Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2015: Teilnehmer
Stadtverwaltungsbau fĂŒr die Zukunft
Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Hochschule fĂŒr Technik Stuttgart, Architektur, Nora Havel
Diese ObjektprĂ€sentation wurde angelegt von: Hochschule fĂŒr Technik Stuttgart, Architektur, Nora Havel
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der BaumaĂnahme
Entwurfskonzept
Zeichnungen und Unterlagen
Verwendete Produkte
GebÀudedaten
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
6- bis 10-geschossig
RaummaĂe und FlĂ€chen
Bruttorauminhalt
242.500 m³
BruttogrundflÀche
50.000 m²
GrundstĂŒcksgröĂe
19.650 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das Bebauungsareal befindet sich am Rand der Stuttgarter Innenstadt zwischen der HauptstĂ€tterstraĂe, einer sechsspurigen, stark befahrenen Strasse, und der EberhardstraĂe, einer verkehrsberuhigten FuĂgĂ€ngerzone. PrĂ€gnant fĂŒr den Standort sind auĂerdem die fuĂlĂ€ufige und die visuelle Verbindung vom Rathaus und. Marktplatz zur Leonhardtskirche und zum Bohnenviertel. Diese Aspekte waren bestimmend fĂŒr die stĂ€dtebauliche Formgebung der Bebauung. Es entstand ein Ensemble aus sechs GebĂ€uden, die sich um einen langgezogenen rechteckigen Innenraum anordnen und an wichtigen Wegeverbindungen vom Boden abheben. Die bewegte Architektur bildet so einen baulichen Filter zwischen HauptstĂ€tterstraĂe und EberhardstraĂe. Sie schottet den LĂ€rm vom groĂen Verkehrsaufkommen der HauptstĂ€tterstraĂe ab, und sie schafft auch eine deutlich spĂŒrbare und sichtbare rĂ€umliche Verbindung in die Innenstadt. Von der EberhardstraĂe kommend entsteht zwischen den GebĂ€uden ein AuĂenraum, der als Platz zum Verweilen dient. Insgesamt soll um die Bebauung herum ein ÂŽshared spaceÂŽ angelegt werden, der die Zusammengehörigkeit der Funktion als FuĂgĂ€ngerzone und Randbereich der Innenstadt verdeutlicht. Im Bereich zur EberhardstraĂe entsteht so ein neuer groĂer und frei bespielbarer Platz fĂŒr die Stuttgarter Innenstadt. Dieser wird belebt durch vereinzelt positionierte Vegetation, Sitzgelegenheiten und das Heraufholen des Nesenbachkanals entlang der Bebauung an dieser Stelle ins Stadtbild. Auch im Bereich der HauptstĂ€tterstraĂe wird das StraĂenbild verĂ€ndert. Der ÂŽshared spaceÂŽ wird ĂŒber den ebenerdigen Teil der StraĂe erweitert, damit eine verkehrsberuhigte Zone entsteht, die die fuĂlĂ€ufige Verbindung der gegenĂŒberliegenden Stadtviertel begĂŒnstigt.
Immer prĂ€sent in InnenstĂ€dten groĂer Ballungszentren sind Handel, Gastronomie und öffentlicher Verkehr. Sie prĂ€gen das Bild des Bebauungsareals, weshalb sie auch in der Nutzungsstruktur des Entwurfes berĂŒcksichtigt werden. Das Erdgeschoss beherbergt Platz fĂŒr Gastronomie, Einzelhandel, Torurismusangebote und andere Dienstleistungen, die durch ihre Orientierung zu beiden GebĂ€udeseiten eine Verbindung zwischen Innenraum und den angrenzenden StraĂenbereichen schaffen. Die LĂ€den sind zum Teil zweigeschossig ĂŒber Erdgeschoss und erstes Untergeschoss angelegt. Im ersten Untergeschoss befinden sich UnterfĂŒhrungen zur Stadtbahn. Es ist ĂŒber zwei groĂe Freitreppen, die unterhalb der angehobenen GebĂ€udeteile der langen Seiten platziert sind, erschlossen. Im Bereich unter dem oberirdischen Innenhof ist ein boulevardartiger, zentraler Platz, mit natĂŒrlicher Belichtung von oben und seitlich angeordneten Ladeneinheiten geplant. Die Endbereiche sind fĂŒr Nutzungen der Stadtverwaltung vorgemerkt. Im Allgemeinen stellen BĂŒrorĂ€ume, Veranstaltungsbereiche und Nebennutzungen der Stadtverwaltung die Hauptnutzung des GebĂ€udekomplexes dar. Sie sind den verschiedenen Ămtern der Stadt Stuttgart zugeordnet.
Ebenfalls wichtig fĂŒr die Stuttgarter Innenstadt ist die Wohnnutzung. Insgesamt entsteht im Bereich zum neuen Eberhardplatz ein durchmischter Wohnungsmix, der mehrere Gesellschaftsgruppen bedienen kann.
Die auffĂ€lligen Wellen und die Auskragungen des GebĂ€udes nehmen Bezug zur Umgebung auf und lassen dadurch eine bewegte Architektur entstehen, die imagetragend fĂŒr die Stuttgarter Innenstadt sein soll. Damit das GebĂ€ude nachhaltig sein kann, muss es seiner Funktion optimal entsprechen und aus geeigneten Materialien mit hoher BestĂ€ndigkeit bestehen. Das bedeutet, dass die Funktion der Verwaltung sehr gut bedient werden muss. Eine hohe FlexibilitĂ€t in der Nutzung der BĂŒrorĂ€ume ist von Vorteil, da sich die BĂŒrotypologie derzeit durch elektronische und gesellschaftliche EinflĂŒsse derzeit stark wandelt.
Die BĂŒrostruktur ist die eines KombibĂŒros mit einfach seitlich angeordneten Zellen und einem breiterem Kommunikationsbereich, der unterschiedlich bespielbar ist. Das Tragwerk der Auskragungen ist ein StahlfachwerktrĂ€ger, der sich ĂŒber die ersten beiden Geschosse erstreckt und die oberen Geschosse hebt. Der restliche GebĂ€udeteil wird durch ein einfaches StĂŒtzentragsystem mit hoher FlexibilitĂ€t getragen, dass auf die Tragachsen des FachwerktrĂ€gers bezogen ist. Die Erschliessungs- und SanitĂ€rkerne dienen zusĂ€tzlich zur Aussteifung.
Die Fassade ist horizontal unterteilt. Das unterstreicht das Erscheinungsbild der wellenförmigen Baumasse und lĂ€sst ein einheitliches Gesamtbild entstehen. Zwischen den horizontalen Elementen befinden sich breite Lamellen, deren Anordnung und Beweglichkeit abhĂ€ngig von der Besonnung sind. An den SĂŒdfassaden sind die Lamellen dementsprechend beweglich und dienen als Sonnenschutz. An den Endfassaden der einzelnen Baukörper, die sich in den schmalen Gassen gegenĂŒber stehen, sowie im Bereich der massiven Kerne, ist ein anderer, geschlossener Fassadentyp geplant. Es wĂ€re denkbar eine Medien- oder Lichtfassade zu gestalten. Das Sonnenschutzsystem ist Teil des Klimakonzeptes, das auĂerdem die Platzierung von Photovoltaikanlagen auf den nach SĂŒden ausgerichteten DachflĂ€chen und die Integration von Regenauffangwasserbecken vorsieht. Die Raumtemperatur wird durch Betonkernaktivierung in den Geschossdecken geregelt. AuĂerdem wird der FuĂboden als Doppelboden ausgefĂŒhrt, damit die Verlegung von technischen Leitungen so einfach und flexibel wie möglich geschehen kann.
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