Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
ReWeave⁴ – Strategien zum Revitalisieren der Alten Tuchfabrik
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, Architektur, Nicole Christmann
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: TU Braunschweig, Architektur, Nicole Christmann
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Entwurfskonzept
Fertigstellungstermin
03.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Gebäudedaten
Bauweise
Sonstige
Tragwerkskonstruktion
Sonstige
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Grundstücksgröße
34.000 m²
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die entwickelten Strategien sind als Maßnahmenpaket konzipiert, das im gesamten Gebiet Anwendung findet und so eine effiziente sowie gestalterisch qualitätsvolle Sanierung ermöglicht. Die Gebäude erhalten neue Kerne, um die Versorgung der einzelnen Wohneinheiten zu bündeln. Besonders tiefe Gebäudekubaturen werden durch Lichthöfe ergänzt, um eine natürliche Belichtung der Innenbereiche zu ermöglichen. Die Erschließung erfolgt im gesamten Quartier über Laubengänge, die je nach Gebäudevolumen außen oder innen angeordnet sind. Sie vernetzen das Areal und schaffen eine einheitliche Architektursprache. Bei der Auswahl der Baumaterialien wurde besonderer Wert auf Regionalität, Recyclingpotenzial und Nachhaltigkeit und Reduzierung der Graunen Energie durch Verwndung von möglichst vieler Re-Use Baustoffen gelegt.
Nicht tragfähige oder redundante Bauteile werden im Sinne des Urban Mining rückgebaut, vor Ort aufbereitet und in Neubauten oder bei der Gestaltung der Freiflächen wiederverwendet. Durch den selektiven Rückbau entstehen drei differenzierte Plätze, die das Quartier strukturieren: der Schmiedeplatz, der Webhof und das Tischlerforum. Jeder Platz besitzt eine eigene Funktion und Atmosphäre.
Der Schmiedeplatz fungiert als extrovertierter Bereich in der Nähe der Werkstätten und dient als Ausstellungsfläche für dort gefertigte Arbeiten sowie als Treffpunkt für Auszubildende. Der Webhof bildet einen ruhigen, geschützten und kreativen Ort. In diesem Teil des Quartiers erfolgt die Erschließung ausschließlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad; motorisierter Verkehr ist ausgeschlossen. Grünflächen, Sitzbereiche und Spielangebote prägen den Hof. Der Fokus liegt hier auf hoher Aufenthaltsqualität, Ruhe und Übersichtlichkeit.
Das Tischlerforum bildet als größter Platz den zentralen, multifunktionalen Ort für Veranstaltungen, Märkte und gemeinschaftliche Aktivitäten, wobei die angrenzenden Werkstätten von der Weitläufigkeit der Fläche profitieren. Hier ist eine höhere Lärmentwicklung möglich, sodass Veranstaltungen ohne Einschränkungen stattfinden können.
Die Mischung aus Wohnen, Werkstätten, Ateliers und Ausstellungsflächen bildet ein zentrales Entwurfsthema. Werkstätten und Ausbildungsräume befinden sich überwiegend in den Erdgeschossen und unteren Ebenen. Darüber sind unterschiedliche Wohnformen angeordnet, darunter Azubiwohnen, Atelierwohnen, Familienwohnungen und betreutes Wohnen. Die räumliche Verzahnung von Arbeiten und Wohnen ermöglicht kurze Wege, schafft Einblicke in Produktionsprozesse und fördert eine lebendige, gemischte Nutzung innerhalb des Areals sowie einen intensiven Austausch zwischen Handwerk und Bewohnerschaft.
Beschreibung der Besonderheiten
Lichthöfe
Die begrünten Lichthöfe dienen als thermische Pufferzonen und sorgen für natürliche Belüftung sowie Belichtung der Gebäude.
Laubengänge
Laubengänge mit vertikaler Begrünung durch heimische Kletterpflanzen verbessern das Mikroklima, bieten Lebensraum für Insekten und Kleintiere und integrieren Nistkästen in die Fassaden. Die Kletterpflanzen wirken zugleich als natürlicher Sonnen- und Wärmeschutz und reduzieren die sommerliche Überhitzung.
Dachnutzung
Die Dächer werden als extensive Dachbegrünungen mit Gräsern, Sträuchern und Wildblumen gestaltet. Nistkästen und Insektenhotels fördern die Artenvielfalt zusätzlich. Ergänzend entstehen Dachgärten und Urban-Gardening-Flächen, die Aufenthaltsqualität schaffen und die Gemeinschaft stärken. Biodiversität Heimische Gräser, Sträucher und Bäume sowie Streuobstwiesen, Wildkräuter und Wildblumen schaffen vielfältige Lebensräume für Tiere und Insekten. Grünstreifen und Freiräume entlang des Ufers bilden eine ökologische Randzone zum angrenzenden Wald und führen dessen Biodiversität behutsam ins Quartier weiter.
Wassermanagement
Ein integrales Wasserkonzept setzt auf die Sammlung von Regenwasser zur Bewässerung sowie auf Retentionsflächen und Retentionsbiotope zur Zwischenspeicherung. Unversiegelte Grünflächen und versickerungsfähige Beläge fördern die natürliche Infiltration und entlasten die Kanalisation nachhaltig. Wärme- und Energiekonzept Photovoltaikanlagen und das bestehende Wasserkraftwerk sichern eine ganzjährige, witterungsunabhängige Stromversorgung des Quartiers. Der daraus resultierende Strom versorgt die Flusswasserwärmepumpe und ermöglicht eine nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung im Quartier. Das System ist auf Autarkie ausgelegt und kann perspektivisch erweitert werden, um auch umliegende Bereiche mitzuversorgen.
Mobilität
Das Mobility Hub bündelt die erforderlichen Stellflächen und organisiert den ruhenden Verkehr effizient an einem Ort. Ergänzende Car- und Bike-Sharing-Angebote ermöglichen eine flexible und bedarfsgerechte Mobilitätsnutzung. Das Quartier wird über eine Hauptverkehrsstraße für Zulieferung und Erschließung angebunden, während die Nebenerschließung verkehrsberuhigt gestaltet und für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsverkehr nutzbar ist.
Nachhaltigkeit
Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und des Gebäudeklimas werden begrünte Lichthöfe und Laubengänge in ausgewählte Bestandsgebäude integriert. Sie fördern die natürliche Belichtung und Belüftung, wirken als thermische Pufferzonen und schaffen zusätzliche Begegnungsräume. Vertikale Begrünungen mit heimischen Kletterpflanzen verbessern das Mikroklima und tragen zur Reduzierung sommerlicher Überhitzung bei. Extensive Dachbegrünungen, Dachgärten sowie die Verwendung heimischer Pflanzenarten schaffen vielfältige Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere. Grünflächen entlang des Ufers werden als Urban-Gardening-Zonen gestaltet und stärken die gemeinschaftliche Nutzung des Freiraums.
Das Wassermanagement setzt auf die Sammlung und Nutzung von Regenwasser sowie auf Retentionsflächen zur Zwischenspeicherung von Niederschlagswasser. Versickerungsfähige Beläge und unversiegelte Grünflächen fördern die natürliche Infiltration und entlasten die Kanalisation.
Die Energieversorgung des Quartiers basiert auf erneuerbaren Energien. Das bestehende Wasserkraftwerk sowie Photovoltaikanlagen auf den Dächern liefern nachhaltigen Strom für Haushalte und Gewerbe. Dieser versorgt zugleich die Flusswasserwärmepumpe, die eine effiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung des gesamten Quartiers ermöglicht. Das System ist zudem so ausgelegt, dass es ausbaufähig ist und zukünftig auch angrenzende Wohngebiete an die Wärmeversorgung angeschlossen werden können.
Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch eine zukunftsorientierte Mobilitätsstrategie. Verkehrsberuhigte Erschließungsbereiche fördern den Fuß- und Radverkehr, während ein Mobility Hub den ruhenden Verkehr bündelt. Car- und Bike-Sharing-Angebote reduzieren die Abhängigkeit vom privaten Pkw. Flexible Mobilitätsflächen ermöglichen darüber hinaus eine schrittweise Umwandlung von Stellplätzen in Fahrradabstellanlagen und Aufenthaltsbereiche.
Durch die Verbindung von Bestandserhalt, Kreislaufwirtschaft, ökologischer Freiraumgestaltung, erneuerbarer Energieversorgung und nachhaltiger Mobilität entsteht ein langfristig anpassungsfähiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Quartier.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Umweltthermie (Luft / Wasser)
Sekundärenergie
Solarthermie
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