Kindertagesstätte und Wohneinheiten im bronzefarbenem Mantel in Alzenau
63755 Alzenau, Bezirksstraße 31
Ein Referenzprojekt von PREFA
Basisdaten zum Objekt
Lage des Objektes
Bezirksstraße 31, 63755 Alzenau, Deutschland
Objektkategorie
Objektart
Art der Baumaßnahme
Neubau
Fertigstellungstermin
05.2024
Projektbeteiligte Firmen und Personen
Verwendete Produkte
Gebäudedaten
Bauweise
Holzhybridbau
Tragwerkskonstruktion
Holz
Anzahl der Vollgeschosse
3- bis 5-geschossig
Raummaße und Flächen
Bruttorauminhalt
8.135 m³
Bruttogrundfläche
2.329 m²
Nutzfläche
1.432 m²
Verkehrsfläche
687 m²
Wohnfläche
550 m²
Grundstücksgröße
3.712 m²
Lage und Umgebung
Beschreibung
Objektbeschreibung
Ziemlich viel hybrid
In Alzenau setzten die Architekten für die hybride Bauaufgabe aus städtischer Kita und Mitarbeiterwohnungen eines nahe gelegenen Klinikums zwei unterschiedliche Konstruktionsweisen um. Tragend ist der L-förmige Recyclingbeton-Massivbau der zweigeschoßigen Kita. Per Staffelgeschoß ergänzte man sechs kleine Appartements als Holzmassivbau. Herausfordernd waren hier die unterschiedlichen Grundrissgeometrien und statischen Raster, verschiedene Leitungsverläufe sowie die Lastabtragung über die unteren Geschoße. Die bereits erwähnte vorgehängte Aluminiumfassade verbindet beide Bauweisen technisch wie optisch zu einem Gesamtbaukörper.
Straßenabgewandt schließt das Grundstück der Kita an einen schönen Garten an. Das wollten die Architekten nutzen und gestalteten die Gartenfassade als Holzfassade mit vorgestellten, laubengangartigen Balkonen, die gleichzeitig Sonnenschutz, Fluchtwege und in manchen Bereichen Spielgerät und Pflanzenrankgerüst sind. „Wir finden es gut, wenn mehrere Funktionen kombiniert werden“, erzählen die Architekten, „aber oft erweisen sich Förderlogiken, Vergabeverfahren und die Erwartungshaltung kommunaler Entscheidungsträger als beharrliche Herausforderungen.“ Das Projekt in Alzenau zeigt exemplarisch, wie schwierig, aber auch erfolgreich es ist, unterschiedliche Funktionen in einem Baukörper zusammenzuführen.
Außen mehr als pragmatisch
Ein großzügiger Platz vor dem Gebäude hat pragmatische Gründe. Morgens und am frühen Nachmittag herrscht hier reges Kommen und Gehen. Der Bereich ist informelle Kommunikationszone für Eltern und Kinder geworden, man hält noch ein „bisserl a Schwätzle“ mit den anderen. Dazu passt, dass der Eingang in den Baukörper gezogen und einladend mit einer Holzfassade aus Lärchenholz ausgeführt ist. Innen im Gebäude schließt, nach sogenannter Wetterschleuse, wo man Straßen- mit Hausschuhen tauscht, ein Foyer mit Sitzstufen und Spieltreppe an. Klare Orientierung auch für die Kleinsten: Ab hier ist wirklich Kita.
Innen mehr als funktional
Der ansonsten rein rechtwinklig geplante Grundriss erhält durch eine schräg gestellte Außenwand Spannung und differenzierte Räume im Inneren. So entstanden Spielzonen am Flur sowie belichtete und belüftete Sanitärräume. Im Gebäude dominieren Sichtachsen und Ausblicke, die schnelles Zurechtfinden ermöglichen.
Im Erdgeschoß sind drei Gruppenräume für unter Dreijährige und ein Mehrzweckraum, im Obergeschoß drei Räume für ältere Kinder sowie Nebenräume entlang der Gartenfassade angeordnet. Eine vierte Gruppe befindet sich im Kopfbau. Jeweils zwei Sanitärräume pro Ebene modellieren die Längsseite des Gebäudes, ohne dessen homogenen Charakter zu stören. Architektonisch gelingt damit die Abgrenzung zu rein funktionalen Verwaltungsbauten sowie die Verortung im klein strukturierten Umfeld.
Farbigkeit und Ausdruck
In den Innenräumen entwickelte sich eine materialbetonte Farbgebung. Die sichtbar belassenen Deckenflächen aus Recyclingbeton mit grau-beigem Einschlag, Spuren der Schaltafeln und leichte Rostreste geben einen ruhigen Grundton vor, was stofflich wirkt und zugleich den ökologischen Anspruch zeigt. Weil die Decken zugunsten der Nachtauskühlung nicht vollflächig abgehängt sind, bleibt ihre Textur präsent. Wärmere Farbtöne bringen Holzböden und sandfarbene Einbauten, während kräftige Töne nur punktuell gesetzt sind.
Nachhaltigkeit reflektiert
Durch die Verwendung von Recyclingbeton reiht sich das Projekt in eine wachsende Praxis des Bauens mit Sekundärrohstoffen im Rhein-Main-Gebiet ein und gilt als Modellprojekt. Claudia Härtner, als Jurorin auch bei Wettbewerben tätig, betont, wie wichtig die Reflexion landläufiger Meinungen im Nachhaltigkeitsbereich ist. Es sei stark ortsabhängig, welche Art des Bauens als wirklich ressourcenschonend oder auch klimaaktiv gelten kann. So sei Holz nicht immer die einzige Antwort. Die hier angewendete Kombination aus zwei Massivbauweisen, vorgehängter Aluminiumfassade und einfacher technischer Ausstattung entsprechen ebenso den aktuellen Standards.
Durch eine prozessbegleitende unabhängige ökologische Beratung konnten überzeugende Argumentationslinien entwickelt werden, die zeigen, dass sich weniger Technik und Investitionen an der richtigen Stelle ökologisch wie ökonomisch rechnen. „Wenn man den gesamten Lebenszyklus anschaut, ist PREFA bei Energieaufwand und Recycelbarkeit einfach vorn“, so auch die Architekten über das Fassadensystem.
Beschreibung der Besonderheiten
- Fassadentyp: Wandraute 44×44, Prefalz
- Fassadenfarbe: Bronze
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