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Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Kulturstrom - Wo die Generationen zusammenfließen

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Braunschweig, Architektur, Jannis Gruhne

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Technische Universität Braunschweig, Architektur, Jannis Gruhne

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Entwurfskonzept

Fertigstellungstermin

03.2026

Gebäudedaten

Bauweise

Holzhybridbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Grundstücksgröße

12.830 m²

Beschreibung

Objektbeschreibung

Kurzfassung der Aufgabenstellung:​
Das Planungsgebiet im Südosten (zwischen Märkischem Ring, Potthofstraße, Rathausstraße und Volme) soll neu gestaltet werden, da aktuell keine klaren baulichen oder konzeptionellen Strukturen vorhanden sind. Etwa die Hälfte der Fläche besteht aus dem Dr.-Ferdinand-David-Park mit sozialen Einrichtungen (AllerWeltHaus, Kinderschutzbund, Spielplatz), der als Treffpunkt dient. Die übrigen Flächen umfassen Parkplatz, Synagoge, Garagenhof und Wohnbebauung; eine direkte Wegeverbindung entlang der Volme fehlt bislang.
Ziel ist eine architektonische Neuordnung, um die Stadt stärker mit dem Wasser zu verbinden und einen soziokulturellen Raum am Wasser zu schaffen. Die Entwürfe sollen das Gebiet durch verschiedene Nutzungen wie Wohnen, Gastronomie, Dienstleistungen, Freizeitangebote oder Mischformen beleben und aufwerten. Mindestens ein Gebäude ist detailliert auszuarbeiten.

Wichtige Rahmenbedingungen:​

  • Klimaangepasste Bauweise, insbesondere Hochwasserschutz berücksichtigen
  • Bestand erhalten:​ Synagoge bleibt wegen Denkmalschutz bestehen, Dr.-Ferdinand-David-Park muss erhalten bleiben (Anpassungen/Erweiterungen möglich)
  • Anpassung an die Umgebung hinsichtlich Gebäudehöhe und Bebauungsdichte
  • Vermeidung von „Rückseiten“ zum öffentlichen Raum
  • Berücksichtigung von Ökologie, Verkehrsführung, Stellplätzen, Lärmschutz sowie Frei- und Aufenthaltsflächen

Die Planung soll zudem die Konzepte der Stadt- und Landschaftsplanung für ein Wohnen und Freizeitangebot am Wasser ergänzen.

Entwurfsidee:​
Ziel des Entwurfs ist es, zukunftsfähige Konzepte für die ufernahen Bereiche der Volme in Hagen zu entwickeln und den Fluss als identitätsstiftendes Element stärker in den Stadtraum zu integrieren und erlebbar zu machen. Auf dem Entwurfsareal an der Potthofstraße entsteht ein soziokulturelles Zentrum, das an bestehende Einrichtungen wie die Synagoge, das AllerWeltHaus und den Kinderschutzbund anknüpft und diese durch ein Mehrgenerationenwohnmodell ergänzt. Das Mehrgenerationenwohnen setzt neue Impulse und bereichert den Stadtraum durch dauerhafte, nicht-kommerzielle Nutzungen. Es bringt Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft zusammen und stärkt die Innenstadt als Ort des Zusammenlebens und des Austauschs. Neben dem gemeinsamen Wohnen stehen insbesondere das soziale Miteinander, gegenseitige Unterstützung und der Aufbau einer lebendigen Gemeinschaft im Fokus.
Die auf dem Areal vorhandenen Gebäude wurden, mit Ausnahme der denkmalgeschützten Synagoge, zurückgebaut. Da es sich überwiegend um Nachkriegsbauten handelte, konnte auf diese Weise Raum für die Entwicklung eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Quartiers geschaffen werden. Das anfallende Abbruchmaterial wird weiterverwendet und dient der Ausbildung der öffentlichen Sockelzone. Auch die weitere Materialwahl folgt konsequent den Prinzipien des zirkulären Bauens und setzt vorwiegend auf Holz und Stahl.

Städtebauliche Setzung:​
Das Areal in Hagen erstreckt sich entlang des Flusslaufs der Volme und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Volme Galerie, zur Fußgängerzone sowie zu den hochverdichteten Blockrandstrukturen des Stadtkerns. Um dieser dichten städtebaulichen Umgebung gerecht zu werden, wird das Areal nicht als isolierter Ort verstanden, sondern als Teil eines zusammenhängenden Stadtraums, der in Beziehung zum gegenüberliegenden Uferraum entlang der Volme tritt. Der Fluss fungiert dabei als räumliche Spiegelachse, die die bestehende Blockrandbebauung gedanklich auf das Entwurfsareal projiziert und die Idee eines abschließenden Blocks formuliert.
Zur Straßenseite hin entsteht eine harte, markante Gebäudekante, die den urbanen Raum fasst und die Blockrandstruktur des Umfelds aufnimmt. Demgegenüber entwickelt sich zum Innenhof eine weichere, differenziertere Struktur, die sich über leichtere Bauelemente wie Laubengänge, kleinere Baukörper und Rücksprünge zum Wasser hin öffnet. Die Gebäudehöhe  staffelt  sich von der Straßenseite bis   zum Ufer ab, um den Übergang vom dichten Stadtraum zum landschaftlich geprägten Flussraum zu vermitteln, Blickbeziehungen zu stärken und eine gute Belichtung der Freiräume zu gewährleisten. Diese Höhenentwicklung setzt sich konsequent in der Gestaltung der Außenräume fort und bindet die Uferkante sowie die Promenade räumlich und funktional in das Gesamtkonzept des Entwurfes ein.


Gebäudefigur:​
Die Synagoge bildet im Entwurf nicht nur aufgrund ihrer Nutzung und besonderen Schutzbedürftigkeit einen zentralen Bezugspunkt, sondern auch durch ihre charakteristische Architektursprache. Sie ist geprägt von einem überhöhten, markanten Baukörper, an den sich ein niedrigerer Funktionsbau behutsam anschließt. Diese klare Gebäudefigur aus Kopfbau und angegliedertem Baukörper dient als Vorbild für den Entwurf und prägt die städtebauliche Setzung auf dem Entwurfsareal. Analog dazu wird eine lineare Gebäudestruktur an einen fünfeckigen Kopfbau angedockt, der sich über die Zeile hinwegsetzt und diese räumlich überhöht. Um Kopfbau und Zeile als zusammenhängende Einheit lesbar zu machen, schmiegt sich die Zeile über einen abgeschrägten Laubengang an den Kopfbau an. Die Erschließung erfolgt im aufgedickten Gelenk zwischen Zeilen- und Kopfbau über eine außenliegende Treppe am Laubengang. Im Bereich des Kopfbaus weitet sich der Laubengang zu einer sozialen Begegnungszone und geht in die punktuelle Erschließung des Kopfbaus über.
Über die zum Innenhof orientierten Laubengänge entsteht auf diese Weise ein kommunikativer Raum mit vielfältigen Blickbeziehungen zu den benachbarten Gebäuden und Erschließungsebenen. Der Laubengang fördert damit nicht nur die Gemeinschaft innerhalb eines Hauses, sondern auch den Austausch und die soziale Interaktion über die einzelnen Gebäude hinweg.

 

Beschreibung der Besonderheiten

Jahreszeitenzimmer:​
Das Jahreszeitenzimmer tritt als gläserner Raum- körper aus der Fassade hervor und bildet eine ver- mittelnde Zone zwischen Innen- und Außenraum. Über flexible Falt- und Schiebetürelemente lässt es sich je nach Nutzung, Bedarf und Jahreszeit sowohl dem Innenraum als auch dem Außenraum zuschalten. Auf diese Weise kann es den Wohnraum erweitern und wahlweise als vollwertige Wohnraumerweiterung in den Wintermonaten fungieren oder sogar als geschützte Loggia in der warmen Jahreszeit.

Typ A – Familienwohnungen / flexible Großwohnungen

Die großzügigen Wohnungen für Familien grenzen jeweils an einen sogenannten Joker-Streifen, der eine flexible Erweiterung oder Umorganisation der Grundrisse erlaubt. Im Maximalfall können zwei benachbarte Wohnungen über diesen Bereich zu einer großen Wohngemeinschaft zu- sammengeschaltet werden. 


Typ B – Single-/ Clusterwohnungen

Die Singlewohnungen sind auf einem klaren Raster aufgebaut und lassen sich flexibel zu Clusterwohnungen erweitern. Jedes Zimmer verfügt über eine eigene Nasszelle, während gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Küche und Aufenthaltsraum den sozialen Mittelpunkt bilden. 

Wasserkonzept:​
Die Bepflanzung des vorgestellten Laubengangs er- folgt in Eigenregie durch die Hausgemeinschaft. Starkwüchsige Kletterpflanzen werden dagegen im Erdreich gepflanzt und wachsen mit geringem Pflegeaufwand bis in die oberen Geschosse der Gebäude, wodurch in den Sommermonaten eine dauerhafte Begrünung der Fassaden entsteht. Das auf dem Gründach gesammelte Regenwasser wird sowohl zur Bewässerung der begrünten Lauben als auch im Fall von Starkregen als temporäres Rückhaltevolumen genutzt.

Belichtungskonzept:​
Die vorgestellten Lauben und das begrünte Rankgerüst bieten im Sommer einen natürlichen Sonnenschutz und tragen zu einem angenehmen Klima für die Bewohner bei. Im Winter ermöglicht das blätterlose Rankgerüst eine Belichtung bis tief in die Wohnung. Die  Aussparungen in Form von Lufträumen schaffen dabei nicht nur Privatsphäre für die am Laubengang orientierten Schlafzimmer, sondern sorgen zugleich für eine gute indirekte Belichtung der Wohnräume sowie für differenzierte Blickbeziehungen.

Energiegewinnung:​
Auf den Dächern werden gezielt Solarpaneele angeordnet, um erneuerbare Energie für den Eigenbedarf der Gebäude zu erzeugen. Die erhöhten und optimal ausgerichteten Dachflächen ermöglichen dabei eine effiziente Nutzung der Solarenergie. Ergänzend werden weitere Solarpaneele behutsam in die Fassade integriert und bleiben im Stadtraum weitgehend unauffällig. Insgesamt leisten diese Maßnahmen einen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Energieversorgung des Quartiers und seiner Bewohner.

Hochwasserschutz:​
Bei Starkregen oder Hochwasser werden als gemeinschaftliche Aktion der Nachbarschaft mobile Schotten zwischen den Öffnungen der Betonwanne gespannt, sodass die Erdgeschosszonen wirksam vor dem Eindringen von Wasser geschützt werden. Zusätzlich sind die Gebäude durch Pfahlgründung gegen den Auftrieb des Fundaments  im Boden verankert.



 

Nachhaltigkeit

Für den Entwurf wurde ein Energie- und Materialkonzept verfolgt, das sich an den Prinzipien der Effizienz, Konsistenz, Suffizienz sowie des Cradle-to-Cradle-Gedankens orientiert. Ziel ist ein ressourcenschonendes, langlebiges und klimaangepasstes Gebäudekonzept mit möglichst geringem Energie- und Materialverbrauch.
Im Sinne der Konsistenz basiert die Konstruktion überwiegend auf nachwachsenden und recyclingfähigen Materialien. Die Primärstruktur, zum größten Teil aus Holz, sowie Holz- und Zellulosedämmstoffen reduziert den Einsatz energieintensiver Baustoffe und bindet gleichzeitig CO₂. Ergänzt wird dies durch Lehmplatten und Lehmfarben, die aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften zu einem ausgeglichenen Raumklima beitragen und vollständig in biologische Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Im Erdgeschoss kommt Recycling-Stahlbeton zum Einsatz, wodurch vorhandene Ressourcen weiterverwendet und Primärrohstoffe eingespart werden.
Der Cradle-to-Cradle-Ansatz zeigt sich insbesondere in der Materialwahl und Konstruktion. Es werden möglichst sortenreine und trennbare Bauteilschichten eingesetzt, sodass Materialien nach ihrer Nutzung erneut in technische oder biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Darüber hinaus wird bereits anfallendes Abbruchmaterial aus dem Bestand weiterverwendet und in die Gestaltung der Sockelbereiche integriert.
Im Bereich der Effizienz setzt das Konzept auf passive und aktive Energiestrategien. Die Gebäudehülle verfügt über einen hohen Dämmstandard durch Holzfaser- und Zellulosedämmungen, wodurch Wärmeverluste reduziert werden. Ergänzend erzeugen auf den Dächern und teilweise in die Fassade integrierte Solarpaneele erneuerbare Energie für den Eigenbedarf des Quartiers.
Auch Suffizienzstrategien werden berücksichtigt. Begrünte Laubengänge und Rankstrukturen übernehmen im Sommer die Funktion eines natürlichen Sonnenschutzes und reduzieren den Kühlbedarf. Im Winter ermöglicht die saisonale Veränderung der Vegetation eine tiefere Belichtung der Wohnräume und unterstützt passive solare Gewinne. Das Gründach dient zusätzlich als Regenwasserspeicher, verbessert das Mikroklima und trägt zur Bewältigung von Starkregenereignissen bei. Das gesammelte Wasser wird zur Bewässerung der Fassadenbegrünung genutzt und reduziert den Verbrauch von Trinkwasser.
Insgesamt entsteht ein nachhaltiges Gesamtkonzept, das ökologische Materialkreisläufe, erneuerbare Energiegewinnung und klimaangepasste Strategien miteinander verbindet.
 

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Strom

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Wohneinheiten

117

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