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Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Schicksal aus zweiter Hand - Ein verlassenes Kino erzählt neue Geschichten

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Leonhard Ruchholtz

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Berlin, Leonhard Ruchholtz

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

11.2025

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Das ehemalige Filmkunsttheater „Kammer, Palette, Atelier" in Marburg steht seit der Schließung im Sommer 2018 leer. Der Hauptteil des Gebäudes stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde durch verschiedene Bauschichten immer wieder überlagert und erweitert. Aufgrund seiner zentralen Lage ist die tägliche Konfrontation mit dem leeren Bestand für die Stadtgesellschaft unausweichlich.

Die Aufgabe bestand darin, dem Gebäude eine zukunftsfähige Nutzung zu geben – vor dem Hintergrund sinkender Besucherzahlen und der wachsenden Konkurrenz durch Streaming-Dienste. Der Entwurf folgt der These, dass die Zukunft des Kinos von Nutzungsüberlagerungen abhängig ist:​ Die Filmvorführung bleibt Hauptbestandteil, wird jedoch durch weitere kulturelle Nutzungen ergänzt. So entsteht eine Nutzungssymbiose, die ein breiteres Publikum anspricht und das Kino als flexiblen Kulturraum weiterentwickelt. Die entwickelten Eingriffe sind dabei als übertragbare Systeme gedacht und eröffnen eine Perspektive für den Umgang mit leerstehenden Kinobauten über Marburg hinaus.

Die Arbeit versucht, auf Basis der Analyse der aktuellen Situation und der Relevanz von Kinoräumen ein Zukunftsbild des Kinos zu zeichnen, das durch die Verwebung mit weiteren Kulturräumen und dem öffentlichen Straßenraum geprägt wird. Im digitalen Zeitalter bietet das Kino einen Raum der Entschleunigung, des kollektiven Erlebens und der leiblichen Präsenz.

Beschreibung der Besonderheiten

Marburgs steile Topografie wird konzeptionell genutzt:​ Eine neue öffentliche Treppenanlage verknüpft das ehemalige Kino mit dem höher gelegenen Physikbau der Universität am Renthof 6. Dadurch entsteht eine neue Erschließung über die Rückseite des Gebäudes, die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Stadtraum löst sich auf, und die drei Kinosäle gliedern sich in den Straßenraum ein.

Jedem Saal wird eine funktionale Erweiterung hinzugefügt, die sich in die Bestandsstruktur integriert. Im Kammer-Saalermöglicht ein Bühnenturm die schnelle Umrüstung für Theater, Konzert oder Kleinkunst – ohne aufwändige bauliche Eingriffe. Der Palette-Saal liegt direkt an der neuen Treppenanlage und wird mit dieser verbunden; durch Terrassierung und eine offene Hülle kann er unkompliziert als Café oder Seminarraum genutzt werden und bildet so das funktionale Scharnier zwischen Kino und Universität. Im Atelier-Saal teilt eine Schaltwand den Raum in einen Bar- und einen Kinoteil, der je nach Bedarf flexibel erweitert oder durch die Barnutzung überlagert werden kann.

Die Abfolge der drei Säle entlang der neuen Treppenanlage schafft dabei eine klare räumliche und funktionale Wegführung:​ vom öffentlichen Straßenraum über den halböffentlichen Café- und Seminarraum bis hin zu den spezifischeren Kino- und Kulturnutzungen im Inneren des Gebäudes.

Auszeichnungen

Preis für die beste Masterarbeit 2025 im Studiengang Architektur an der TU Berlin

Schlagworte

Kino, Transformation, Kulturraum, Öffentlicher Raum, Zukunft des Kinos, Stadtraum

Objektdetails

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