Architekturobjekte
Heinze ArchitekturAWARD 2026: Teilnehmer
Kommunales Einsatzzentrum Radenthein
9545 Radenthein, Stadionstrasse 2, Österreich
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Scheiberlammer Architekten
Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Scheiberlammer Architekten
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Stadionstrasse 2, 9545 Radenthein, Österreich
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Umbau
Fertigstellungstermin
12.2025
Zeichnungen und Unterlagen
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Stahlbetonbau
Tragwerkskonstruktion
Stahlbeton
Anzahl der Vollgeschosse
2-geschossig
Raummaße und Flächen
Nutzfläche
2.030 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Das Bestandsgebäude wird behutsam an die erforderlichen Raumgrößen und -höhen angepasst und weitergebaut. Neue Raumeinheiten ergänzen den Bestand in einem wirtschaftlichen Stützen-Balken-System. Die Organisation von Feuerwehr, Bergrettung und Wirtschaftshof wird im Sinne gemeinsamer Synergien auch nach außen sichtbar: Alle Einsatzfahrzeuge sind gleichwertig an der Nordfassade zur B98 ausgerichtet. Eine gemeinsame Dachplatte fasst die Funktionen zusammen, der Schlauchturm markiert den Standort und tritt in Dialog mit dem Kirchturm. Die prägnante Silhouette stärkt die Ortseinfahrt.
Der überdachte Haupteingang an der Nordseite führt in ein großzügiges Foyer, das Vorplatz und Saal verbindet. Der multifunktionale Saal an der Südseite bildet mit Grünraumbezug die gemeinsame Mitte. Eine klare Erschließung aus nord-süd gerichtetem Foyer und west-ost Magistrale gewährleistet kurze Wege, gute Orientierung und funktionale Synergien.
Ein Nebeneingang erschließt die Feuerwehr direkt zu Umkleiden und Werkstätten, die Bergrettung gelangt über die Garage ins Gebäude. Der Wirtschaftshof ist zentral angebunden und mit dem Untergeschoß über eine Treppe verbunden.
Die bestehenden Außenwände werden umseitig mit einer Holzfaserdämmung thermisch saniert und mit einem langlebigen, hinterlüfteten metallischen Fassadenkleid versehen. Das Dach wird als extensiv begrünte „fünfte Fassade“ ausgebildet.
Durch die Nutzung und Ertüchtigung der Bestandsstruktur bleibt graue Energie erhalten. Robuste, langlebige Materialien sichern Nachhaltigkeit und einen geringen Wartungsaufwand.
Beschreibung der Besonderheiten
Die Entscheidung, das bestehende Gebäude weiterzubauen, anstatt einen vollständigen Neubau zu errichten, ermöglicht den Erhalt wertvoller Bausubstanz und reduziert den Ressourcenverbrauch erheblich. Das Projekt basiert konsequent auf der Weiterverwendung der bestehenden Struktur: Von insgesamt rund 2.030 m² Nutzfläche wurden lediglich etwa 290 m² neu errichtet, während der überwiegende Teil der vorhandenen Bausubstanz erhalten, adaptiert und energetisch ertüchtigt wurde. Dadurch konnte ein hoher Anteil grauer Energie bewahrt, der Materialeinsatz reduziert und der Flächenverbrauch minimiert werden.
Die Umnutzung eines leerstehenden Handelsstandortes zu einem kommunalen Einsatzzentrum mit Feuerwehr, Bergrettung und Wirtschaftshof stärkt nicht nur die öffentliche Infrastruktur, sondern schafft langfristig einen identitätsstiftenden Ort mit Mehrwert für die Bevölkerung und die Gemeinde.
Nachhaltigkeit
Das Energie- und Materialkonzept des kommunalen Einsatzzentrums basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz aus Effizienz, Konsistenz und Suffizienz, ergänzt durch kreislauforientierte Prinzipien im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz.
Suffizienz
Die wesentliche Grundlage des Projektes bildet die Weiterverwendung des bestehenden Gebäudes. Durch die Umnutzung des ehemaligen Sparmarktes zu kommunaler Infrastruktur konnte auf einen vollständigen Neubau verzichtet werden. Von rund 2.030 m² Nutzfläche wurden lediglich etwa 290 m² neu errichtet. Die bewusste Nutzung bestehender Flächen reduziert Flächenverbrauch, Materialeinsatz und Ressourcenbedarf wesentlich.
Effizienz
Die energetische Ertüchtigung des Bestandes erfolgt durch eine umfassende thermische Sanierung mit hochwärmedämmender Holzfaserdämmung, einer optimierten Gebäudehülle sowie energieeffizienter Haustechnik. Das Gebäude wird über erneuerbare Fernwärme versorgt und durch eine Photovoltaikanlage ergänzt. Der Gesamtenergieeffizienzfaktor von fGEE 0,61 verdeutlicht die hohe energetische Qualität des Projektes.
Konsistenz
Bei der Materialwahl wurde auf langlebige, robuste und wartungsarme Konstruktionen geachtet. Die hinterlüftete Metallfassade gewährleistet eine lange Lebensdauer, während extensive Dachbegrünungen zur Verbesserung des Mikroklimas, zur Regenwasserrückhaltung und zur ökologischen Qualität beitragen. Der Einsatz natürlicher Dämmstoffe wie Holzfaser unterstützt einen ressourcenschonenden Materialeinsatz.
Cradle-to-Cradle / Kreislaufgedanke
Durch die Erhaltung großer Teile der bestehenden Tragstruktur bleibt ein hoher Anteil grauer Energie erhalten. Die Strategie der Weiterverwendung, Adaptierung und Ergänzung vorhandener Bauteile folgt dem Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft und reduziert den Bedarf an Primärressourcen erheblich. Die Planung verfolgt damit eine langfristig nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen anstelle eines vollständigen Rückbaus und Neubaus.
Schlagworte
Energetische Kennwerte
Energiestandard
Energetische Kennwerte
Primärenergie
Fernwärme
Sekundärenergie
Fernwärme
Energetische Kennwerte
Primärenergiebedarf ("Gesamtenergieeffizienz")
192,20 kWh/(m²a)
Heizenergieverbrauchswert
102,90 kWh/(m²a)
Energiebedarf (Prozentuale Verteilung)
Heizung
54 %
Warmwasser
2 %
Beleuchtung
23 %
Lüftung
21 %
Weitere Dokumente zum Objekt
Objektdetails
Das Objekt im Internet
Objekte in der Umgebung
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