Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Pretzhof
39040 Gasteig, Handwerkerzone Ost 24, Italien
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: KUP ARCH Architekten Architetti
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: KUP ARCH Architekten Architetti
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Handwerkerzone Ost 24, 39040 Gasteig, Italien
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
07.2022
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
10.300 m³
Bruttogrundfläche
2.420 m²
Grundstücksgröße
1.306 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Der Neubau bündelt ein komplexes, multifunktionales Raumprogramm. Das Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses beherbergen einen EU-zertifizierten Schlachthof für den hofeigenen Viehbestand samt Schlacht- und Zerlegebereichen, Kühlräumen, Fleischverarbeitung und einer Verladerampe. Dem Untergeschoss sind zudem Surraum, Selche, Speckkeller, Personalräume (Umkleiden/Sanitär) und der Zugang zum Wirtschaftshof angegliedert. Ein großzügiges Weinlager („Pretzhof Selection“) für den internationalen Großhandel (IT, AT, DE, FR) komplettiert diese Ebene.
Über den erdgeschossigen Haupteingang gelangt man in die Verkaufs- und Gastronomieflächen im ersten Obergeschoss. Der Hofladen bietet Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung und von regionalen Partnern, tagesfrische Convenience-Produkte (Knödel, Ragouts, Saucen, Gebäck) sowie handwerkliche Delikatessen und ein kuratiertes Sortiment an Weinen aus biologischen und biodynamischen Anbau. Das integrierte Bistro erweitert das Angebot um einen gastronomischen Bereich mit Innen- und Außensitzplätzen auf der Terrasse. Das oberste Geschoss nimmt die Verwaltung (Büros) sowie eine Dienstwohnung auf, welche jeweils über intensiv begrünte Dachgärten verfügen.
Konstruktion und Materialien
Das Tragwerk (Fundamente, Decken, Wände, Stützen) ist in Ortbeton realisiert, wobei das Untergeschoss aufgrund des Grundwasserspiegels als Weiße Wanne ausgeführt wurde. Die wärmegedämmten Außenwände erhielten eine vertikale Fassadenbekleidung aus gebürsteten, karbonisierten (gebrannten) Fichtenbrettern. Diese monolithische, dunkle Textur homogenisiert das vielfältige Raumprogramm nach außen und referenziert assoziativ das traditionelle Handwerk des Speckselchens.
Im Innenraum wird die dunkle Tonalität durch schwarze Heraklith-Akustikdecken und handwerkliche, schwarze Wand- und Thekenfliesen fortgeführt. Kontrastiert wird das Interior Design durch warme Holzverkleidungen, Maßmöbel aus Holz und Messing sowie helle Bodenbeläge. Das Lichtkonzept kombiniert integrierte Downlights für die Grundbeleuchtung mit akzentuierenden Solitärleuchten. Die Flachdächer sind als Umkehrdächer ausgeführt und extensiv bzw. intensiv begrünt.
Energiekonzept und Klimahaus
Die energetische Optimierung basiert auf der Reduktion von Transmissionswärmeverlusten mittels eines kompakten A/V-Verhältnisses und einer hocheffizienten thermischen Hülle. Der sommerliche Wärmeschutz wird über außenliegende, bewegliche Verschattungssysteme gewährleistet; die thermische Masse des Betonbaus fungiert als Temperaturspeicher. Die Beheizung und Kühlung erfolgt zonenspezifisch über Fußbodenheizung, Radiatoren oder Fan-Coils. Primärarenergetisch ist das Gebäude an die örtliche Fernwärme angebunden. Synergien werden durch eine Wärmerückgewinnung im Haustechnikraum (1. OG) genutzt, welche die Abwärme der gewerblichen Kälteanlage einspeist.
Beschreibung der Besonderheiten
Das Gebäude folgt dem Prinzip der vertikalen Integration und Prozessoptimierung: Kurze Transportwege im Inneren spiegeln das konsequent gelebte Konzept der regionalen Wertschöpfungskette wider. Die im Untergeschoss geschlachteten und verarbeiteten Tiere des eigenen Hofes sowie lokaler Partnerbetriebe werden im Obergeschoss direkt im Bistro kulinarisch inszeniert oder in der Metzgerei neben handwerklichen Feinkostprodukten und Weinen aus dem hauseigenen Importlager vertrieben.
Architektonisch zusammengehalten wird dieses komplexe Gefüge durch eine monolithische Gebäudehülle. Die vertikale Fassadenbekleidung aus karbonisiertem Holz fungiert dabei als konzeptionelles Bindeglied: Sie subsumiert die diversen Nutzungen unter einer einheitlichen Ästhetik und stellt gleichzeitig eine haptische wie visuelle Analogie zum traditionellen Handwerk des Speckselchens im Inneren her.
Nachhaltigkeit
Die energetische Optimierung basiert auf der Reduktion von Transmissionswärmeverlusten mittels eines kompakten A/V-Verhältnisses und einer hocheffizienten thermischen Hülle. Der sommerliche Wärmeschutz wird über außenliegende, bewegliche Verschattungssysteme gewährleistet; die thermische Masse des Betonbaus fungiert als Temperaturspeicher. Die Beheizung und Kühlung erfolgt zonenspezifisch über Fußbodenheizung, Radiatoren oder Fan-Coils. Primärarenergetisch ist das Gebäude an die örtliche Fernwärme angebunden. Synergien werden durch eine Wärmerückgewinnung im Haustechnikraum (1. OG) genutzt, welche die Abwärme der gewerblichen Kälteanlage einspeist.
Auszeichnungen
German Design Award 2024 Excellent Architecture Winner
BIG SEE Architecture Award 2023 Winner
BIG SEE Interior Design Award 2023 Winner
THE PLAN AWARD 2025 Honorable Mention
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
21,00 kWh/(m²a)
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Arbeitsplätze
15
Anzahl Wohneinheiten
1
Anzahl Stellplätze
20
Das Objekt im Internet
Objekte in der Umgebung
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