Neues Stadtviertel Vydrica in Bratislava | Slowakei
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Compass Architekti
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
811 02 Bratislava, Slowakei
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
03.2025
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Beschreibung
Objektbeschreibung
Die slowakische Hauptstadt Bratislava boomt, was Grundstücke in der Nähe von Donau und Altstadt begehrt macht. Am Fuße der Burg entwickeln Investoren seit Jahren eine neue urbane Vision: freundlich, elegant und zugänglich. Unter dem historischen Namen Vydrica wird von einer interdisziplinären Planergruppe ein Stadtteil revitalisiert. Compass Architekti verantworten dabei maßgeblich den Städtebau und die Architektur.
Ein Vormittag im neuen Viertel Vydrica: Jogger gönnen sich Cappuccino, ältere Damen mit akkuraten Frisuren genießen ihr Frühstück, junge Mütter in hellen Jackets scherzen mit ihren Töchtern und fühlen sich sichtlich wohl und sicher. Lebendiges Zentrum des neuen Wohnviertels ist momentan noch ein Supermarkt für nachhaltige Lebensmittel. An anderen Stellen gehören drei exzellente Restaurants, ein paar erste Geschäfte, eine Apotheke und eine coole Bar zum Lifestyle dazu. Ende 2024 zogen die ersten Bewohner ein.
Vydrica wächst
„Vydrica muss im Kontext der Stadtentwicklung gesehen werden“, sagen die Architekten Benetin und Grébert. Bratislava (ca. 500.000 Einwohner) entwickelte sich im Dreieck mit Wien und Budapest nach der sozialistischen Zeit stark und kontrastreich zur historischen Altstadt. Die Stadt wuchs über die Donau, wurde Industrie- und Investitionsstandort und ist heute das wichtigste Wirtschaftszentrum sowie eine der wohlhabendsten Regionen der Slowakei und der EU. Nach den Plattenbausiedlungen entstand ein neues Downtown im Stil eines „Klein-Dubai“.
Gut geplante öffentliche Plätze prägen das städtebaulich durchdachte Areal. Auf drei Niveaus lässt sich bereits durch den ersten Bauabschnitt flanieren. Nach Fertigstellung weiterer zwei Abschnitte wird das Projekt rund 63.000 m² Bruttogeschoßfläche mit 370 Wohnungen sowie Geschäfts- und Büroflächen auf dem 33.000 m² großen Grundstück umfassen. Ausschließlich Eigentumswohnungen mit Größen zwischen 21 und 200 m² sind geplant – manche davon mit Dachterrasse, die meisten bereits verkauft und bisher nur vereinzelt an Dritte vermietet.
Der menschliche Maßstab
Was zunächst nach exklusivem Raum klingt, steht neugierigen Besuchern weitestgehend offen. Entworfen wurden Vydricas Straßenräume, einschließlich Straßenschilder, Sitzgelegenheiten und Mülleimer, aus der Perspektive der Fußgänger. Durch Pflasterung statt Asphalt entsiegelte man Wege und Plätze. Größe und Verlegeart der hochwertigen Granitpflastersteine, die aus einem nahe gelegenen Steinbruch stammen, variieren. Ein sandiger Grundton gibt dem Viertel angenehme Zusammengehörigkeit und passt es an die massiven Burgmauern an.
Dächer und Fassaden in harmonischer Farbtonlage
„Manches verändert sich, wenn Materialien ins Spiel kommen“, greift Juraj Benetin vor. Bei den Baukörpern sollte eine kohärente Farbgebung mit sichtbarer Differenzierung erzielt werden. Die weiche Materialität und die monochrom gehaltenen Wohnbauten, in sich kompakt und mit wenigen Ausnahmen monolithisch geplant, sind zeitlos und aufmerksam gestaltet. Ihre Architektur folgt einer One-Skin-House-Idee, bei der Fassade und Dach im gleichen Farbton erscheinen, sich jedoch über Texturen und Materialien unterscheiden. Die vier Hauptbaukörper erhielten 16 Fassadenvarianten, um den Eindruck einer kleinteiligen Bebauung zu vermitteln. So wurden die Proportionen auf ein Maß korrigiert, das einer gewachsenen Altstadt nahekommt. Die Fassadenoberflächen wechseln zwischen Klinker und Feinputz. Ihre erdigen Farben – Oliv, Cremeweiß, Beige und Sand – harmonieren wiederum mit den Burgmauern. Von den Dächern bis zu den Balkongeländern ist alles in der gleichen zurückhaltenden Farbtonlage umgesetzt, und damit auf eine subtile Art und Weise divers.
Komplexe Technik
Eine komplexe Aufgabe war es, die Dächer technisch zu managen, erklären beide Compass-Gründer und der Projektleiter Roman Janata. „Wir sind stolz auf die Dächer“, so Juraj Benetin, da trotz der verschiedenen Dachformen die Herausforderungen der Klimatechnik, der Dachterrassen und Dachfenster sowie der partiellen Begrünung gelöst wurden. Mit den PREFA Schindeln in P.10 Sandbraun, P.10 Prefaweiß und Bronze ließen sich zudem die verschiedenen Farben des Viertels auch auf den Dachflächen realisieren. Durch die prominente Lage sind die Dächer und Gebäude Vydricas besonders gut für die Besucher der Burg zu sehen. Aber nicht nur die weithin sichtbaren Gebäudedächer, sondern auch die Straßenräume, teils auf der Tiefgarage gebaut, zählen als Dächer und mussten abgedichtet, entwässert und gesichert werden.
Erhebliche Herausforderungen
Das Bauen am Hang, der notwendige Hochwasserschutz an der Donau und die Beachtung der Auflagen der Altstadtschutzzone mitsamt der Restaurierung einer historischen Wasserzisterne stellten zusätzliche Anforderungen an das gesamte Planungsteam. Spektakulär sind etwa die 70 Meter langen Stahlanker, mit denen der Hang oberhalb des Viertels abgefangen wurde.
Beschreibung der Besonderheiten
- Dachtyp: Dachschindel | Dachfarbe: P.10 Prefaweiß, P.10 Sandbraun, Bronze 68
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