Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


„MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

97464 Niederwerrn, Schulstraße 7

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Schlicht Lamprecht Kern Architekten BDA PartGmbB

"Ein Haus aus Holz und ein Haus aus Stein" war das Bild der Architekten für die Materialität des neuen Bürgerzentrums. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Blick von Norden auf das Gesamt­ensemble: Ladenmuseum (historisches Wohnhaus), Bürgerzentrum (Neubau mit zwei Gebäuderiegeln) und "Energiescheune" (historische Scheune) fügen sich in ihrer Maßstäblichkeit und Körnung behutsam in das Ortsbild. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Blick über den Bauerngarten auf das Ensemble mit den beiden Neubauten - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Sebastian Schels

Sämtliche Oberflächen der Recyclingbetonfassade wurden mit der traditionellen Handwerkstechnik des Scharrierens bearbeitet. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Die Treppenskulptur aus Holz verbindet als innere Vertikalerschließung das "Haus aus Holz" mit dem "Haus aus Stein" - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Einer der multifunktionalen Räume wird als Trauzimmer genutzt. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Das beliebte Café im neuen Bürgerzentrum ist ein generationsübergreifender Treffpunkt für die Gemeinde. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Treppenskulptur mit Sitzstufen als Treffpunkt während Veranstaltungen. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Schlicht Lamprecht Kern Architektur Stadtplanung

Im Inneren bleiben die unterschiedlichen Materialitäten der beiden Gebäuderiegel erlebbar. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Nach Süden öffnet sich das Ensemble "MittenIm mit dem Bürgerzentrum zur Gemeindebibliothek, östlich grenzt das Museum an. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Vom Norden kommend führt der Weg zwischen Ladenmuseum und neuem Bürgerzentrum auf den Dorfplatz. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Blick in die zur "Energiescheune" transformierte historische Scheune. Auf dem Sockel über dem Gewölbekeller findet sich die zur Energiegewinnung des Ensembles und umliegender Gemeindebauten benötigte Technik in einsehbaren Boxen. - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Stefan Meyer

Upcylcing des Recyclingbetons durch traditionelle Handwerkstechniken (Scharrieren) - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Schlicht Lamprecht Kern Architektur Stadtplanung

Rückbau der nahegelegenen Autobahnbrücke, die als Zuschlag für den Recyclingbeton verwendet wurde - „MittenIm“: Neue Ortsmitte Niederwerrn

© Tom Bauer

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Schlicht Lamprecht Kern Architekten BDA PartGmbB

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Schulstraße 7, 97464 Niederwerrn, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

09.2024

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Schlicht Lamprecht Kern Architekten BDA PartGmbB

Maibacher Str. 51

97424 Schweinfurt

Deutschland

Tel. +49 9721 38708-0

info@schlichtlamprechtkern.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Joachim Ingenieure

Niederwerrner Str. 22 1/2

97421 Schweinfurt

Deutschland

Fachplanung: Landschaftsbau

Dietz und Partner GbR Landschaftsarchitekten BDLA

Engenthal 42

97725 Elfershausen

Deutschland

Tel. +49 9704 602180

info@dietzpartner.de

Bauleistung: Zimmerei, Ingenieurholzbau

Zimmerei Wentorf Bulheller GmbH

Thüringer Str. 7

97631 Bad Königshofen

Deutschland

Bauleistung: Beton und Stahlbeton

LZR Lenz-Ziegler-Reifenscheid GmbH

August-Gauer-Straße 9

97318 Kitzingen

Deutschland

Bauleistung: Beton und Stahlbeton

InformationsZentrum Beton GmbH

Toulouser Allee 71

40476 Düsseldorf

Deutschland

Bauleistung: Steinmetz

Betonbearbeitung Thomas Miedl

Waldenreut 13

94154 Neukirchen vorm Wald

Deutschland

Bauleistung: Trockenbau

Lehmbau Klinnert & Walter GbR

Trappstadter Weg 1

98663 Schlechtsart

Deutschland

Fachplanung: Gebäudetechnik

Institut für Energietechnik IfE GmbH

Kaiser-Wilhelm-Ring 23a

92224 Amberg

Deutschland

Fachplanung: Beleuchtung

DAY & LIGHT LIGHPLANUNG

Welserstr. 25

81373 München

Deutschland

Tel. +49 89 62146752

info@dayandlight.de

Sonstige

grafisches Büro – Günter Eder, Roman Breier, Marcel Neundörfer OG (Beschriftung Gebäude und CI)

Große Neugasse 1/5

1040 Wien

Österreich

Architekturfotografie

Sebastian Schels

k.A. k.A.

k.A. München

Deutschland

Architekturfotografie

Stefan Meyer

k.A. k.A.

k.A. Berlin / München

Deutschland

Verwendete Produkte

ABB Busch-Jaeger

Schalter

Schalter und Steckdosen

Dachziegelwerke Nelskamp

PV-Anlagen

Nelskamp Planum PV rot (dachintegrierte PV-Ziegel)

BEGA Gantenbrink-Leuchten

Leuchten

INNEN: Kugelleuchten matt / AUSSEN: Mastleuchten

PAVATEX by SOPREMA

Dämmung

Dämmung Holzbau Wände

Binderholz Bausysteme

Holzbau

FSB Franz Schneider Brakel

Beschläge

Tür- und Fenstergriffe

LZR Lenz-Ziegler-Reifenscheid, Kitzingen

Recyclingbeton

mawa design

Leuchten

Kugelleuchten transparent Café

Schmitt + Sohn

Aufzug

Aufzug

Wapro

Isolierglasscheiben Fenster

XAL

Stromschienen-System

Stromschienensystem Bürgersaal

Gebäudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Tragwerkskonstruktion

Stahlbeton

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

3.137 m³

 

Nutzfläche

575 m²

 

Grundstücksgröße

2.300 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

„MittenIm“:​ Kreislaufgerechte und sozial nachhaltige Innenentwicklung

Mitten im Herzen der Gemeinde Niederwerrn ist am Übergang des alten Ortskerns zum gewachsenen Siedlungsgebiet die neue Ortsmitte „MittenIm“ entstanden. Zwei zueinander versetzt stehende Satteldachgebäude – ein „Haus aus Holz und ein Haus aus Stein", wie die Architekten das Bild vertrauter Materialitäten formulieren – bilden das neue Bürgerzentrum, das sich in Körnung und Maßstäblichkeit an der umgebenden Bebauung des alten Ortskern orientiert. Im Inneren sind die beiden Häuser miteinander verbunden und bieten multifunktionale Räume – als Bürgersaal, Vereinsraum oder Trauzimmer nutzbar – sowie ein Café. Die Setzung der Neubauten ermöglicht dabei eine niedrigschwellige Kontaktaufnahme unterschiedlicher Gruppen und Generationen.

Zwei unmittelbar angrenzende, ortsbildprägende Gebäude wurden in Abstimmung mit der Denkmalpflege saniert:​ Das historische Fachwerkhaus beherbergt als „Ladenmuseum“ die Sammlung eines alteingesessenen Lebensmittelhändlers, und eine historische fränkische Scheune versorgt nun zur „Energiescheune“ transformiert mit autarker, nachhaltiger Energie sämtliche Gebäude des Ensembles und benachbarte Gemeindebauten.

Begrünte Plätze für Markt und den traditionellen Plantanz, ein Bauerngarten sowie Sitzstufen für Veranstaltungen der benachbarten Gemeindebibliothek und Musikschule verbinden die bestehenden und die beiden neuen Gebäude zu einer identitätsstiftenden Einheit. Deren generationsübergreifendes Nutzungskonzept war mit der Bevölkerung im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) entstand. Die neue Ortsmitte „MittenIm“ verbindet so die Wünsche der Bevölkerung nach Reaktivierung des Leerstands im alten Ortskern, nach einer Verbindung zwischen Altort und Siedlungsgebiet sowie nach Orten der Begegnung für mehr soziales Miteinander.

Für den benötigten Grund und den Prozess der Neuordnung betrieb die Gemeinde eine aktive Grunderwerbspolitik durch zielgerichteten Erwerb von den Eigentümern der benötigten Grundstücke, bzw. Tausch durch Leerstände im Ort, Grundstücke oder barrierefreie Wohnungen im benachbarten Seniorenwohnheim. Geduld und Ausdauer bei der Grundstückspolitik führten nach fünf Jahren schließlich zur Realisierung des nachhaltigen Nutzungskonzepts, um dem „Aussterben“ des Altorts mit einer neuen Mitte entgegenzuwirken.


Bestand neu interpretieren und Neues mit bestehendem Bauen
Das neue Ensemble steht aber auch für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Bestand und für einen hohen Anspruch an nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft und Upcyling:​ Vom Fundament bis zur Fassade bestehen sämtliche Betonbauteile aus Recyclingbeton. Im neuen Bürgerzentrum „MittenIm“ findet sich die knapp 40 Kilometer entfernte, in den Sechzigerjahren errichtete und 2019 rückgebaute Talbrücke Rothof bei Würzburg wieder. Im Sinne der kurzen Transportwege wurde der Beton hierfür in einem etwa 40 Kilometer entfernten Recyclingwerk aufbereitet.
Die Betonoberflächen wurden mit alten und nahezu vergessenen Handwerkstechniken wie Scharrieren und Spitzen bearbeitet, um den steinernen Charakter herauszuarbeiten und der Fassade ein lebendiges Erscheinungsbild zu geben. Gestaltungselemente wie die Gewände um die Fenster, scharrierte und strukturierte Oberflächen oder die geringen Dachüberstände greifen den Stil der Region auf, wie selbstverständlich fügt sich das neue Ensemble so in seine Umgebung.

Alle weiteren Gebäudeteile des Neubaus sind als Holzmassivbau mit Holz- statt Mineralwolle errichtet und bis auf wenige Ausnahmen wurde auf jegliche Folien und Verklebung verzichtet.

Upcycling galt auch für die Bretterschalung der Betonwände:​ Sie bilden in der „Energiescheune“ Wandverkleidung sowie Boxen, in denen die technischen Anlagen zur Energieerzeugung für das Ensemble für interessiertes (Fach)Publikum zur Information einsehbar sind.

Mit der Vision eines sich wandelnden Ortes ist im intensiven Dialog mit der Bevölkerung und dank der finanziellen und inhaltlichen Unterstützung durch die Städtebauförderung eine neue soziale Mitte ganz im Sinne einer nachhaltigen Innenentwicklung entstanden.

  • Baukosten:​ Neubauten R-Beton + Holzhybrid:​ 2,2 Mio. € netto reine Baukosten
  • Finanzierung / Förderung:​ Das Projekt wird im Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ mit Mitteln des Bundes und des Freistaates Bayern gefördert.

Nachhaltigkeit

Mit dem Ensemble des Bürgerzentrums setzt die Gemeinde ein klares Zeichen für nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft:​ Vom Fundament bis zur Fassade bestehen sämtliche Betonbauteile aus Recyclingbeton. Hierfür wurde die knapp 50 Kilometer entfernte, in den Sechzigerjahren errichtete und 2019 rückgebaute Talbrücke Rothof bei Würzburg in einem etwa 40 Kilometer entfernten Recyclingwerk aufbereitet. Upcycling erfuhren sämtliche Oberflächen der Recyclingbetonfassade durch Bearbeitung mit traditionellen Handwerkstechniken. Upcycling galt auch für die Bretterschalung der Betonwände. Sie dienen in der zum Ensemble gehörenden "Energiescheune" als Wandverkleidung.

Alle weiteren Gebäudeteile des Neubaus wurden als Holzmassivbau errichtet. Bis auf wenige Ausnahmen wurde hierbei auf jegliche Folien und Verklebung verzichtet.

Die zur Energiegewinnung des gesamten Ensembles (neben den beiden Gebäuderiegeln des Neubaus zwei sanierte historische Gebäude) und der angrenzenden Gemeindebauten benötigten technischen Anlagen (Wärmepumpe, Pelletsheizung und Photovoltaik)* finden sich in der "Energiescheune" wider. Die sanierte historische Scheune ist ein Infohub für interessiertes (Fach)Publikum, die Anlagen sind zur Information einsehbar. Die PV-Module sind zum Dorfplatz hin gebäudeintegriert – in Farbe und Form der Ziegel fügen sie sich in das Dach, – um dem historischen Bild der Scheune am Dorfplatz Rechnung zu tragen.

* Technik im Detail (Leistung / Anteil):​
– Luft-Wärmepumpe:​ 20 kW / 65%
– Photovoltaik:​ 29KW peak / 19 oder 63%
– Biomasse-Kessel Pellets:​ Quelle O+V:​ 100 KW / 35%
– Sonstiges:​ 
Wärmerückgewinnung:​ Kreuzstromplattenwärmetauscher / Wirkungsgrad:​ 80,7 % (Lüftungsanlage Bürgersaal), 93,7 % (Lüftungsanlage Café); Gegenstrom-Wärmetauscher / Wirkungsgrad:​ 80 – 85 % (Lüftungsanlage Sanitärräume)
– Energiespeicherung:​ Batterie (22KWh Volmen); Pufferspeicher (Schichtenspeicher, 3.000 Liter, Sailer KDO, Durchmesser:​ 1.500mm, Höhe:​ 2,050 mm)

Unter den Dorfplätzen befinden sich Zisternen (30 m³) zur Regenwassernutzung, ein niedriges Wasserbecken erhöht die Aufenthaltsqualität in den Sommermonaten, Pflastersteine mit wassersensiblen Eigenschaften ergänzen die Maßnahmen zur Kühlung des Mikroklimas.

Auszeichnungen

Architekturpreis Beton 2026 (Preisträger)

DAM Preis 2026 (Shortlist)

BDA Preis Bayern 2025 (Preisträger)

Bauen im Bestand 2025 (Anerkennung)

BDA-Architekturpreis Nike 2025 (Shortlist)

Deutscher Architekturpreis 2025 (Shortlist)

Auszeichnung guter Bauten in Franken 2024 (Auszeichnung)

Schlagworte

Recyclingbeton, Holzbau, Kreislaufwirtschaft, Zirkularität, Upcycling, Innenentwicklung, Städte­bau­förderung, Regionales Bauen, Baukulturelle Identität, Bauen im Bestand, Soziale Nachhaltigkeit, Nachhaltige Energieerzeugung

Energetische Kennwerte

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Umweltthermie (Luft / Wasser)

 

Sekundärenergie

Solarthermie

Sonstige Biomasse

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

43,50 kWh/(m²a)

 

Heizenergieverbrauchswert

130,00 kWh/(m²a)

 

Stromverbrauchswert

22,00 kWh/(m²a)

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