Architekturobjekte

Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer


Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

87439 Kempten, Großer Kornhausplatz 1

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: hochstrasser. gesellschaft für architektur mbh

Umbau und Modernisierung Kornhaus Kempten - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich, EG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Großer Kornhaus-Saal nach der Sanierung, 1. OG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Kleiner Kornhaus-Saal nach der Sanierung, 1. OG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Stadt Kempten, Messe- und Veranstaltungsbetrieb

Historisches, ornamentiertes Kapitell und integrierte Gebäudetechnik nach Sanierung - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Authentischer Zeitzeuge Nordtreppenhaus - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Integration moderner und barrierearmer Büro- und Tagungsräume, 1. DG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Sichtbarmachung der charakteristischen Tragstruktur, 2. DG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Visuelles und taktiles Leitsystem als Teil des Barrierefreiheitskonzeptes, EG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Neue Erschließung und Sitzmöbel in klarer Gestaltung, EG - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Conne van d Grachten

Sanierung Dachtragwerk unter Wetterschutzdach - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© Remigius Heubuch

Freigelegtes Holztragwerk und neuer Aufzugskern während der Bauphase - Kornhaus Kempten: Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

© hochstrasser. gesellschaft für architektur mbh

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: hochstrasser. gesellschaft für architektur mbh

Basisdaten zum Objekt

Lage des Objektes

Großer Kornhausplatz 1, 87439 Kempten, Deutschland

Objektkategorie

Objektart

Art der Baumaßnahme

Sanierung / Modernisierung

Fertigstellungstermin

05.2025

Nachhaltigkeit

Prädikat KlimaKulturKompetenz Barrierefreiheit

Projektbeteiligte Firmen und Personen

Architekt/Planer

hochstrasser. gesellschaft für architektur mbh

Karpfengasse 5

89073 Ulm

Deutschland

Tel. +49 731 935115-0

info@hochstrasser.com

Fachplanung: Brandschutz

Ingenieurbüro Anwander GmbH & Co. KG

Trettachweg 6

87477 Sulzberg

Deutschland

Tel. +49 8376 921818-0

info@anwander-ingenieure.de

Fachplanung: Anlagenbau

Ingenieurbüro Fink

Wiesstr. 13a

87435 Kempten

Deutschland

Tel. +49 831 522606-0

info@ing-buero-fink.de

Fachplanung: Elektrotechnik

Abt Elektroplanung

Heisinger Straße 12

87437 Kempten

Deutschland

Tel. +49 831 5237006-0

info@abt-elektroplanung.de

Bauherr

Stadt Kempten, Messe- und Veranstaltung-Betrieb

Großer Kornhausplatz 1

87439 Kempten

Deutschland

Tel. +49 831 2525-7040

michaela.waldmann@kempten.de

Bauleistung: Zimmerei, Ingenieurholzbau

Holzbau Buhmann GmbH + Co. KG

Eisenholz 15

87480 Weitnau

Deutschland

Tel. +49 8375 92080

hans.mayer@holzbaubuhmann.de

Bauleistung: Rohbau

Projektbau Matthias Regner GmbH

Dr.-Georg-Schäfer-Straße 2

93437 Furth im Wald

Deutschland

Tel. +49 9973 8408-0

mail@bau-regner.eu

Bauleistung: Maler, Lackierer

kilgus - ihr malermeister

Am Repsweiher 17/1

88299 Leutkirch

Deutschland

Tel. +49 7561 91510-74

info@malermeister-kilgus.de

Verwendete Produkte

KEIMFARBEN

Bodenbeschichtungen

Keim Reversil

Knauf Insulation

Einblasdämmung

Suprafil Timber Frame

DEKOZELL Wand + Deckenbeläge

Akustik-System

FlexoPanel

Inclusion GmbH

taktile Bodenindikatoren

Taktiler Bodenindikator aus Edelstahl 316L

Karl Günther

Trennwand-System

Trennwand E10

Pollmeier Massivholz

Holzwerkstoff

BauBuche GL75

Gebäudedaten

Bauweise

Mauerwerksbau

Tragwerkskonstruktion

Holz

Anzahl der Vollgeschosse

3- bis 5-geschossig

Raummaße und Flächen

Bruttorauminhalt

24.956 m³

 

Bruttogrundfläche

7.327 m²

 

Nutzfläche

4.250 m²

 

Verkehrsfläche

757 m²

 

Grundstücksgröße

1.383 m²

Kosten

Veranschlagte Rohbaukosten des Bauwerks

2.426.160 Euro

 

Gesamtkosten der Maßnahme (ohne Grundstück)

26.450.000 Euro

Beschreibung

Objektbeschreibung

Umbau und Modernisierung des Kornhauses
Ein lebendiges und offenes Einzeldenkmal in der Kernstadt

Das Kornhaus in der nördlichen Altstadt von Kempten ist ein barockes Einzeldenkmal aus der Zeit um 1700. Ursprünglich als massiver Kornspeicher errichtet, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgenutzt und erweitert. Trotz dieser Eingriffe blieb die historische Substanz weitgehend erhalten. Fehlende bauphysikalische Ertüchtigungen, veraltete Haustechnik sowie statische und brandschutztechnische Defizite führten 2019 zum Erlöschen der Betriebserlaubnis – und eröffneten zugleich die Chance für eine grundlegende, zukunftsorientierte Neuinterpretation.

Leitmotiv der Sanierung ist das Prinzip „Erhalt vor Erneuerung“. Ziel war eine denkmalgerechte Weiterentwicklung mit maximalem Substanzerhalt, die das Kornhaus als identitätsstiftenden Stadtbaustein stärkt und gleichzeitig neue, vielfältige Nutzungen ermöglicht. Entstanden ist ein offenes, multifunktionales Kulturhaus mit Veranstaltungsräumen in den Sälen des 1. Obergeschosses, Ausstellungs- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie Seminar-, Büro- und Kommunikationsbereichen in den oberen Geschossen. Die gleichzeitige Nutzung durch bis zu 1.800 Personen belebt das Gebäude und bindet es stärker in das städtische Leben ein.

Die funktionale Neuordnung basiert auf einer klar strukturierten Erschließung. Reaktivierte Zugänge und ein zusätzlicher Aufzug verbessern die Orientierung und Zugänglichkeit des Hauses deutlich. Brandschutztechnische Maßnahmen und die Integration moderner Gebäudetechnik sichern eine flexible und zukunftsfähige Nutzung.

Im Fokus der architektonischen Umsetzung steht der respektvolle Umgang mit dem Bestand. Historische Tragwerke, Gewölbe, Oberflächen und Bauteile wurden materialgerecht instandgesetzt und bleiben als prägende Elemente sichtbar. Die charakteristische Tragstruktur bestimmt die Raumwirkung, insbesondere in den neu geschaffenen Büro- und Besprechungsräumen im ausgebauten Dachgeschoss. Neue Elemente und technische Einbauten sind bewusst zurückhaltend und klar zeitgenössisch gestaltet, sodass die Baugeschichte des Hauses lesbar bleibt.

Die städtebauliche Präsenz des Kornhauses innerhalb des denkmalgeschützten Ensembles bleibt unangetastet. Die Weiterentwicklung erfolgt überwiegend im Inneren und stärkt so die historische Identität im Stadtraum. Bauphysikalisch abgestimmte Maßnahmen beheben Feuchteschäden und sichern langfristig die Substanz des Gebäudes. Ergänzend wurde die Gebäudetechnik präzise integriert und energetisch optimiert.

So vereint die Sanierung des Kornhauses den Erhalt historischer Baukultur mit zeitgemäßer Funktionalität, Sicherheit und einer behutsamen Weiterentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit und barrierearmer Nutzung – und macht das Gebäude zu einem lebendigen Ort für die Stadtgesellschaft.
 

Beschreibung der Besonderheiten

Die Weiterentwicklung des Kornhauses versteht Nachhaltigkeit als integralen Baustein des Entwurfs – getragen durch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand, eine hohe Nutzungsflexibilität sowie eine langfristig gesicherte gesellschaftliche Relevanz des Gebäudes.

Im Sinne von Suffizienz und Adaptivität wurde die vorhandene Struktur konsequent weitergenutzt und in ihrer Funktion präzise ergänzt. Die Umnutzung der Dachgeschosse zu Büro- und Besprechungsräumen sowie die flexible Ausgestaltung der Veranstaltungs- und Seminarbereiche ermöglichen eine vielfältige, parallel organisierbare Nutzung. Mobile Trennwände und autark erschließbare Einheiten schaffen eine hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Anforderungen und sichern die dauerhafte Bespielbarkeit des Hauses. Gleichzeitig verbessert eine gezielt integrierte Anlagentechnik den thermischen Komfort, während ein abgestimmtes Licht- und Akustikkonzept die Aufenthaltsqualität in allen Bereichen deutlich erhöht.

Auch in soziokultureller Hinsicht leistet das Kornhaus einen nachhaltigen Beitrag:​ Als prägender Ort innerhalb des historischen Zentrums von Kempten stärkt es die Identität der Altstadt und fungiert als offenes, inklusives Kultur- und Veranstaltungsforum für eine breite Öffentlichkeit. Gemeinschaftlich nutzbare Räume, flexible Belegungskonzepte und die Präsenz der Betreiber vor Ort fördern Interaktion, Teilhabe und eine lebendige Nutzung im Alltag wie bei Veranstaltungen.

Zirkuläres Denken prägt die bauliche Umsetzung. Entsprechend dem Leitmotiv „Erhalt vor Erneuerung“ wurden historische Bauteile, Tragwerke und Oberflächen materialgerecht instandgesetzt und, wo erforderlich, konservatorisch gesichert. Die weitgehende Integration des Bestands reduziert den Materialeinsatz und erhält die handwerkliche Qualität des Gebäudes. Neue Elemente sind bewusst additiv und demontierbar konzipiert, um zukünftige Anpassungen zu erleichtern. Ein baubegleitendes Material- und Schadstoffmanagement dokumentiert Bestand und Ergänzungen und schafft eine belastbare Grundlage für künftige Eingriffe.

Barrierefreiheit ist als durchgängiges Prinzip im Gebäude und seinem Umfeld verankert. Ein klar strukturiertes, taktiles und visuelles Leitsystem ermöglicht eine intuitive Orientierung vom Stadtraum bis in alle öffentlichen Bereiche des Hauses. Barrierefreie Zugänge, ein neu integrierter Aufzug sowie entsprechend ausgestattete Sanitärräume gewährleisten die selbstständige Nutzung aller Geschosse. Ergänzt wird dies durch Hörhilfen, nutzerfreundliche Bedienkonzepte und definierte Anlaufstellen.

Besonders im denkmalgeschützten Kontext wurden hierfür differenzierte Lösungen entwickelt:​ Die Reaktivierung bestehender Eingänge in Verbindung mit einer automatisierten Zutrittsorganisation verbessert die Zugänglichkeit niederschwellig, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen. Im Außenraum verbinden Bodenleitlinien das Kornhaus mit angrenzenden Wegen, Plätzen und zentralen Stadträumen und stärken so die Orientierung und Sicherheit für alle Nutzergruppen.

Insgesamt entsteht ein integratives und zukunftsfähiges Gesamtkonzept, das den historischen Bestand bewahrt, Ressourcen schont und gleichzeitig eine gleichberechtigte, komfortable Nutzung ermöglicht.

Nachhaltigkeit

Das Energie- und Materialkonzept des Kornhauses basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz und leitet sich konsequent aus dem denkmalpflegerischen Anspruch „Erhalt vor Erneuerung“ ab. Ziel war es, die vorhandene Bausubstanz maximal zu nutzen, Eingriffe zu minimieren und gleichzeitig eine zeitgemäße, ressourcenschonende Nutzung sicherzustellen.

Im Sinne der Suffizienz wurde das Raumprogramm innerhalb der bestehenden Struktur neu organisiert und verdichtet. Un- bzw. untergenutzte Bereiche – insbesondere die Dachgeschosse – wurden aktiviert, ohne die Gebäudehülle und die Kubatur wesentlich zu verändern. Flexible Grundrisse und multifunktionale Nutzungskonzepte ermöglichen eine langfristige Anpassungsfähigkeit und reduzieren zukünftigen Flächen- und Ressourcenbedarf.

Die Effizienzstrategie konzentriert sich auf eine präzise abgestimmte Gebäudetechnik und bauphysikalische Optimierung. Unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes wurde die thermische Hülle gezielt ertüchtigt:​ historische Fenster wurden aufgearbeitet, partiell kamen Innendämmungen und Dämmputze zum Einsatz, und das Dach wurde mit optimierter Zwischensparrendämmung ausgestattet.

Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Anbindung an das örtliche Fernwärmenetz, wodurch der bisherige Gaskessel ersetzt werden konnte. Flächenheizsysteme in Form von Fußboden- und Wandheizungen ermöglichen niedrige Vorlauftemperaturen bei gleichzeitig verbessertem thermischem Komfort und Feuchteschutz. Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral über Durchlauferhitzer, wodurch Zirkulationsverluste vermieden werden. Ergänzend wurde ein passives Kühlsystem im Dachgeschoss integriert, das den sommerlichen Wärmeschutz unterstützt.

Die Materialstrategie folgt dem Prinzip der Konsistenz und Kreislauffähigkeit:​ Bestehende Tragwerke, Gewölbe und Oberflächen wurden weitestgehend erhalten, materialgerecht instandgesetzt und konservatorisch gesichert. Neue Bauteile sind bewusst additiv, reversibel und sortenrein gefügt, um spätere Anpassungen, Rückbau und Wiederverwendung zu ermöglichen. Der Einsatz langlebiger, robuster und – soweit möglich – nachwachsender bzw. recyclingfähiger Materialien unterstützt diesen Ansatz.

Ein baubegleitendes Material- und Schadstoffmanagement dokumentiert systematisch sowohl den Bestand als auch alle neu eingebrachten Materialien und schafft damit eine belastbare Grundlage für zukünftige Eingriffe im Sinne zirkulärer Wertschöpfung. 

Umgesetzt wurde damit ein energie- und ressourceneffizientes Sanierungskonzept, das die historische Substanz bewahrt, den Energieeinsatz reduziert und durch flexible sowie langlebige Strukturen eine Nutzungsperspektive für das Kornhaus nachhaltig sichert.

Auszeichnungen

Architektouren 2026 (BYAK)

Prädikat KlimaKulturKompetenz Barrierefreiheit

Schlagworte

Kornhaus, Kempten, Denkmal, historische Substanz, Bestand, Erhalt, Barrierefreiheit, Sanierung, Modernisierung, Umbau, Nachhaltig, Tragwerk, Zirkuläres Planen und Bauen, Kultur, Veranstaltungen, Tagungen, Teilhabe

Energetische Kennwerte

Energiestandard

Sonstiges

Energetische Kennwerte

Primärenergie

Fernwärme

 

Sekundärenergie

Strom

Objektdetails

Gebäudespezifische Merkmale

Anzahl Arbeitsplätze

20

 

Anzahl Sitzplätze

1.000

Das Objekt im Internet

 

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