Architekturobjekt 195 von 222

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2014: Teilnehmer


Single, Double, Triple... X-ple

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: Technische UniversitÀt Darmstadt, Architektur, Bedrettin Altay

Ansicht Neckarstraße - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Ansicht Neckarstraße Detail - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Innenhof - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Innenhof & Erschließung - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Erschließung - Single, Double, Triple... X-ple

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Zugang zur 2.Wohnebene - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Innenraum 2. Wohnebene - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Innenraum Wohnzimmer - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

AtmosphÀrischer Schnitt - Single, Double, Triple... X-ple

© Bedrettin Altay

Diese ObjektprÀsentation wurde angelegt von: Technische UniversitÀt Darmstadt, Architektur, Bedrettin Altay

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

GebÀudedaten

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und FlĂ€chen

GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe

2.750 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Objektbeschreibung

In diesem Entwurfskonzept geht es um ein zur VerfĂŒgung stehendes BestandsgebĂ€ude, nĂ€mlich das „Stolze Haus“ in Darmstadt (Neckarstr. 4-6), mit einem angrenzenden, großen GrundstĂŒck, das zu einem angepassten Wohnumfeld transformiert werden und auf die BedĂŒrfnisse an ein vielfĂ€ltiges Wohnangebot unterschiedlichster Nutzer eingehen soll. Hierbei gilt es eine flexible und bewegliche Architektur, angepasst an die unterschiedlichsten BedĂŒrfnisse in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, zu entwickeln. Eine intelligente Verzahnung von Gemeinschaft und EigenstĂ€ndigkeit ist dabei in den rĂ€umlichen Überlegungen verstĂ€rkt einzubeziehen. Denn gemeinsam genutzte Bereiche können dabei helfen Vorbehalte insbesondere zwischen unterschiedlichen Altersgruppen und Kulturen abzubauen und die Akzeptanz/Identifikation mit dem gebauten Umfeld zu stĂ€rken. Die Entwicklung eines interessanten Erschließungskonzeptes einschließlich des Aspektes der Barrierefreiheit in all ihren Sinnen ist daher ein Grundstein fĂŒr die gesamte GebĂ€udekonzeption.


Konzeptionelle Umsetzung

FĂŒr die Bearbeitung der besagten Bauaufgabe war es zunĂ€chst einmal nötig noch einmal zu untermauern, dass das Wohnen ein stĂ€ndiger Zustand ist in dem sich der Mensch befindet und daher auch sein Grundrecht. Wohnen verbindet Menschen ganz unabhĂ€ngig ihrer Situation mit Orten und gibt Ihnen das GefĂŒhl der Zugehörigkeit.
Nichts desto trotz stellt man immer wieder fest, dass sogar die rein physische Erreichbarkeit von (Wohn-) RĂ€umen fĂŒr einen Großteil der Bevölkerung ein Wunschtraum darstellt.
Momentan leben wir in einer Zeit in der auf politischer Ebene immer hĂ€ufiger ĂŒber den Generationenvertrag und dessen Bruch debattiert wird. Dieses Thema hat tiefgreifendere Auswirkungen, nicht nur auf politischer Ebene sondern auch fĂŒr die Architektur.

Denkt man an generationsĂŒbergreifendes Wohnen, kommt zunĂ€chst einmal der Gedanke eines Wohnraumes, dem man von seiner Geburt bis zu seinem Tod verbunden bleibt.
In unserer modernen Welt ist dies jedoch kaum noch gegeben. Eine sich stetig und immer schneller wandelnde, sich individualisierende Gesellschaft, mit neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen und den daraus resultierenden AnsprĂŒchen ist RealitĂ€t geworden. Diesen neuen UmstĂ€nden gilt es in der Architektur LösungsansĂ€tze zu bieten.

Dieser Entwurf wirkt mit seiner KonzeptualitÀt dieser Entwicklung entgegen.
Unterschiedliche Generationen, Lebenswirklichkeiten und –umstĂ€nde werden hier nicht von einander separiert und isoliert wie im gewöhnlichen Wohnungsbau. Stattdessen werden die individuellen FĂ€higkeiten eines jeden, das Miteinander und Nachbarschaften entgegen der derzeitigen Entwicklungen gestĂ€rkt um das SozialgefĂŒge wieder herzustellen ohne als Konsequenz PrivatsphĂ€ren und IndividualitĂ€ten zu Opfern.
Gestalterisch Ă€ußert sich dies durch die Erscheinungsform des GebĂ€udes. Die fĂŒr unterschiedliche Nutzer entwickelten Wohnungen wirken wie in das BestandsgebĂ€ude eingesetzte Bauklötze, die zusĂ€tzlich ineinander verschoben wurden. Dadurch wird jede Wohnung von außen klar erkennbar, funktioniert aber nur in der Gemeinschaft mit den anderen Parteien.

Die Anwesenheit unterschiedlicher Generationen und UmstÀnde fördern in der Gesellschaft einen gesunden Bezug zur Lebenswirklichkeit. Jedoch werden von vielen durch die Isoliertheit der Menschen heutzutage die UmstÀnde der Anderen bewusst ignoriert.
Daher fördert dieses Wohungsbaukonzept fĂŒr das DarmstĂ€dter Stolze Haus eine gezielt heterogene Gemeinschaft durch die Aufhebung von kommunikativen wie konstruktiven Barrieren.
Als Grundparameter fĂŒr die Bearbeitung des Entwurfes stand das Verhindern kĂŒnstlich geschaffener Hindernisse, die in ihrem Wesen unnötig sind und das Ziel eine Barrierefreiheit zu generieren, die als universeller Standart spĂ€ter ĂŒberall einsetzbar ist. Nicht etwa die Limitierung auf diesen Einzelfall ist die Absicht gewesen, sondern die Schaffung eines Exempels im Wohnungsbau, der Freude bringt.


Die Wohnungen selbst ĂŒbersetzen genau das in eine architektonische Form. Alle Wohnungen bestehen aus einem eingeschossigem und einem zweigeschossigem Bereich und schaffen durch das reine Raumempfinden eine klare Zonierung zwischen PrivatsphĂ€re und Gemeinschaft.
Um den hohen Raum trotzdem nicht nur aus einer Perspektive betrachten zu können, sondern ihn auch erlebbarer zu machen befinden sich minimal gestaltete Aufenthaltsmöglichkeiten in der zweiten Ebene. Diese unterscheiden sich von einer typischen Maisonette und verstÀrken innerhalb des gemeinschaftlich genutzten Wohnbereiches noch einmal eine Raumaufteilung im Wohnzimmerbereich.
Entgegen der Meinung, dass sich Barrierefreiheit im Wohnungsbau nur in einer Ebene abspielt wird in diesem Konzept bewusst eine vertikal funktionierende Komponente eingesetzt, die deutlich macht, dass eine Erreichbarkeit von RĂ€umen nicht unbedingt innerhalb eines Wohnraumes stattfinden muss.
Durch die Anbindung der zweiten Ebene mit dem Außenraum entstehen wiederum Öffnungen und FreirĂ€ume, welche die Kommunikation zwischen den Nachbarn fördert. Die klare Ausrichtungsform der Wohnungen wird (aus der reinen Ansicht nicht erkennbar) gezielt aufgebrochen und relativiert plötzlich die isoliert wirkende Kubatur der einzelnen Wohnungen.
Alle öffentlichen Bereiche in der Wohnanlage sind von allen Bewohnern oder Besuchern zu jeder Zeit erreichbar, gleich welcher BeeintrĂ€chtigung. Jeder Ort, der einen Aufwand zum Erreichen mit sich bringt, wird durch diverse Angebote belohnt, seien es FlĂ€chen der Kommunikation, Orte des RĂŒckzugs und der Stille oder einfach nur Orte um die vielen unterschiedlichen Raumsituationen gemeinsam oder alleine zu erleben. Das Konzept bietet dem Bewohner also GroßzĂŒgigkeit, Volumen, Belichtung und Raumerleben und zeigt, dass dies auch fĂŒr Menschen erzielt werden kann, die barrierefreies Bauen benötigen.
Die beiden GebĂ€ude werden ĂŒber ein Verteilsystem vom Parkhaus bis zum Dachgeschoss erschlossen. Die Erschließung zeichnet sich durch eine klare Form aus und wirkt durch BegrĂŒnung mit immergrĂŒnen Schlingpflanzen wie ein Vorhang zwischen den GebĂ€uden, der in sich ganz unabhĂ€ngig vom restlichen Bereich der Wohnanlage besondere Aufenthaltsbereiche sowie Blickbeziehungen bietet.
Trotz dem die Erschließung als Aufenthaltsbereich dient, schirmt es die Ruhezonen der Wohnungen gut vor Blicken und LĂ€rm ab, ohne sie zu isolieren.

Dieser Entwurf zeigt klar, das Barrierefreiheit nicht begrenzbar auf reine Erreichbarkeit von RĂ€umen ist, sondern auch die Aufhebung von Barrieren zwischen Menschen. Es ist ein Gesamtkonzept und nicht nur reduzierbar auf bestimmte RĂ€umlichkeiten.
Paradoxerweise wird die Barrierefreiheit sowohl bei Architekten als auch in der Gesellschaft als eine Last oder gar als Hindernis wahrgenommen. Da das Entwerfen und die Entwicklung von Konzepten ein stĂ€ndiger Begleiter menschlichen Schaffens sind, um das Leben angenehmer, einfacher und schöner zu gestalten, stellt sich die Frage wieso ĂŒberhaupt Architektur geschaffen wird, die Menschen ausschließt, anstatt sie zu integrieren. Es benötigt nur ein Umdenken, nicht ein wie von vielen empfundenes EinschrĂ€nken.

Barrieren mĂŒssen zunĂ€chst aus dem Kopf verbannt werden um sie langsam aber sicher auch aus dem Leben verschwinden zu lassen.

Objektdetails

GebÀudespezifische Merkmale

Anzahl ArbeitsplÀtze

27

 

Anzahl Wohneinheiten

25

 

Anzahl StellplÀtze

44

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