Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Stadtfransen
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Fakultät VI, Ferdinand Storjohann
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Fakultät VI, Ferdinand Storjohann
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
01.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
6- bis 10-geschossig
Raummaße und Flächen
Wohnfläche
2.350 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die Antwort des Entwurfs liegt in der konsequenten Zweiteilung des Gebäudes: Ein ortsspezifischer Sockel nimmt den Supermarkt sowie gemeinschaftliche Erdgeschossnutzungen auf und reagiert unmittelbar auf die jeweilige städtebauliche Situation. Darüber entsteht ein freies System von Baukörper, das unabhängig vom Standort funktioniert und so die geforderte Übertragbarkeit des Prototyps sicherstellt. Für das Grundstück in Tempelhof übersetzt sich dieses Prinzip in eine strenge, der Bahntrasse folgende Sockelkante, die sich zum Stadtraum hin durch gezielte Einschnitte auflockert. Diese Einschnitte erschließen sowohl den Supermarkt als auch die gemeinschaftlichen Erdgeschossnutzungen und führen über Treppen hinauf zu einer großzügigen, gemeinschaftlich genutzten Terrasse auf dem Sockeldach.
Auf dem Sockel stehen vier Baukörper in Nord-Süd-Ausrichtung. Ihre Geschossigkeit staffelt sich im an der Höhe der umgebenden Bebauung. In ihnen sind unterschiedliche Wohntypologien möglich wie auch Maisonette-, Cluster oder großzügige Familienwohnungen. Im ersten Obergeschoss liegt der Kiezraum, der nicht nur der Hausgemeinschaft, sondern auch der Nachbarschaft im Tempelhofer Kiez offensteht und als sozialer Mittelpunkt der Genossenschaft fungiert.
Beschreibung der Besonderheiten
Den genossenschaftlichen Gedanken trägt der Entwurf konsequent in den Wohnalltag: Waschräume, Gästezimmer, Arbeitszimmer, Werkstätten und Freiräume werden gemeinschaftlich genutzt und reduzieren so den individuellen Flächenbedarf, ohne den Wohnkomfort zu schmälern. Zusätzlich lassen sich Wohnungen über sogenannte Joker-Räume erweitern.
Nachhaltigkeit
Die Fassade der oberen Geschosse besteht aus vertikal hinterlüfteter Vollholzbekleidung vor diffusionsoffener Holzfaserdämmung und Zellulose-Einblasdämmung in den Holzständerwänden. Somit werden hier nachwachsende, kreislauffähige Baustoffe mit geringem Herstellungsaufwand eingesetzt. Innenseitig kommen Lehmbauplatten mit Lehmputz zum Einsatz, die ein feuchteregulierendes, gesundes Raumklima schaffen und am Lebensende rückstandslos in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. In den Geschossdecken sorgt eine Brettsperrholzdecke mit ungebundener Kalksplitt-Schüttung für ausreichende Masse zum Trittschallschutz, ohne dafür auf eine massive Betondecke angewiesen zu sein; als Bodenbelag kommt Linoleum als weiterer nachwachsender, gut rückbaubarer Baustoff zum Einsatz.
Auch jenseits der Konstruktion zeigt sich Nachhaltigkeit als Suffizienzprinzip: Durch das Teilen von Innen- und Freiräumen sinkt der individuelle Flächenbedarf pro Bewohner*in, mit entsprechend geringerem Material- und Energieaufwand pro Wohneinheit. Die Joker-Räume verstärken diesen Effekt, da sich Wohnraum flexibel statt dauerhaft erweitern lässt. Ergänzt wird dies durch ein konsequent autofreies Mobilitätskonzept mit ausreichend überdachten Fahrradstellplätzen anstelle von PKW-Stellplätzen für die Genossenschaftswohnungen.
Auszeichnungen
2. Preis Joanes-Preis 2025
Schlagworte
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