Projekt SILT, Middelkerke
8430 Middelkerke, Zeedijk 117, Belgien
Ein Referenzprojekt von Optigrün
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Zeedijk 117, 8430 Middelkerke, Belgien
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
04.2024
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Wo Architektur zur Dünenlandschaft wird.
Mit dem Projekt SILT ist im belgischen Middelkerke ein Bauwerk entstanden, das die Grenzen zwischen Architektur und Landschaft auf eindrucksvolle Weise auflöst. Direkt an der Nordseeküste gelegen, erhebt sich der markante Neubau des Casino- und Veranstaltungsensembles als skulpturale Landmarke über dem Strand. Gleichzeitig fügt sich das Gebäude durch seine modellierte Dachlandschaft sensibel in die natürliche Umgebung der Dünen ein.
Entworfen von ZJA Architects & Engineers in Zusammenarbeit mit DELVA Landscape Architecture & Urbanism, verfolgt das Projekt einen konsequent integrativen Ansatz: Das Gebäude ist nicht als Fremdkörper gedacht, sondern als Fortführung der Küstenlinie. Die begehbare Dachfläche greift die Topografie der umliegenden Dünen auf und macht sie für Besucherinnen und Besucher erlebbar. So entsteht ein öffentlich zugänglicher Dachpark mit weitem Blick über Meer und Stadt – ein fließender Übergang vom Strand auf das Gründach.
Die Dachbegrünung als ökologisches und gestalterisches Bindeglied.
Die extensive Dachbegrünung ist dabei weit mehr als ein gestalterisches Element. Sie übernimmt wichtige ökologische und klimatische Funktionen und ist integraler Bestandteil des nachhaltigen Gesamtkonzepts. Durch ihre Wasserspeicherfähigkeit trägt sie zur Retention von Niederschlägen und zur verzögerten Ableitung bei – ein entscheidender Aspekt angesichts zunehmender Starkregenereignisse und steigender Anforderungen an das urbane Regenwassermanagement. Gleichzeitig verbessert die Vegetationsschicht das Mikroklima, reduziert die Aufheizung der Oberflächen und unterstützt die Einbindung des Baukörpers in das sensible Küstenökosystem.
Das Dach fungiert somit als multifunktionale Freiraumebene: Aufenthaltsraum, klimawirksame Fläche und landschaftsarchitektonisches Bindeglied in einem. Die modellierte Begrünung verstärkt den Eindruck einer künstlich geschaffenen, aber natürlich wirkenden Dünenlandschaft und unterstreicht den Anspruch, Architektur und Natur nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes System zu denken.
SILT steht exemplarisch für eine neue Generation von Küstenarchitektur, die gestalterische Qualität, öffentliche Nutzbarkeit und ökologische Verantwortung vereint. Das Projekt zeigt, wie Dachflächen zu identitätsstiftenden Orten werden können – als begehbare Landschaften, die Mehrwert für Stadt, Klima und Gesellschaft schaffen. Hier wird deutlich: Zukunftsfähige Architektur beginnt dort, wo Blau und Grün zusammen gedacht werden.
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