Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Leben im Fläming

14806 Bad Belzig, An der Rummel 1-7

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Praeger Richter Architekten GmbH

Verdichteter Wohnungsbau - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Fassade Verandahaus - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Wechselspiel aus Bebauung und Landschaft - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Wohnensemble - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Veranda als Erschließung, Freisitz und Begegnungsort - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Gemeinschaftshaus - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Innenraum Gemeinschaftshaus - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Blick vom Wohnraum auf die Veranda - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Blick vom Wohnraum in die Landschaft - Leben im Fläming

© Andreas Friedel

Blick von Oben - Leben im Fläming

© Praeger Richter Architekten

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Praeger Richter Architekten GmbH

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

An der Rummel 1-7, 14806 Bad Belzig, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Neubau

Fertigstellungstermin

03.2025

Nachhaltigkeit

DGNB - Gold

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

Praeger Richter Architekten GmbH

Florastr. 86 A

13187 Berlin

Deutschland

Tel. +49 30 499894-205

mail@praegerrichter.de

Bauleistung: Zimmerei, Ingenieurholzbau

Landhaus-Bau Glinstedt GmbH

Hermann-Riemschneider-Straße 13

16816 Neuruppin

Deutschland

Tel. 0 33 91 50 57 72

info@landhaus-bau.de

Fachplanung: Tragwerksplanung

Projekt Bau Kluge UG

Kleine Dorfstraße 8

03172 Schenkendöbern

Deutschland

Tel. 035692 66 8 77

mail@projekt-bau-kluge.de

Fachplanung: Bauphysik

Blue Monkey Engineering Sohnrey und Zädow Ingenieure PartG mbB

Voltastr. 5

13355 Berlin

Deutschland

info@bluemonkeyengineering.com

Fachplanung: Brandschutz

BPK Ingenieure und Sachverständige für Brandschutz GmbH & Co. KG

Erich-Steinfurth-Straße 6

10243 Berlin

Deutschland

Tel. 030 220 020 30

office@bpk-ing.de

Fachplanung: Gebäudetechnik

Ingenieurbüro Drobka

Zum Kirschberg 40

14806 Bad Belzig

Deutschland

Tel. 033 841 63 65 64

info@drobka.de

Architektur: Landschaftsarchitekt

Fa.baumrausch GmbH & Co. KG

Arsterdamm 72A

28277 Bremen

Deutschland

Tel. 0421-79099766

v.kranz@baumrausch.de

Projektsteuerung, Objektüberwachung

Günther Architekten Christoph Günther

Oranienplatz 5

10999 Berlin

Deutschland

Architekturfotografie

Andreas Friedel

Prinzenallee 35

13359 Berlin

Deutschland

Verwendete Produkte

Bembé Parkett

Parkett

Kalzip

Aluminium-Dachdeckungen

ROCKWOOL Core Solutions

Dämmung

Gebäudedaten

Bauweise

Holzbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

19.947 m³

 

Bruttogrundfläche

6.850 m²

 

Nutzfläche

5.077 m²

 

Verkehrsfläche

665 m²

 

Wohnfläche

4.007 m²

 

Grundstücksgröße

16.502 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

13.200.000 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

17.500.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Mit dem Wohnprojekt „Leben im Fläming“ entstand am Stadtrand von Bad Belzig eine neue Typologie für gemeinschaftliches und ressourcenschonendes Wohnen im ländlichen Raum. Die Bauaufgabe bestand darin, für eine soziokratisch organisierte Genossenschaft Wohnraum für rund 100 Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebensentwürfe zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Alternative zur flächenintensiven Einfamilienhausbebauung zu entwickeln.

Das Projekt umfasst vier mehrgeschossige Verandahäuser mit insgesamt 46 Wohnungen sowie drei Gemeinschaftshäuser für gemeinschaftliche, kulturelle und berufliche Nutzungen. Die Wohnhäuser bestehen jeweils aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Baukörper, die über eine offene Veranda verbunden sind. Durch die versetzte Anordnung erhalten alle Wohnungen eine dreiseitige Orientierung und freie Ausblicke in die Landschaft.

Die Gebäude wurden in einer ökologischen, verbundstoffarmen Holzbauweise realisiert. Ein fossilfreies Energiekonzept mit Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik sowie ein zirkuläres Wasserkonzept mit Grauwassernutzung und Regenwasserrückhaltung reduzieren den Ressourcenverbrauch deutlich. Die kompakte Bebauung ermöglicht eine hohe Flächeneffizienz und schafft gleichzeitig großzügige gemeinschaftlich nutzbare Freiräume.

Beschreibung der Besonderheiten

Zentrales Merkmal des Projekts ist die Entwicklung des Verandahauses als neue Typologie für verdichteten Wohnungsbau im ländlichen Raum. Jeweils ein zwei- und ein dreigeschossiger Baukörper werden über eine offene Veranda miteinander verbunden. Diese dient nicht nur der Erschließung, sondern fungiert als gemeinschaftlicher Aufenthalts- und Begegnungsraum.

Die Anordnung der Baukörper gewährleistet für alle Wohnungen eine dreiseitige Orientierung mit gleichwertigen Wohnqualitäten und freien Landschaftsbezügen.  Ergänzt werden die Wohnhäuser durch gemeinschaftlich betriebene Gebäude für Co-Working, Werkstatt und Veranstaltungen, die kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft ermöglichen.

Eine weitere Besonderheit ist die soziokratische Organisation der Genossenschaft. Das Projekt wurde gemeinschaftlich entwickelt und wird dauerhaft durch konsentbasierte Entscheidungsprozesse getragen. Die räumliche Struktur unterstützt diese Form des Zusammenlebens durch ein ausgewogenes Verhältnis von privaten Rückzugsräumen und gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen.

Auch technisch verfolgt das Quartier einen konsequent nachhaltigen Ansatz. Die verbundstoffarme Holzbauweise ermöglicht eine hohe Recyclingfähigkeit. Die Energieversorgung erfolgt weitgehend fossilfrei über Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik. Ergänzt wird das Konzept durch eine Pflanzenkläranlage zur Grauwasseraufbereitung sowie ein Regenwassermanagement mit Retentionsflächen und Naturteich. Dadurch werden rund ein Drittel des Trinkwasserbedarfs sowie etwa 60 % des Abwassers eingespart. Insgesamt werden Ressourcen geschont, die Klimaresilienz gestärkt und ein hoher Grad an infrastruktureller Eigenständigkeit erreicht.

Nachhaltigkeit

Das Projekt „Leben im Fläming“ verfolgt ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept, das die Strategien Effizienz, Konsistenz und Suffizienz miteinander verbindet. Die Gebäude wurden als KfW-Effizienzhaus 40 mit der Förderklasse Nachhaltigkeit realisiert und sind DGNB-Gold zertifiziert. Die Energieversorgung erfolgt weitgehend fossilfrei über ein Zusammenspiel aus Geothermie, dezentralen Wärmepumpen und genossenschaftlich betriebenen Photovoltaikanlagen. Die Flächenheizung in den Decken ermöglicht neben einer effizienten Wärmeversorgung auch eine sommerliche Kühlung der Gebäude.

Das Materialkonzept basiert auf einer ressourcenschonenden, verbundstoffarmen Holzbauweise mit vorgefertigten Holzrahmenbauelementen, Einblasdämmung, Brettsperrholzdecken aus zertifizierter Forstwirtschaft sowie natürlichen und wohngesunden Oberflächen aus Lehmfputz und verschraubten Echtholzdielen. Besonderes Augenmerk lag auf der Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit der Konstruktionen. Wo möglich wurden Bauteile mechanisch gefügt und auf komplexe Verbundsysteme verzichtet, um eine spätere Wiederverwendung und sortenreine Trennung zu ermöglichen.

Im Sinne der Konsistenz werden natürliche Kreisläufe aktiv genutzt:​ Eine Pflanzenkläranlage bereitet Grauwasser auf, das für die Toilettenspülung wiederverwendet wird. Regenwasser wird in Retentionsmulden und einem Naturteich gespeichert und für die Freiraumbewirtschaftung genutzt. Dadurch werden Trinkwasserverbrauch und Abwassermengen deutlich reduziert.

Der Suffizienzgedanke zeigt sich insbesondere in der gemeinschaftlichen Wohn- und Lebensform. Durch den hohen Wohnungsmix, gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur und die Möglichkeit, Wohnungen innerhalb der Genossenschaft an veränderte Lebenssituationen anzupassen, wird Wohnfläche effizient genutzt. Mit durchschnittlich 35 m² Wohnfläche pro Person liegt der Flächenverbrauch deutlich unter dem regionalen Durchschnitt. Gleichzeitig ermöglicht die verdichtete Bauweise im ländlichen Raum eine erhebliche Flächeneinsparung gegenüber konventionellen Einfamilienhausgebieten.

Auszeichnungen

Hauptpreis - Holzbaupreis Brandenburg

Sonderpreis - Brandenburgischer Baukulturpreis

Hauptpreis - HolzbauPlus Bundeswettbewerb

Schlagworte

Genossenschaftliches Wohnen, Holzbau, Verandahaus, Nachhaltiges Bauen, Verbundstofffrei, Gemeinschaftliches Wohnen, Kreislaufwirtschaft

Energetische Kennwerte

Energiestandard

KfW-Effizienzhaus 40

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

 

Sekundärenergie

Geothermie

Energetische Kennwerte

Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")

56,60 kWh/(m²a)

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Wohneinheiten

45

Das Objekt im Internet

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