Architekturobjekte
Polizeikommissariat 43 in Hamburg
21031 Hamburg, Ludwig-Rosenberg-Ring 57
Ein Referenzprojekt von PREFA
Ein Referenzprojekt von PREFA
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Ludwig-Rosenberg-Ring 57, 21031 Hamburg, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Erweiterung
Fertigstellungstermin
08.2024
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Typisch nordisch: Ein langgestrecktes Backsteingebäude aus den 1980er-Jahren bildet den Sockel für die moderne Erweiterung des 43. Polizeikommissariats in Hamburg-Bergedorf. Das vom Architekturbüro Pflügelbauer & Scheffczyk entworfene Gebäude setzt mit seiner eloxierten Aluminiumfassade ein spannungsreiches Zeichen im Stadtraum.
Fassade mit Glamoureffekt
Für die neue Hülle wählten die Architekten Andreas Pflügelbauer und Julian Scheffczyk das eloxierte PREFA Zackenprofil in einem dunklen Bronzeton, der die Plastizität der Fassade besonders zur Geltung bringt. Das wechselnde Tageslicht tanzt auf der Oberfläche und lässt sie zwischen edel und urban changieren – eine freundliche Einladung in der sonst eher rauen Umgebung.
Vor der Materialentscheidung besuchten die Architekten diverse Betriebe und studierten unterschiedliche Oberflächen. Über sieben Jahre Projektentwicklung entstand eine regelrechte Materialforschung mit unzähligen Bemusterungen. Die charakteristischen Farbnuancen von Charge zu Charge – beeinflusst durch Temperatur, Dauer und Luftfeuchtigkeit – waren dabei gewollt, um die Fassade lebendig wirken zu lassen.
Montage und Umsetzung
Da große Fassadenabschnitte um einen runden Baukörper führen, kam nur ein Material infrage, das den Radius mitmacht. Die zwei Millimeter starken PREFA Zackenprofile wurden als je 20 cm breite, stranggepresste Elemente überlappend montiert. Materialstöße wurden bewusst sichtbar gesetzt, um die Dynamik weiter zu verstärken. Das Ergebnis: formal gleichmäßige Fassadenbänder, die an eine handgezeichnete Schraffur erinnern.
Städtebauliches Zeichen
Das Kommissariat steht an einer großen Kreuzung, gegenüber mehrgeschossigen Siedlungshäusern, Tankstelle, Autohaus und Parkgaragen. Umso prägnanter wirkt der Neubau. Er gibt dem offenen Raum einen Ankerpunkt und markiert ein Tor zum Zentrum des Bezirks Bergedorf – mit rund 135.000 Einwohnern Sitz des flächenmäßig größten Polizeireviers Deutschlands.
Prozess und Funktion
Zwischen Februar 2018 und August 2024 planten und realisierten die Architekten mehr als 4.650 m² Bruttogeschossfläche. Politische Wechsel und Änderungen der Auftraggeber erforderten immer wieder ein Umdenken. Teamintern wurde sogar ein Wettbewerb organisiert, um unterschiedliche Ansätze zu erproben.
Das Raumprogramm war komplex: Sicherheitsschleusen, Verwahrungsräume, Räume für Equipment, moderne Büros für die Verwaltung sowie Sport- und Rückzugsräume für die Beamten mussten integriert werden. Daraus entwickelten die Architekten die charakteristische Rundung zur Hofseite, die dem Baukörper Eigenständigkeit gibt und im Inneren kurze Wege, gute Belichtung und moderne Arbeitsorganisation ermöglicht.
Kontrast und Einheit
Wie ein großes Scharnier schiebt sich der Neubau über den flachen Bestandsriegel; eine demonstrative Glasfuge akzentuiert diesen Eindruck. Die auffälligen Lisenen des Bestands kontrastieren mit der horizontal gegliederten Erweiterungsfassade. Farblich harmonieren jedoch die massiven Backsteinmauern und die dunkel eloxierte Aluminiumfassade – beide wechseln je nach Licht und Blickwinkel ihr Erscheinungsbild.
Nachhaltigkeit
Weniger sichtbar, aber wichtig: eine Solarthermieanlage sowie die begrünte, rund 1.000 m² große Dachfläche des Neubaus. Mit einer massiven, langlebigen Bauweise setzen die Architekten auf Beständigkeit und flexible Nutzbarkeit.
Büro mit Erfahrung
Das 1990 von Andreas Pflügelbauer gegründete und seit 2019 gemeinsam mit Julian Scheffczyk geführte Hamburger Architekturbüro betreut parallel rund 20 bis 25 Projekte. In den letzten 15 Jahren hat sich der Schwerpunkt zunehmend auf öffentliche Aufträge verlagert – vom Polizei- und Feuerwehrbau bis zu Kindergärten und Jugendeinrichtungen. Der Generationenwechsel bringt neuen Schwung in die etablierte Praxis: „Da ist jetzt schon Dampf hinter Entwurf und Gestaltung", so Pflügelbauer.
Beschreibung der Besonderheiten
- Fassadentyp: Zackenprofil in mittelbronze C33 eloxiert
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