicher Baufläche und fördern die Mehrfachnutzung von Raum.

Energieeffizienz wird durch kompakte Gebäudestrukturen, optimierte Hüllflächen und die Einbindung in den Bestand angestrebt. Durch die Mischung unterschiedlicher Nutzungen entstehen zudem Synergien im täglichen Betrieb, die Ressourcen im Quartier effizienter nutzen.
Insgesamt folgt das Projekt einem Ansatz, der Bestandserhalt, Holzbau und flexible Nutzungsstrukturen kombiniert und damit auf eine reduzierte, langlebige und potenziell kreislauffähige Bauweise abzielt.

Schlagworte

GSZM Berlin, Berlin Moabit, Nachverdichtung, Sozialer Wohnungsbau, Gesundheits- und Sozialzentrum, Caring City, Städte für Menschen, inklusives Wohnen, Betreutes Wohnen, Senior:innen Wohnungen, Gemeinschaftliches Wohnen, Holzskelettbau, Umbau, Bestandsumbau, soziale Durchmischung, temporäres Wohnen, Nachhaltiger Wohnungsbau, nachhaltiges Bauen, urbanes Quartier

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