Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Main Bad Bornheim
60386 Frankfurt am Main, Am Bornheimer Hang 2
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: 4a Architekten GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Am Bornheimer Hang 2, 60386 Frankfurt am Main, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
05.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
56.380 m³
Bruttogrundfläche
10.500 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
In direkter Nachbarschaft zur Eissporthalle entwickelten 4a Architekten als Generalplaner einen dreigeschossigen Baukörper, der sich kompakt in die bestehende städtebauliche Struktur einfügt und den verfügbaren Raum effizient nutzt. Die klare, reduzierte Kubatur minimiert die Gebäudehülle im Verhältnis zum Volumen und trägt so wesentlich zur Reduktion von Wärmeverlusten bei. Öffnungen und Fassadenflächen sind funktional begründet und im Hinblick auf Tageslichtnutzung, Energieeffizienz und thermische Performance optimiert. Dachoberlichter führen natürliches Licht tief ins Gebäudeinnere, verbessern die Aufenthaltsqualität und reduzieren den Bedarf künstlicher Beleuchtung; zugleich ermöglichen sie passive solare Energiegewinne und unterstützen ein nachhaltiges Energiekonzept. Gestalterisch verleihen geschmeidige Rundungen und ein Fassadeneinschnitt im Eingangsbereich der dreieckigen Grundform Dynamik. Die frische Farbgebung der Lamellenverkleidung im Erd- und Obergeschoss sorgt für Lebendigkeit und betont zugleich die Eingangssituation.
Aufgrund schwieriger Bodenverhältnisse wurde im Main Bad auf eine aufwändige, energieintensive Unterkellerung verzichtet – ein gestalterisch wie funktional eher ungewöhnlicher Ansatz: Die Technikräume befinden sich im Erdgeschoss, während die Badehalle mit ihren großzügigen Verglasungen im ersten Obergeschoss untergebracht ist. Diese Lage ermöglicht den Badegästen einen freien Blick ins Grüne und sorgt für ein lichtdurchflutetes Badeerlebnis mit Panoramaqualität.
Wasserwelten für alle Generationen
Das neue Main Bad umfasst rund 900 Quadratmeter Wasserfläche für Freizeit, Sport und Erholung. In der Freizeitbadehalle sind zahlreiche Attraktionen geboten: Ein Erlebnisbecken mit Sprudeltopf und Warmsprudelbecken sowie ein gestalterisch an eine Dschungellandschaft angelehnter Kleinkinderbereich mit Hängebrücke und Spraypark. Für zusätzlichen Badespaß sorgen eine Breitwellenrutsche und eine innenliegende Röhrenrutsche – letzteres auch mit Blick auf Energieeffizienz, da auf eine Außenrutsche verzichtet wurde. Ein weiteres Highlight: Bei geöffneten Schiebeelementen der großflächigen Glasfassade lässt sich der Außenraum unmittelbar in das Badeerlebnis integrieren.
In der Sportbadehalle befindet sich ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, einer Ein- bzw. Drei-Meter-Sprunganlage und einer teils variablen Wassertiefe durch einen Hubboden – geeignet für Freizeitschwimmer, Schulklassen und den Vereinssport. Ein separates Lehrschwimmbecken mit breiter Einstiegstreppe rundet das Angebot ab. Die Gestaltung der Halle ist auf das Wesentliche reduziert: klare Formen, ein zurückhaltendes Materialkonzept und schlichte Blautöne schaffen eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre. Große Fensterflächen öffnen den Blick in die umgebende Natur. Sitzbänke entlang der Wände laden zum Verweilen und Beobachten ein. Eine raumhohe Verglasung trennt Erlebnis- und Sportbadehalle optisch transparent, aber akustisch wirksam für konzentriertes Schwimmen.
Saunalandschaft als Rückzugsort
Im Obergeschoss befindet sich eine großzügige Saunalandschaft mit fünf verschiedenen Saunen: ein Sanarium, zwei finnische Saunen im Innen-und Außenraum, eine Entspannungssauna und ein Dampfbad. Ein an den Wänden begrüntes Atrium sorgt für natürliche Atmosphäre, Tageslicht und hohe Aufenthaltsqualität. Ruhe- und Kaminzonen, ein Gastronomiebereich sowie ein Außenbereich mit Tauchbecken, Kaltduschen und Sonnenterrasse bereichern das Angebot. Im Dachgeschoss befindet sich zudem ein weiterer Ruheraum mit Ausblick auf die Umgebung.
Farbe, Struktur und Identität
Der Entwurf zeichnet sich durch eine klare, reduzierte Formensprache aus. Außen wie innen wurde bewusst auf Materialien wie Sichtbeton oder Holz verzichtet. Stattdessen dominieren Fliesen, verputzte Flächen und akustisch wirksame Oberflächen, die nicht nur gestalterisch ruhig wirken, sondern sich auch besonders gut reinigen und Instand halten lassen. Das Farbkonzept setzt auf kräftige Blau-, Grün- und Gelbtöne, die für Lebendigkeit sorgen. Die Fassadengestaltung zeigt sich differenziert: Auf das begrünte Sockelgeschoss folgt eine gelochte und gewellte Aluminiumverkleidung, die von farbigen Metalllamellen und verglasten Elementen durchbrochen wird. Auch hier dominiert ein ruhiges und strukturiertes Material- und Farbkonzept.
Nachhaltigkeit als Prinzip
Das Main Bad überzeugt nicht nur architektonisch, sondern auch ökologisch. Bereits die kompakte, dreigeschossige Kubatur trägt zur Energieeffizienz des Gebäudes bei, da sie die Gebäudehülle im Verhältnis zum Volumen reduziert und dadurch Wärmeverluste minimiert. Ein umfassendes Energiekonzept sorgt für einen ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Betrieb. 450 Photovoltaikmodule auf dem Dach erzeugen jährlich bis zu 150.000 kWh Strom. Ergänzt wird dies durch ein modernes Blockheizkraftwerk, Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus Lüftung und Badewassertechnik sowie die Möglichkeit, Abwärme der benachbarten Eissporthalle zu nutzen – die dafür notwendigen technischen Vorbereitungen wurden umgesetzt.
Zur Reduktion des Frischwasserverbrauchs wird gesammeltes Regenwasser für die Reinigung und Bewässerung der Außenanlagen eingesetzt. Ein integriertes Regenrückhaltesystem schützt bei Starkregen zudem das öffentliche Kanalnetz. Die Beleuchtung erfolgt nahezu ausschließlich über energieeffiziente LED-Leuchten, die Wartungsintervalle minimieren und eine lange Lebensdauer garantieren.
Nachhaltigkeit
Ressourcenschonende, DGNB-zertifizierte Baustelle
Die Baustelle wurde von der DGNB als „nachhaltige Baustelle“ zertifiziert. Es wurde explizit auf eine ressourcenschonende, abfall- und emissionsarme Bauausführung geachtet (Staub-, Lärmminderung, Logistikkonzept etc.).
Konstruktive und materialbezogene Aspekte
- Es gibt kein Untergeschoss. Die Technik liegt im Erdgeschoss, die Badehalle darüber – das spart eine aufwändige, energieintensive Unterkellerung.
- Die kompakte, dreigeschossige Bauform nutzt die Baufläche optimal aus und reduziert zugleich die Hüllfläche im Verhältnis zum Volumen – ein klassischer Ansatz zur Reduzierung von Wärmeverlusten.
- Der Entwurf setzt auf robuste, gut zu reinigende Oberflächen: Fliesen, verputzte Flächen, akustisch wirksame Paneele. Das reduziert langfristig Reinigungsaufwand, Chemikalien- und Materialverbrauch.
2. Nachhaltige Planung
Integriertes Energiekonzept
Photovoltaik-Anlage:
- 450 PV-Module auf dem Dach
- Spitzenleistung: ca. 150 kWp
- Jahresertrag: bis zu 150.000 kWh Strom
Blockheizkraftwerk (BHKW)
- Erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom
- ist zentraler Baustein für niedrige Betriebskosten
Wärmerückgewinnung
Anlagen zur Wärmerückgewinnung aus den Lüftungsanlagen und der Badewassertechnik reduzieren deutlich den Heizenergiebedarf.
Synergien mit der Eissporthalle
Die Abwärme der Kältemaschinen der benachbarten Eissporthalle wird für das Bad genutzt.
Energieeffiziente Nutzungskonzeption
- Die innenliegende Röhrenrutsche wurde bewusst nicht als Außenrutsche gebaut – u. a. aus Gründen der Energieeffizienz. Außenrutschen verursachen höhere Wärmeverluste und mehr Hüllfläche.
- Die Schiebefenster in der Glasfassade der Freizeitbadehalle ermöglichen bei gutem Wetter viel „Freibad-Feeling“, ohne ein energieaufwendiges Cabrio-System zu bauen.
Standort & Erschließung
Das Bad liegt direkt am Ratsweg neben der Eissporthalle und ist sehr gut mit U-Bahn und Straßenbahn erreichbar. Das erleichtert eine Anreise ohne Auto, was verkehrs- und klimapolitisch sinnvoll ist.
3. Nachhaltiger Betrieb (Energie, Wasser, Technik)
Energieeffiziente Anlagentechnik
- Moderne Wärmetechnik und der Einsatz erneuerbarer Energien sorgen laut ABG für einen „besonders energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb“ des Bades.
- Die technische Gebäudeausrüstung ist mit aktuellen Energiespar- und Energierückgewinnungssystemen ausgelegt, insbesondere bei Lüftung und Badewassertechnik.
Beleuchtung
Das Bad wird nahezu vollständig mit energieeffizienten LED-Leuchten betrieben.
- Geringerer Stromverbrauch
- Längere Lebensdauer
- Weniger Wartung und Austausch (also weniger Material und Entsorgung).
Umgang mit Wasser
Regenwassernutzung
Gesammeltes Regenwasser wird für die Reinigung und Bewässerung der Außenanlagen genutzt. Dadurch wird Trinkwasser eingespart.
Regenrückhaltung / Starkregenschutz
Ein Regenrückhaltesystem speichert bei Starkregen überschüssiges Wasser und gibt es zeitverzögert in die Kanalisation ab, um das städtische Netz zu entlasten.
Pflegeleichte, langlebige Materialien
Die Oberflächen (Fliesen, verputzte Flächen, akustische Elemente) sind sehr gut zu reinigen und instand zu halten; das reduziert den Einsatz von Reinigungsmitteln, Wasser, Arbeitsaufwand und Sanierungszyklen – ein wichtiger Baustein für einen nachhaltigen Lebenszyklus.
Auszeichnungen
Architizer A+Awards 2026 (Special Mention)
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Strom
Objektdetails
Das Objekt im Internet
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