Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Leben im Fläming
14806 Bad Belzig, An der Rummel 1-7
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Praeger Richter Architekten GmbH
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Praeger Richter Architekten GmbH
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
An der Rummel 1-7, 14806 Bad Belzig, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
03.2025
Nachhaltigkeit
DGNB - Gold
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
19.947 m³
Bruttogrundfläche
6.850 m²
Nutzfläche
5.077 m²
Verkehrsfläche
665 m²
Wohnfläche
4.007 m²
Grundstücksgröße
16.502 m²
Kosten
Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks
13.200.000 Euro
Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)
17.500.000 Euro
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das Projekt umfasst vier mehrgeschossige Verandahäuser mit insgesamt 46 Wohnungen sowie drei Gemeinschaftshäuser für gemeinschaftliche, kulturelle und berufliche Nutzungen. Die Wohnhäuser bestehen jeweils aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Baukörper, die über eine offene Veranda verbunden sind. Durch die versetzte Anordnung erhalten alle Wohnungen eine dreiseitige Orientierung und freie Ausblicke in die Landschaft.
Die Gebäude wurden in einer ökologischen, verbundstoffarmen Holzbauweise realisiert. Ein fossilfreies Energiekonzept mit Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik sowie ein zirkuläres Wasserkonzept mit Grauwassernutzung und Regenwasserrückhaltung reduzieren den Ressourcenverbrauch deutlich. Die kompakte Bebauung ermöglicht eine hohe Flächeneffizienz und schafft gleichzeitig großzügige gemeinschaftlich nutzbare Freiräume.
Beschreibung der Besonderheiten
Die Anordnung der Baukörper gewährleistet für alle Wohnungen eine dreiseitige Orientierung mit gleichwertigen Wohnqualitäten und freien Landschaftsbezügen. Ergänzt werden die Wohnhäuser durch gemeinschaftlich betriebene Gebäude für Co-Working, Werkstatt und Veranstaltungen, die kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft ermöglichen.
Eine weitere Besonderheit ist die soziokratische Organisation der Genossenschaft. Das Projekt wurde gemeinschaftlich entwickelt und wird dauerhaft durch konsentbasierte Entscheidungsprozesse getragen. Die räumliche Struktur unterstützt diese Form des Zusammenlebens durch ein ausgewogenes Verhältnis von privaten Rückzugsräumen und gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen.
Auch technisch verfolgt das Quartier einen konsequent nachhaltigen Ansatz. Die verbundstoffarme Holzbauweise ermöglicht eine hohe Recyclingfähigkeit. Die Energieversorgung erfolgt weitgehend fossilfrei über Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik. Ergänzt wird das Konzept durch eine Pflanzenkläranlage zur Grauwasseraufbereitung sowie ein Regenwassermanagement mit Retentionsflächen und Naturteich. Dadurch werden rund ein Drittel des Trinkwasserbedarfs sowie etwa 60 % des Abwassers eingespart. Insgesamt werden Ressourcen geschont, die Klimaresilienz gestärkt und ein hoher Grad an infrastruktureller Eigenständigkeit erreicht.
Nachhaltigkeit
Das Materialkonzept basiert auf einer ressourcenschonenden, verbundstoffarmen Holzbauweise mit vorgefertigten Holzrahmenbauelementen, Einblasdämmung, Brettsperrholzdecken aus zertifizierter Forstwirtschaft sowie natürlichen und wohngesunden Oberflächen aus Lehmfputz und verschraubten Echtholzdielen. Besonderes Augenmerk lag auf der Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit der Konstruktionen. Wo möglich wurden Bauteile mechanisch gefügt und auf komplexe Verbundsysteme verzichtet, um eine spätere Wiederverwendung und sortenreine Trennung zu ermöglichen.
Im Sinne der Konsistenz werden natürliche Kreisläufe aktiv genutzt: Eine Pflanzenkläranlage bereitet Grauwasser auf, das für die Toilettenspülung wiederverwendet wird. Regenwasser wird in Retentionsmulden und einem Naturteich gespeichert und für die Freiraumbewirtschaftung genutzt. Dadurch werden Trinkwasserverbrauch und Abwassermengen deutlich reduziert.
Der Suffizienzgedanke zeigt sich insbesondere in der gemeinschaftlichen Wohn- und Lebensform. Durch den hohen Wohnungsmix, gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur und die Möglichkeit, Wohnungen innerhalb der Genossenschaft an veränderte Lebenssituationen anzupassen, wird Wohnfläche effizient genutzt. Mit durchschnittlich 35 m² Wohnfläche pro Person liegt der Flächenverbrauch deutlich unter dem regionalen Durchschnitt. Gleichzeitig ermöglicht die verdichtete Bauweise im ländlichen Raum eine erhebliche Flächeneinsparung gegenüber konventionellen Einfamilienhausgebieten.
Auszeichnungen
Hauptpreis - Holzbaupreis Brandenburg
Sonderpreis - Brandenburgischer Baukulturpreis
Hauptpreis - HolzbauPlus Bundeswettbewerb
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sekundärenergie
Geothermie
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
56,60 kWh/(m²a)
Objektdetails
Gebäudespezifische Merkmale
Anzahl Wohneinheiten
45
Das Objekt im Internet
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