Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Restaurant CARLS
56130 Bad Ems, Römerstraße 41a
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: DESIGN IN ARCHITEKTUR
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Römerstraße 41a, 56130 Bad Ems, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Sanierung / Modernisierung
Fertigstellungstermin
02.2026
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Mauerwerksbau
Tragwerkskonstruktion
Ziegelmauerwerk
Anzahl der Vollgeschosse
1-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttogrundfläche
297 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Unser gestalterischer Anspruch, bewusst mit dem historischen Gebäude umzugehen, neue und alte Oberflächen und Materialitäten zu verbinden, ist in der Eingangshalle bereits spürbar und zieht sich weiter in das eigentliche Restaurant bis in den Theatersaal.
Der bestehende Grundriss bleibt erhalten, wird jedoch durch neue Einbauten mit einer weichen Formensprache interpretiert. Der Übergang vom neuen Foyer, in dem später die Hotelgäste in Empfang genommen werden, in den Restaurantbereich wird durch einen inszenierten Flur begleitet, dessen Deckengestaltung die Bestandsarchitektur betont und den Gast subtil in das Restaurant leitet.
Im Gastraum selbst entsteht eine Abfolge aus offenen und geschützten Bereichen: organisch geformte Sitzinseln in Schulterhöhe ermöglichen eine Zonierung des kleinen Gastraums und grenzen diesen zum Laufweg ab. Zusätzlich schaffen Vorhänge eine angenehme Privatheit in den kleinen Alcoven. Noch privater wird es in den ehemaligen Badekabinen die nun als Gäste-Separee mit ovalen Polsternischen im übertragenen Sinne an die frühere Nutzung erinnern sollen.
Ein besonderer Akzent im Hauptgastraum entsteht durch die Gegenüberstellung von Bar und einer markanten Highlightwand mit Weinregal und kleinem Trinkbrunnen – ebenfalls eine subtile Referenz an die Geschichte des Badehauses und seine ursprüngliche Nutzung. Die beiden Elemente verbindet eine hochwertige Materialität sowie handwerkliche Details und sie bilden den räumlichen Abschluss des Gastraumes auf beiden Seiten.
Die Material- und Farbwelt folgt einer klaren, reduzierten Haltung. Eine helle, nahezu farblose Basis lässt die Architektur wirken und stellt das freigelegte Mauerwerk als ehrliches, historisches Element in den Mittelpunkt. Der helle Naturstein (Travertin) greift die Typologie des Badehauses auf und wird in Einzelbereichen durch Fliesen ergänzt, welche diese Assoziation weiterführen. Nussbaum bildet das prägende Holz der Möblierung und gibt dem Raum im Kontrast zu den hellen Boden- und Wandflächen eine angenehme Tiefe und Wärme. Ein champagnerfarbener Goldton, zieht sich als feiner Akzent durch das gesamte Projekt – beginnend in der Fassade des Foyers bis hinein in den Restaurantbereich und verleiht dem Raum eine elegante, unaufdringliche Wertigkeit die ebenfalls durch eine akzentuierte Beleuchtung unterstützt wird.
Das architektonische Konzept des carls versteht sich als Balance zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Offenheit und Rückzug, zwischen Klarheit und Atmosphäre. Diese Haltung spiegelt sich auch im kulinarischen Ansatz wider: Unter der Leitung von Küchenchef Yusef Ghanem-Chaib entsteht eine Küche, die moderne deutsche und französische Einflüsse mit mediterranen Nuancen verbindet – präzise, reduziert und zugleich für jedermann zugänglich im Sinne eines „Casual Fine Dining“.
Mit der Wiedereröffnung des Badhauses wird ein Ort geschaffen, der weit über die reine Gastronomie hinausgeht. Das carls ist ein räumliches und inhaltliches Gesamtkonzept – ein Treffpunkt, der historische Identität bewahrt, neu interpretiert und in eine zeitgemäße Form übersetzt. Ein Ort zum Ankommen, Verweilen und Erleben im Herzen von Bad Ems.
Beschreibung der Besonderheiten
Nach vielen Jahrhunderten mit unterschiedlichsten Nutzungen soll die "Karlsburg" wieder ihrer ursprünglichen Bauaufgabe als Hotel zurückgeführt werden. Das Badhaus selbst wird jedoch umgenutzt und als (Hotel-)Restaurant mit einem großen Theater- und Veranstaltungssaal bewirtschaftet.
Die Grundrissstruktur des Badhauses mit seinen kleinen Einzelkabinen ist für die Nutzung als Restaurant zunächst untypisch, soll aber natürlich erhalten bleiben und auch heute an die historische Nutzung erinnern. Dies erfordert eine gestalterische Verbindung der Badekabinen, die nun als Gäste-Separees genutzt werden, mit dem restlichen Gastraum. Auch die Größe und Ausrichtung des eigentlichen Hauptraums des Restaurants, erforderte eine geschickte Mischung aus Verbindung- und Abgrenzung durch die von uns entworfenen Einbauten.
Im gesamten Gebäude wurden immer wieder kleine Analogien zum Thema Badhaus versteckt wie ein Brunnen im Weinregal, Materialitäten wie Naturstein, eine Deckengestaltungen im WC mit der Assoziation an Wasser, etc. Aber auch der historische Bestand wurde wieder gestärkt und liebevoll in Szene gesetzt.
Nachhaltigkeit
Bei den verwendeten Materialien handelt es sich um hochwertige, echte Hölzer und Naturstein, die zum Einen langlebig aber auch recyclingfähig sind. Zudem wurden auch bereits vorhandene Materialien/Oberflächen so in Szene gesetzt, dass Sie ihren Teil zur atmosphärtischen Gestaltung beitragen, ohne neue Materialien einbringen zu müssen.
Desweiteren sind alle Einbauen so verbaut, dass eine rückstandslose Entfernung möglich ist ohne den Bestand zu beschädigen.
Dies gilt auch für den vom Architekturbüro-Fries geplanten Anbau, der als verbindendes Elemente zwischen Badhaus und 4 Türme Haus ergänzt wurde. Der "Glaskubus" ist vollständig rückbaubar, ohne die denkmalgeschütze Fassade nachhaltig zu beschädigen.
Schlagworte
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Sitzplätze
60
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