Architekturobjekt 5 von 14.032

Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: FH Münster, Architektur, Lena Meyer

Außenperspektive - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Innenperspektive - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Ansichten Süden und Osten - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Ansichten Norden und Westen - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Modellfoto offen - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Modellfoto geschlossen - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Umgebungsmodell - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Modell Innenraum - LEVEL UP - Bewegung auf Augenhöhe

© Emma Aldenhoff, Anna Breidebach, Lena Meyer

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: FH Münster, Architektur, Lena Meyer

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

01.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Stahlbau

Tragwerkskonstruktion

Stahl

Anzahl der Vollgeschosse

2-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

43.819 m³

 

Bruttogrundfläche

5.045 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Ziel dieses Kurses ist die Entwicklung eines architektonischen Entwurfs für eine multifunktionale Sporthalle mit 2 Spielfeldern auf einem ehemaligen Sportplatz im Nordwesten Münsters. Die Halle soll als Trainings- und
Spielstätte für Rollstuhlbasketball, Hochschulsport und die Uni Baskets Münster dienen. Sie soll somit flexibel nutzbar sein, als Trainingsstätte oder als „Hexenkessel“ mit bis zu 1.500 Zuschauern.
Zusätzlich spielen die Themen Barrierefreiheit und Integration eine zentrale Rolle und sollen nicht nur eingesetzt, sondern neu gedacht und optimal genutzt werden. Auch das Thema Einfach Bauen - Gebäudetyp E soll im Entwurf analysiert und sinnvoll umgesetzt werden, sodass ein ressourcenschonender Entwurf entsteht.
Unser Gebäude liegt auf dem Grundstück im südlichen Teil, wo die ansteigende Topografie genutzt wird, um auf natürliche Weise barrierefreie Zugänge und inklusive Wegeführungen zu schaffen. Ein Teil des Erdgeschosses ist in die Topografie eingelassen, wodurch sich zwei Haupt-Level im Projekt ergeben. Diese Level sind über insgesamt 3 Eingänge auf zwei verschiedenen Etagen von außen erreichbar. Die Erreichbarkeit im Außenraum erfolgt komplett stufenlos über Wege, die sich wie eine Art Rampe an der Topografie orientieren, um hier maximale Integrität zu schaffen. Weitere neue Wegeverbindungen und eine Joggingroute binden das Areal zusätzlich in die Umgebung ein.
Im Innenraum umfasst die Sporthalle zwei nebeneinanderliegende Spielfelder, wobei das Hauptfeld als „Hexenkessel“ auch für die Spieltags Nutzung konzipiert ist. Das zweite Feld stellt durch seine Lage, mit unabhängigen Eingängen, Umkleiden und Lagern jederzeit eine Trainingsmöglichkeit dar.
Die Sportbereiche und Lagerflächen des Hauptspielfeldes sind kompakt unter den Tribünen organisiert.
Die innere Orientierung wird durch einfache Wegeführungen in Form einer Rampe unterstützt, sodass sich Besucher*innen jederzeit mühelos zurechtfinden. Dadurch ermöglichen wir eine vollständig stufenlose Erschließung aller Ebenen. Auch im Zuschauerbereich rückt Inklusion in den Vordergrund. Rollstuhlplätze sind in mehreren Ebenen in die Tribüne integriert und können flexibel durch klappbare Sitze auch von nicht mobilitätseingeschränkten Personen genutzt werden.
Die Fassade der Sporthalle kombiniert eine massive Betonbasis im Erdgeschoss mit einer leichten, dynamischen Hülle aus bombierten Metallpaneelen.
Im Sockelgeschoss, welches sich zum Teil in der Erde befindet, wird Recyclingbeton als tragendes, speicherfähiges und schalldämmendes Material eingesetzt.
Ab dem ersten Obergeschoss übernimmt ein rückbaubares Stahlskelett mit Fachwerkträgern die Struktur.
Die einzelnen Profile der Tragstruktur werden zu 62% aus anderen Projekten wiederverwendet und zu 38% aus recyceltem Stahl hergestellt. Dazu sind diese über Schraubverbindungen konstruiert, um einen Rückbau zu ermöglichen.
An der Fassade ab dem 1. Obergeschoss befinden sich bombierte, feuerverzinkte Metallpaneele, welche ihre Inspiration in der Lüftungskanalindustrie finden. Durch die Bombierung der einzelnen Metallplatten, steifen sich diese selbstständig aus und können so deutlich dünner sein als gerade Metallpaneele. Dadurch wird fast 50% an Material für die Fassade eingespart. Die Produktion solcher Metallteile ist außerdem ein standardisierter Prozess, der keine neuen Abläufe benötigt, um die Fertigung so einfach wie möglich zu gestalten.
Der Gegensatz von Schwere und Leichtigkeit wird im äußeren Erscheinungsbild bewusst inszeniert. Im Fensterbereich öffnet sich die Metallhaut als Streckmetall, welches Transparenz und Belüftung ermöglicht und gleichzeitig einen Blendschutz für die Halle bietet.
Durch die Verrieglung auf der Außenseite der Fenster wird außerdem das Nachtlüften in der Halle ermöglicht.
Für die Belüftung der unten Räume, welche zum Teil in der Erde liegen, werden die Fensterbänder etwas hochgesetzt, um sie so in die Metallfassade zu integrieren, damit das Sockelgeschoss sein einheitliches Fassadenbild nicht verliert.
So entsteht mit unserem Projekt ein Ort, der nicht nur Sport, Begegnung und Gemeinschaft vereint, sondern auch Inklusion, Einfachheit und Funktionalität neu denkt, sodass Bewegung auf Augenhöhe stattfindet.
Insgesamt zieht sich das Konzept „Level Up“ durch das ganze Projekt. Angefangen bei dem neuen Verständnis für Barrierefreiheit, der Nutzung der Topografie zur Erschließung, bis hin zur Aufwertung einfacher Industrieprodukte zu einer architektonisch ansprechenden Fassade.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Das Projekt zeichnet sich durch eine konsequent inklusive und zugleich ressourcenschonende Architektur aus. Besonders hervorzuheben ist die barrierefreie Erschließung, die durch die intelligente Nutzung der Topografie vollständig stufenlose Zugänge und eine klare, intuitive Wegeführung ermöglicht und auch im Innenraum konsequent weitergeführt wird. Barrierefreiheit wird in diesem Projekt nicht als „Add on“, sondern als Standard angesehen und es soll jeder Person ermöglicht werden, das Gebäude und auch das Areal gleichermaßen und ohne Einschränkungen nutzen zu können. Inklusion stellt in diesem Fall eine Selbstverständlichkeit dar.
Auch konstruktiv setzt der Entwurf besondere Akzente, durch eine Kombination aus massivem Recyclingbeton im Sockel und einer leichten, rückbaubaren Stahlkonstruktion darüber. Das komplette Gebäude steht für nachhaltiges und einfaches Bauen. Die innovative Fassade aus bombierten Metallpaneelen reduziert den Materialeinsatz deutlich und verbindet Funktionalität mit einem markanten Erscheinungsbild. Insgesamt entsteht so ein Gebäude, das Sport, Inklusion und Einfachheit auf zukunftsweisende Art miteinander verknüpft.
 

Nachhaltigkeit

Es wird der Gedanke des Einfach Bauens in Form von Low-Tech verfolgt. Vor allem natürliche Belüftung und Nachtlüftung spielen eine große Rolle. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist nur vereinzelt im Bereich unter der Erde nötig. In der Halle sorgen Hängeelemente der Firma Frenger für Licht, Heizung, Kühlung und Schallabsorption. Das Stahltragwerk besteht nur aus geschraubten Verbindungen, die vollständig trennbar sind. Auch die Metallelemente der Fassade sind sichtbar verschraubt, sodass sie einfach ausgetauscht und wiederverwendet werden können. Der Porenleichtbeton besteht aus recyceltem Material und kann nach Ablauf des Lebenszyklus als Zuschlagstoff wiederverwertet werden. 

Auszeichnungen

3. Platz im studentischen Wettbewerb innerhalb des Kurses

Schlagworte

Einfach bauen, Barrierefreiheit, Inklusion, Nachhaltigkeit, Sporthalle, Basketball

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

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