Architekturobjekte


Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

Prismenkuppel innen mit einigen bereits freiliegenden Glasprismen - Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

© Kemper

Prismenkuppel außen mit entfernter Abdichtung - Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

© Kemper

Prismenkuppel innen mit einigen bereits freiliegenden Glasprismen - Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

© Kemper

Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports - Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

© Kemper

Prismenkuppel innen - Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports

© Kemper

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

14053 Berlin, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

08.2025

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Fachhandel

Kemper System GmbH

Holländische Straße 36

34246 Vellmar

Deutschland

Verwendete Produkte

KEMPER SYSTEM

Abdichtungen

KEMPEROL 2K-PUR

KEMPER SYSTEM

Grundierung

KEMPERTEC EP5

KEMPER SYSTEM

Haftbrücke

KEMCO NQ0408 Naturquarz

KEMPER SYSTEM

Vliesarmierung

KEMPEROL 165 Vlies

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbetonbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

1-geschossig

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Prismenkuppel im Haus des Deutschen Sports stellt ein bedeutendes architektonisches Merkmal des Berliner Olympiaparks dar. Errichtet im Jahr 1936 von Werner March, überzeugt die Konstruktion durch ihre freitragende Stahlbetonkuppel und die darüberliegende Lichtkuppel mit insgesamt 3.400 prismatischen Glaselementen. Im Verlauf ihrer Geschichte wurde die Kuppel vielfältig genutzt – unter anderem für olympische Fechtwettkämpfe, Fernsehproduktionen sowie für diverse Sport- und Kulturveranstaltungen. Seit 2015 fungiert sie als Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik.
Im Rahmen der 2025 durchgeführten denkmalgerechten und energetischen Sanierung wurde die Betonschale instandgesetzt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Restaurierung der Prismenkuppel:​ Bei der ehemaligen Abdichtung handelte es sich um eine vliesarmierte, lichthärtende Polyesterharzabdichtung der frühen 90er Jahre aus dem Hause Kemper System. Diese war bis zur Sanierung intakt und erfüllte die Aufgabe einer sicheren Abdichtung. Durch diese Abdichtung der kompletten Kuppel und der Glasbausteine entstand jedoch ein gelblich trüber Lichteinfall im Innenraum. Dies wollte man ändern und so die Glasaugen wieder zum Leuchten bringen. Die Idee war, die intakte Abdichtung der Kuppel zu belassen und lediglich die Glaslinsen einzeln auszuschneiden und anschließend die komplette Kuppel transparent zu beschichten. Man entschied sich somit für eine wirtschaftliche und technisch gute Lösung.
Ab August 2025 erfolgt die fachgerechte Entfernung der alten Beschichtung von jeder einzelnen Glaslinse; anschließend werden die Gläser transparent mit Coetrans COETRANS neu beschichtet, um die ursprüngliche Lichtwirkung wiederherzustellen. Das ausführende KEMPEROL-Fachunternehmen, Poburski Dachtechnik Ost GmbH aus Berlin, entwickelte eigens eine Schneideschablone zur Entfernung der Altabdichtung auf den Glaslinsen. Der umliegende Beton blieb durch die intakte KEMPEROL Abdichtung geschützt, während der Betonkranz (Sockel) neu abgedichtet wurde:​ Nach einer sorgfältigen Untergrundvorbereitung erfolgte zunächst die Grundierung mit KEMPERTEC EP5, gefolgt vom Abstreuen mit KEMCO NQ0408 Naturquarz, welcher wiederum als Haftbrücke für die nachfolgende Abdichtung dient. Nach dem Entfernen des überschüssigen Sandes begann die Abdichtung mithilfe von KEMPEROL 2K-PUR und einer Vliesarmierung aus KEMPEROL 165 Vlies. Die Vliesarmierung ist ein zentraler Bestandteil der Flüssigabdichtung, da sie die mechanische Stabilität, Rissüberbrückung und Langlebigkeit des Systems maßgeblich unterstützt. Diese Verstärkungsschicht nimmt Bewegungen des Untergrunds, beispielsweise infolge von Setzungen oder Temperaturschwankungen, auf und ermöglicht die Überbrückung von Rissen, ohne die Abdichtung zu beschädigen. Durch die Armierung wird in jedem Bereich der Abdichtung eine gleichmäßige Schichtstärke sichergestellt. Durch die umfassende Sanierung der Prismenkuppel und die transparente, dauerhafte Beschichtung der Glaslinsen wird eine eindrucksvolle natürliche Beleuchtung des Innenraums erzielt.

Beschreibung der Besonderheiten

Die Besonderheit der Maßnahme liegt im differenzierten Umgang mit dem Bestand. Anstatt die vorhandene Abdichtung vollständig zu entfernen, wurde ein selektiver Ansatz gewählt, der den Erhalt funktionstüchtiger Schichten mit gezielten Eingriffen kombiniert. Die Bearbeitung der einzelnen Glaslinsen erforderte eine hohe Präzision in Planung und Ausführung. Hierfür wurden projektspezifische Werkzeuge entwickelt, die eine kontrollierte Freilegung ermöglichten, ohne angrenzende Bauteile zu beeinträchtigen. Die ergänzende Abdichtung im Sockelbereich wurde als vliesarmiertes Flüssigsystem ausgeführt und reagiert damit auf die geometrischen und konstruktiven Anforderungen der Kuppel. Insbesondere bei komplexen Übergängen und Anschlüssen bietet dieses Verfahren Vorteile hinsichtlich Anpassungsfähigkeit und Schichtkontinuität. Insgesamt verdeutlicht das Projekt, wie durch den gezielten Erhalt und die Weiterentwicklung vorhandener Konstruktionen sowohl ressourcenschonende als auch gestalterisch überzeugende Lösungen im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz erreicht werden können.

Schlagworte

Kuppelbau, Flüssigabdichtung, Bestandssanierung, Abdichtung, Fließarmierung, Bauen im Bestand

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