Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Salinarium Bad Dürkheim Therme
67098 Bad Dürkheim, Kurbrunnenstraße 28
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: 4a Architekten GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Kurbrunnenstraße 28, 67098 Bad Dürkheim, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Erweiterung
Fertigstellungstermin
11.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
36.716 m³
Bruttogrundfläche
7.957 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Den architektonischen Auftakt bildet ein neu gestalteter Eingangsbereich mit weit auskragendem Dach. Mit seiner offenen Geste empfängt er die Besucherinnen und Besucher und verleiht dem Salinarium ein zeitgemäßes, prägnantes Erscheinungsbild. Direkt an den Bestand angeschlossen sind der neue Umkleidebereich sowie ein langer Erschließungsgang zur Therme, der Einblicke in die Freizeitbadehalle ermöglicht. Der Weg überbrückt die Distanz zwischen dem zentral gelegenen Eingang am Wurstmarktplatz und dem rückwärtig angeordneten Thermenbereich. Um diese Strecke für die Badegäste angemessen zu differenzieren und kurzweilig erfahrbar zu machen, wurde die Künstlerin Ricarda Mieth mit der Gestaltung beauftragt. Ihre Arbeit „Wellengang“ begleitet die Badegäste in die Therme und markiert den Übergang vom lebendigen Badebetrieb in den ruhigeren Thermenbereich.
Organisation und atmosphärische Inszenierung
Der Thermenbereich ist von geschwungenen Formen geprägt, die fließende Raumfolgen erzeugen und eine intuitive Orientierung ermöglichen. Der Neubau erstreckt sich über drei Ebenen: Während sich das Badeangebot im Erdgeschoss nach innen und außen öffnet, entfaltet sich die Saunalandschaft als vertikale Raumsequenz über alle Geschosse hinweg und bietet eine große thematische Vielfalt. Auf jeder Ebene ergänzen gastronomische Angebote mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten das Raumprogramm: ein Restaurant im Erdgeschoss, eine Kaminlounge im ersten Obergeschoss sowie großzügige Liegebereiche im zweiten Obergeschoss mit Blick auf Park und Stadt. Alle Ebenen öffnen sich zudem ins Freie. Ein Saunagarten mit Außensauna, ein an die Thermalhalle angeschlossener Freibereich sowie eine Dachterrasse erweitern das Angebot und verknüpfen Innen- und Außenräume.
Materialität, Licht und Atmosphäre
Gestalterisch zeigt sich die Therme bewusst ruhiger und klassischer als das Freizeitbad. Ziel war es, eine zeitlose Atmosphäre mit hoher Dauerhaftigkeit zu schaffen. Warme Materialien wie Holzlamellen, Feinsteinzeug und keramische Beläge in gedeckten Farbtönen prägen die Innenräume. Auch die Becken sind grau gefliest – eine bewusste Entscheidung, die den ruhigen, wertigen und gediegenen Charakter der Anlage unterstreicht. Die Lichtgestaltung ist integraler Bestandteil des architektonischen Konzepts. Während die Grundbeleuchtung zurückhaltend eingesetzt wird, akzentuieren präzise gesetzte Lichtlinien ausgewählte architektonische Elemente und unterstützen die räumliche Orientierung.
Die neue Außenverkleidung greift ein zentrales Motiv der Region auf. Ihre Farbgebung orientiert sich an der goldenen Tönung eines gereiften Rieslings und übersetzt die lokale Weintradition in eine architektonische Sprache. Umlaufende Fassadenbänder fassen den Thermenbereich zusammen und machen zugleich das Zusammenspiel von Bestand und Neubau klar ablesbar.
Weiterbauen im laufenden Betrieb
Die Erweiterung des Salinariums erfolgte unter laufendem Badebetrieb und erforderte ein hohes Maß an Präzision sowie Respekt gegenüber dem Bestand. Die bauliche Trennung zwischen Alt und Neu ist bewusst klar ablesbar und ermöglicht es, Vertrautes zu bewahren und dem Neuen zugleich Eigenständigkeit zu verleihen. Die Bestandsfassaden im Übergangsbereich wurden saniert und in das Gesamtkonzept integriert. Der Neubau basiert auf langlebigen Konstruktionen sowie einer reduzierten, robusten Materialität. Holz, Sichtbeton und keramische Beläge prägen die Innenräume. Großzügige, raumhohe Verglasungen versorgen die Innenräume mit Tageslicht und ermöglichen die Nutzung solarer Gewinne.
Nachhaltigkeit durch Erhalt und Transformation
Die Transformation des Salinariums zeigt exemplarisch das Potenzial des Weiterbauens. Der Erhalt des Bestands war unter anderem eine bewusste kulturelle und ökologische Entscheidung. Bestehende Gebäude sind Teil des kollektiven Gedächtnisses einer Stadt und speichern erhebliche Mengen grauer Energie. Ihr Erhalt schont Ressourcen, vermeidet Abfall und reduziert ökologische Belastungen. Das bestehende Freizeitbad wurde daher nicht ersetzt, sondern gezielt weiterentwickelt. Die vorhandene Struktur bildet das tragende Rückgrat für eine neue Therme, die das Bade- und Gesundheitsangebot erweitert und einen Ort der Entspannung, Gesundheit und Begegnung schafft.
Energie- und Gebäudekonzept
Durch eine hochwertige Gebäudehülle mit optimierten Dämmwerten und luftdichten Anschlüssen werden Wärmeverluste deutlich reduziert und die Energieeffizienz gegenüber dem Bestand spürbar verbessert. Lüftungsanlagen mit hoher Wärmerückgewinnung, bedarfsgerechte Steuerungen sowie Beckenabdeckungen tragen dazu bei, den Energiebedarf im Betrieb gering zu halten. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme und ist damit stabil und emissionsarm.
Auch die technische Infrastruktur folgt nachhaltigen Prinzipien. Getrennte Badewasserkreisläufe, die Rückgewinnung von Wärme aus Prozesswasser, ein stagnationsfreies Trinkwassersystem sowie die zentrale Steuerung über die Gebäudeleittechnik sichern Effizienz, Hygiene und langfristige Nutzbarkeit. Ergänzend erzeugen Photovoltaikflächen an Fassade und Dach einen Teil des benötigten Stroms. Extensive Gründächer verbessern den Regenrückhalt, das Mikroklima und die Lebensdauer der Dachflächen.
Beständigkeit und Zukunftsfähigkeit
Das Salinarium zeigt, dass nachhaltiges Bauen im Weiterdenken des Bestehenden beginnt. Durch die Erweiterung des Freizeitbads um einen Thermenbereich entsteht ein Ort, der vertraut bleibt und zugleich neue, zeitgemäße Angebote schafft. So verbindet das Projekt Beständigkeit mit Modernität und ist langfristig ökologisch wie sozial zukunftsfähig.
Nachhaltigkeit
Die behutsame Erweiterung im laufenden Betrieb verlangte Präzision und Respekt gegenüber dem Bestandsgebäude. Die klare bauliche Trennung zwischen Alt und Neu sorgt für Lesbarkeit und ermöglicht es, Vertrautes zu erhalten und das Neue bewusst hervorzuheben. Die Bestandsfassaden wurden teils saniert und in das Gesamtkonzept integriert. Der Neubau stärkt dieses Fundament mit langlebigen Konstruktionen, begehbaren Dachflächen und einer reduzierten, ehrlichen und robusten Materialpalette aus Holz, Sichtbetonoberflächen und keramischen Belägen. Die nicht begehbaren Dächer wurden mit leichten Holzelementen realisiert, während großzügige Glasflächen das Innere mit Tageslicht fluten und solare Gewinne nutzbar machen. Die durchdachte Grundrissorganisation führt die Besucherinnen und Besucher intuitiv durch die unterschiedlichen Bereiche geleitet und schafft einen offenen, barrierearmen Zugang. Gleichzeitig wurde das Angebot erweitert, um sowohl erschwingliche als auch hochwertige Wellness-Erlebnisse bereitzustellen und das Bad gesellschaftlich noch breiter zu verankern.
Energetisch orientiert sich der Neubau an einer Hüllqualität in Anlehnung an den KfW-55-Standard. Optimierte U-Werte, luftdichte Details und thermische Trennungen reduzieren die Transmissionswärmeverluste erheblich und verbessern die energetische Qualität gegenüber dem Bestand deutlich. Eine geplante Gesamtbilanzierung soll die Effizienz des gesamten Komplexes erfassen; realistisch ist eine Einstufung von mindestens Effizienzgebäudestufe 85, mit Perspektive auf 55 bei weiterer Ertüchtigung der Bestandshülle. Der Betrieb wird durch hohe Wärmerückgewinnungsgrade der Lüftungsanlagen, intelligente, bedarfsgeführte Steuerungen und Beckenabdeckungen optimiert, die Energieverluste minimieren. Die Anbindung an die Fernwärme sorgt für eine stabile und emissionsarme Versorgung.
Auch die technische Infrastruktur folgt einer nachhaltigen Logik: getrennte Badewasserkreisläufe, Wärmerückgewinnung aus Prozesswasser, ein stagnationsfreies Trinkwassersystem und die zentrale Betriebsoptimierung über die Gebäudeleittechnik gewährleisten Effizienz, Hygiene und Zukunftssicherheit. Ergänzend tragen Photovoltaikflächen an der Rutschenturmfassade und auf dem Dach zur Eigenstromerzeugung bei, während extensive Gründächer den Regenrückhalt, das Mikroklima und die Lebensdauer der Dachflächen verbessern.
So zeigt das Salinarium eindrücklich, dass nachhaltiges Bauen im Bewahren beginnt. Mit der Erweiterung des bestehenden Freizeitbades um einen Thermenbereich entsteht eine Einrichtung, die vertraut bleibt und zugleich neue und zeitgemäße Attraktionen bietet, die Beständigkeit mit Modernität verbindet und das langfristig, ökologisch und sozial zukunftsfähig.
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Objektdetails
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