Architekturobjekt 962 von 2.229

Architekturobjekte


RAG Stiftung, Essen

Ein Referenzprojekt von SAINT-GOBAIN RIGIPS

Der zweigeschossige Bau ist winkelförmig angeordnet: Im westlichen Teil finden sich die RÀumlichkeiten der RAG-Stiftung, im östlichen Teil ist die RAG Aktiengesellschaft untergebracht. Die gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie das Foyer, Konferenz- - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

Der zweigeschossige Bau ist winkelförmig angeordnet: Im westlichen Teil finden sich die RÀumlichkeiten der RAG-Stiftung, im östlichen Teil ist die RAG Aktiengesellschaft untergebracht. Die gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie das Foyer, Konferenz- - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

Neben einem wirksamen Schallschutz sollte auch ein Maximum an rĂ€umlicher FlexibilitĂ€t sichergestellt werden. So wurde ein Großteil des GebĂ€udes mit variablen Grundrissen sowie Open-Space-Arbeitsbereichen geplant. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

Gestaltungsmerkmal: Auch abgehĂ€ngte Akustikdecken in vielen BĂŒro- und KonferenzrĂ€umen folgen den schrĂ€gen RohdeckenverlĂ€ufen. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

Gestaltungsmerkmal: Auch abgehĂ€ngte Akustikdecken in vielen BĂŒro- und KonferenzrĂ€umen folgen den schrĂ€gen RohdeckenverlĂ€ufen. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

Ein multifunktional zu nutzender Konferenzraum befindet sich zentral im GebĂ€ude unterhalb der Treppenanlage, die zu den DachgĂ€rten fĂŒhrt. Die Raumdecke folgt dem ansteigenden Verlauf der Treppe, sodass die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 2,80 m, an der - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

Ein multifunktional zu nutzender Konferenzraum befindet sich zentral im GebĂ€ude unterhalb der Treppenanlage, die zu den DachgĂ€rten fĂŒhrt. Die Raumdecke folgt dem ansteigenden Verlauf der Treppe, sodass die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 2,80 m, an der - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

In der Kantine sah die Planung eine in drei Richtungen ansteigende Deckenkonstruktion vor. Die abgehĂ€ngte, circa 275 m2 große und teilweise ebenfalls schrĂ€gverlaufende AkustikdeckenflĂ€che wurde mit Rigitone Activ’Air Lochplatten (6/18 R) und einer vollflĂ€ - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

In der Kantine sah die Planung eine in drei Richtungen ansteigende Deckenkonstruktion vor. Die abgehĂ€ngte, circa 275 m2 große und teilweise ebenfalls schrĂ€gverlaufende AkustikdeckenflĂ€che wurde mit Rigitone Activ’Air Lochplatten (6/18 R) und einer vollflĂ€ - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

ZeitgemĂ€ĂŸ und architektonisch ansprechend prĂ€sentiert sich das GebĂ€udeinnere des Neubaus. In vielen RĂ€umen genießt man einen Ausblick auf die historische Industriearchitektur der Zeche Zollverein. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

ZeitgemĂ€ĂŸ und architektonisch ansprechend prĂ€sentiert sich das GebĂ€udeinnere des Neubaus. In vielen RĂ€umen genießt man einen Ausblick auf die historische Industriearchitektur der Zeche Zollverein. - RAG Stiftung, Essen

© jens kirchner

GlastrennwĂ€nde sorgen vielerorts fĂŒr viel natĂŒrliches Licht auch in innen liegenden RĂ€umen und Fluren. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

GlastrennwĂ€nde sorgen vielerorts fĂŒr viel natĂŒrliches Licht auch in innen liegenden RĂ€umen und Fluren. - RAG Stiftung, Essen

© Makis Foteinopoulos

Ein Referenzprojekt von SAINT-GOBAIN RIGIPS

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

45141 Essen, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

09.2020

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

kadawittfeldarchitektur

Aureliusstr. 2

52064 Aachen

Deutschland

Tel. +49 241 94690-0

office@kwa.ac

Bauleistung: Ausbau

J.Brinkmann Bauunternehmung GmbH

Zur EisenhĂŒtte 10

46047 Oberhausen

Deutschland

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Zeche Zollverein in Essen ist vielleicht eines der bekanntesten Wahrzeichen deutscher Industriegeschichte. Von 1851 bis 1986 wurde hier Steinkohle gefördert und verarbeitet. Seit Zollverein 2001 als Teil des UNESCO-Weltkultur­erbes ausgezeichnet wurde, erlebt das GelĂ€nde einen „zweiten FrĂŒhling“ als KulturstĂ€tte und Freizeitareal. In unmittelbarer Nachbarschaft zu dem denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€udeensemble der ehemaligen Zeche befindet sich der Sitz der RAG-Stiftung und der RAG Aktiengesellschaft, die sich gemeinsam unter anderem um bergbauliche SpĂ€tfolgen des deutschen Steinkohleabbaus kĂŒmmern. So historisch das Umfeld, so zeitgemĂ€ĂŸ und architektonisch ansprechend prĂ€sentiert sich das nach EntwĂŒrfen des ArchitekturbĂŒros kadawittfeldarchitektur errichtete GebĂ€ude, indem die beiden Institutionen zuhause sind. FĂŒr den modernen Innenausbau maßgeblich verantwortlich waren die Mitarbeiter der J.Brinkmann Bauunternehmung GmbH aus Essen und Oberhausen.
 
Der zweigeschossige Bau besteht aus zwei, nahezu rechtwinklig angelegten GebĂ€udeflĂŒgeln: Im westlichen Teil finden sich die RĂ€umlichkeiten der RAG-Stiftung. Im östlichen Teil ist die RAG Aktiengesellschaft untergebracht. Die gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie das Foyer, Konferenz- und TagungsrĂ€ume sowie die Kantine befinden sich zentral im „Gelenk“ beider GebĂ€udeflĂŒgel. Planung und Umsetzung des Neubaus erfolgten nach den strengen Kriterien der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB) sowie unter dem Gesichtspunkt der ÖkoeffektivitĂ€t, dem sogenannten „Cradle-to-Cradle“-Prinzip. Entsprechend ist ein nachhaltig formvollendetes Bauwerk entstanden: Durch Geothermie und einer Photovoltaikpergola auf den DachflĂ€chen werden ErdwĂ€rme und Sonnenenergie fĂŒr die Beheizung des GebĂ€udes genutzt. Der Trinkwasserbedarf wird durch die Nutzung von Regenwasser fĂŒr die GrĂŒndachbewĂ€sserung und WC-SpĂŒlung gesenkt.
 
Hohe Schallschutzanforderungen
FĂŒr den Ausbau der auf rund 9.400 m2 BruttogeschossflĂ€che untergebrachten RĂ€ume war die J.Brinkmann Bauunternehmung GmbH zeitweise mit bis zu 30 Mitarbeitern vor Ort tĂ€tig. „Der Zeitrahmen war angesichts der KomplexitĂ€t des Innenausbaus mit acht Monaten recht sportlich bemessen“, erinnert sich GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Brinkmann. „So mussten beispielsweise im gesamten GebĂ€ude hohe Schallschutzanforderungen erfĂŒllt werden, wofĂŒr zahlreiche Details einen konstruktiven Beitrag leisten mussten.“
 
In Arbeitsbereichen mit besonders hohen Schallschutzvorgaben von bis zu Rw = 64 dB wurden spezielle SchallschutzwĂ€nde (Rigips-System MW12DH) mit Wandhöhen von bis zu 5,50 m errichtet. Die 100 bis 125 mm starken MetallstĂ€nderwĂ€nde wurden dafĂŒr beidseitig zweilagig mit Hartgipsplatten Rigips Die Harte (2 x 12,5 mm) beplankt. „ZusĂ€tzlich erschwert wurde die Montage dadurch, dass sich ein Großteil der rund
1.400 m2 großen WandflĂ€chen unterhalb von schrĂ€gen RohdeckenverlĂ€ufen mit zum Teil unterschiedlichen Steigungswinkeln befand“, erklĂ€rt Dr.-Ing. Benjamin Brinkmann, der fĂŒr die Gesamtprojektleitung seitens der J.Brinkmann Bauunternehmung GmbH verantwortlich war. Bedingt durch die begehbaren DachgĂ€rten und die so zu erwartenden Deckenauflasten sowie Durchbiegungen, erhielten weite Teile der WĂ€nde zudem gleitende DeckenanschlĂŒsse, die nicht zulasten der Schallschutzeigenschaften dieser WĂ€nde gehen durften. FĂŒr alle TGA-Einbauten und DurchgĂ€nge wurden darĂŒber hinaus spezielle Schallschotts aus teilweise umlaufend doppellagig beplankte Laibungen innerhalb der TrockenbauwĂ€nde realisiert. Die ZwischenrĂ€ume der TGA-Leitungen wurden mit schwerer Mineralwolle ausgefĂŒllt und dann zusĂ€tzlich je nach Anforderung ein- oder beidseitig doppellagig mit Hartgipsplatten geschottet.
 
Flexible Grundrisse
Ein Großteil des GebĂ€udes ist mit variablen Grundrissen sowie
Open-Space-Arbeitsbe­reichen geplant worden. FĂŒr die gewĂŒnschte FlexibilitĂ€t hinsichtlich zukĂŒnftiger Raumkonzepte und VerĂ€nderungen der Raumnutzung sorgte ebenfalls der Trockenbau. „Dazu haben wir beispielsweise BĂŒrowĂ€nde nicht bis unter die eigentliche Rohdecke montiert, sondern unterhalb von speziellen DeckenschĂŒrzen angeordnet. Der Vorteil: Bei spĂ€ter gewĂŒnschten NutzungsĂ€nderungen können die bestehenden Wandkonstruktionen relativ unkompliziert, zeit- und kosteneffizient demontiert werden“, so Dr. Benjamin Brinkmann. DarĂŒber hinaus wurden mittels nochmals verstĂ€rkter DeckenschĂŒrzen Möglichkeiten geschaffen, um variable Glastrennwandsysteme zu integrieren. Sie sorgen fĂŒr gleichermaßen großzĂŒgige wie lichtdurchflutete ArbeitsplĂ€tze und KonferenzrĂ€ume.
 
Anspruchsvolle Akustikdecke
Die bereits erwĂ€hnten schrĂ€gen DeckenverlĂ€ufe stellten auch an anderer Stelle eine Herausforderung fĂŒr das Ausbauteam dar. Im Kantinenbereich etwa sah die Planung eine in drei Richtungen ansteigende Deckenkonstruktion vor. Die abgehĂ€ngte, circa
275 m2 große und teilweise ebenfalls schrĂ€gverlaufende AkustikdeckenflĂ€che wurde mit Rigitone Activ’Air Lochplatten (6/18 R) inklusive einer vollflĂ€chigen AkustikdĂ€mmauflage ausgefĂŒhrt. Um die sichtbare Struktur der DeckenflĂ€che beizubehalten, wurde die EntlĂŒftung des gesamten Kantinenbereiches ĂŒber das Deckensystem mithilfe einer umlaufenden Abluftfuge realisiert. Den optischen Abschluss bilden freihĂ€ngende Deckenleuchten mit einem Durchmesser zwischen 950 und 1.250 mm, die ohne Kontakt zur Akustikdecke montiert wurden. Eine um die Deckenleuchten umlaufende Schattenfuge wurde mit speziell angefertigten Kreisformteilen ausgebildet. „Da Teile der Kantine auch als Veranstaltungsraum nutzbar sein sollten, mussten neben medientechnischen Deckeneinbauten zum Beispiel fĂŒr Beamer und LeinwĂ€nde auch ein schallentkoppeltes Trennwandsystem eingebaut werden, mit dem der große Kantinenraum bei Bedarf geteilt werden kann.“
 
Ansteigende Raumhöhe
Ein ebenfalls multifunktional zu nutzender Konferenzraum befindet sich zentral im GebĂ€ude unterhalb der Treppenanlage, die zu den DachgĂ€rten fĂŒhrt. Die Raumdecke folgt dem ansteigenden Verlauf der Treppe, sodass die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 2,80 m, an der höchsten Stelle mehr als 7,50 m betrĂ€gt. „Die von uns umgesetzte Rigitone Activ’Air Akustikdecke folgt diesem ansteigenden Verlauf in einem Winkel von circa 25 Grad. DarĂŒber hinaus wurde der Raum mittels einer hochschalldĂ€mmenden Wand in zwei separate KonferenzrĂ€ume unterteilt. Beide RĂ€ume werden vom Flur aus durch eine vom Deckenbereich schallentkoppelte Glastrennwand begrenzt. Zusammen mit dem beidseitigen Lichteinfall entstehen so wiederum sehr helle, transparente RĂ€ume“, so Dr. Benjamin Brinkmann.
 
C5-Korrosionsschutz
Besondere Anforderungen mussten in den KĂŒchenbereichen erfĂŒllt werden. FĂŒr sie wurde gemeinsam mit den Architekten und den beteiligten Rigips-Technikern ein spezielles Korrosionskonzept erarbeitet. „Da wĂ€hrend des Betriebs, besonders im Bereich der Koch- und SpĂŒlstation, mit einer ĂŒberdurchschnittlich hohen Feuchtigkeitsbelastung zu rechnen ist, fiel die Wahl auf ein Wandsystem der Beanspruchungsklasse C5. Die entsprechend korrosionsgeschĂŒtzten Rigips-Profile wurden hierfĂŒr zweilagig mit zementgebundenen Platten beplankt. Dadurch erfĂŒllen die WĂ€nde zugleich auch die hier geforderten F 90-Brandschutz- sowie hohe Schallschutzanforderungen.“
 
Neben den baulichen Besonderheiten empfanden Peter Brinkmann und Dr. Benjamin Brinkmann vor allem die hohen AusfĂŒhrungs- und Materialanforderungen als außergewöhnlich, die sich aus der angestrebten höchsten DGNB-Bewertungsstufe Platin ergaben. „Im Vorfeld der Materialanlieferung sowie der Montage musste eine Deklarationstabelle aller zur Anwendung kommenden Materialien und Stoffe erstellt und kontinuierlich weitergefĂŒhrt werden. Hierbei durften Materialien erst nach einer schriftlichen Freigabe durch den zustĂ€ndigen Auditor verbaut werden. Das gesamte Bauvorhaben wurde in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden durch unabhĂ€ngige SachverstĂ€ndige kontrolliert. Dass wir am Ende dazu beitragen konnten, ein solch zukunftsweisendes GebĂ€ude zu errichten, erfĂŒllt uns durchaus mit einem gewissen Stolz“, so Dr. Benjamin Brinkmann.

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