Architekturobjekt 7 von 415

Architekturobjekte


Minimal invasive Eingriffe - Sensible Transformation für den Bestand

45772 Marl, Victoriastraße 39-45

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Franziska Tusch

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Franziska Tusch

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Victoriastraße 39-45, 45772 Marl, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

06.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Beschreibung

Objektbeschreibung

Die Masterarbeit „Minimal invasive Eingriffe – Sensible Transformation für den Bestand“ entwickelt eine Strategie zur Revitalisierung des ehemaligen Zechenareals Auguste Victoria 1/2 in Marl. Ausgangspunkt ist die Frage, wie industrielle Bestandsarchitektur unter den Bedingungen der Bauwende weiterentwickelt werden kann, ohne ihre räumliche Identität, ihre materielle Substanz und ihre soziale Bedeutung zu verlieren.
Anstelle eines umfassenden Masterplans verfolgt der Entwurf eine Strategie präziser, minimalinvasiver Eingriffe. Bestehende Gebäude werden analysiert, freigelegt und gezielt ergänzt. Das ehemalige Fördermaschinenhaus wird als Museum „Auguste“ mit angeschlossenem Literaturcafé zum Ort kollektiver Erinnerung transformiert. Die ehemalige 5-kV-Schaltzentrale entwickelt sich zu einem Werkhaus mit offenen Werkstätten, Ateliers, Co-Working-Bereichen und temporären Übernachtungsmöglichkeiten für Kunst- und Kulturschaffende. Die Maschinenhalle „Zentrale Eins“ wird durch gezieltes Entfernen statt Hinzufügen zu einem wandelbaren Kulturraum für Kino, Konzerte, Märkte und Veranstaltungen umgedeutet.
Die einzelnen Interventionen werden durch die neue „Zechenstraße“ miteinander verknüpft, die als öffentliche Fuß- und Radpromenade das ehemalige Werksgelände in einen offenen Stadtraum überführt. Zwischen den Fördertürmen entsteht ein multifunktionaler Platz für Märkte, Feste und alltägliche Begegnungen. Ergänzend schaffen Sportflächen, Freiräume und ein Integrationszentrum neue Angebote für unterschiedliche Nutzergruppen.
Das Projekt versteht Transformation als offenen Prozess. Es bewahrt das industrielle Erbe der Zeche, aktiviert vorhandene Ressourcen und schafft durch minimale Eingriffe maximale räumliche und gesellschaftliche Wirkung. So entsteht aus einem abgeschlossenen Industrieareal ein lebendiger, vielfältiger und aneignungsfähiger Stadtbaustein für die Zukunft.

Beschreibung der Besonderheiten

Das Projekt entwickelt mit den „minimalinvasiven Eingriffen“ eine eigenständige Methode für die Transformation industrieller Bestandsareale. Statt Abriss oder vollständiger Überformung werden vorhandene Gebäude durch präzise, ressourcenschonende Interventionen weitergebaut.
Besonders ist die enge Verzahnung von Stadtraum, Kultur, Bildung und gemeinschaftlicher Nutzung. Die neue Zechenstraße verbindet alle Teilbereiche des Areals zu einer öffentlichen Promenade und macht ehemals abgeschlossene Industrieflächen zugänglich. Der Platz zwischen den Fördertürmen fungiert als multifunktionaler Stadtraum für Märkte, Veranstaltungen und alltägliche Aufenthalte.
Die einzelnen Gebäude übernehmen komplementäre Funktionen:​ Das Museum „Auguste“ und das Literaturcafé vermitteln Industriegeschichte und schaffen Orte des Austauschs. Das Werkhaus 5kV kombiniert offene Werkstätten, Künstlerateliers, Co-Working und temporäres Wohnen zu einem produktiven Kreativstandort. Die Maschinenhalle „Zentrale Eins“ wird durch den Rückbau nichttragender Bauteile zu einem flexibel bespielbaren Kulturraum für Kino, Konzerte, Ausstellungen und Festivals.
Die funktionale Organisation basiert auf Offenheit, Mehrfachnutzung und Aneignung. Öffentliche Nutzungen liegen entlang der Zechenstraße, während Werkstätten, Ateliers und Veranstaltungsflächen miteinander vernetzt werden. Die Transformation erfolgt schrittweise und ermöglicht eine langfristige Weiterentwicklung des Areals im laufenden Betrieb. Dadurch entsteht ein robustes und zukunftsfähiges Modell für den Umgang mit industriellem Bestand.

Nachhaltigkeit

Das Projekt verfolgt vor allem eine Suffizienzstrategie. Durch den weitgehenden Erhalt der bestehenden Industriegebäude bleiben graue Energie, Materialressourcen und die Identität des Ortes erhalten. Minimalinvasive Eingriffe reduzieren den Materialverbrauch auf das notwendige Maß und vermeiden Abriss sowie Neubau. Ergänzungen werden als einfache, robuste und teilweise reversible Bauteile ausgeführt, um zukünftige Anpassungen zu erleichtern. Nachhaltigkeit entsteht dabei primär durch Weiterbauen, Umnutzen und langfristige Nutzungsflexibilität des Bestands.

Schlagworte

Industrie, Zeche, Bergbau, Umnutzung, Minimal-invasiv

Bitte melden Sie sich an

Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie bei heinze.de registriert und angemeldet sein.

Hier anmelden
Diese Seite weiterempfehlen
1531891511